Shades of Grey – Verkaufsschlager und Fanfic-Sex in Buchformat

Ich bin ja ein Fanfic-Leser. Manchmal auch bezogen auf Serien wie Sherlock oder Doctor Who. Angefangen hat es aber mit Fanfics zu Serien wie „Slayers“ oder „Vision of Escaflowne“ oder „Dragon Ball“ – da war vor 14 Jahren auf Animexx noch ein übersichtliches aber spannendes Treiben. Dass aus Fanfics auch Geschichten, Roman-Ideen oder gar literarische Texte mutieren können ist selbstverständlich: Wir reden ja über Fantasien, die ihren eigenen Weg gehen und schriftlich niedergeschrieben werden. Wie viel Bücher, die nicht einer Serien, einem Film oder einen Comic zuzuschreiben sind und somit die breite Bevölkerung auch „anständig“ unterhalten können, haben wohl in Fanfics ihren Ursprung gefunden?

„50 shades of grey“ ist soetwas. Eigentlich Bella und der glitzernde Edward. Eigentlich geschrieben von einem „Twilight-Fan“ und eben nicht nur ein paar Seiten umfassend. Eigentlich für Fans von Fans gedacht. Und schwuppsdiwupps entwickelte sich diese Fanfic weiter, bekam immer mehr und mehr Fans, Leser und Liebhaber und schlussendlich erschien es als Buch. Dass einige Leser auf den Fanfic-Plattformen die sexuellen Praktiken etwas anrüchig fanden finde ich als Nutzerin solcher Plattformen etwas seltsam – ich meine, sieht man sich mal um, dann findet man Geschichten über alles. ALLES

Die Autorin E.L.James nahm sie jedoch von den Seiten und publizierte sie auf ihrer eigenen Homepage. Danach schrieb sie ihre Geschichte noch einmal um und nahm die Namen Bella und Edward raus – es wurde nämlich publiziert. Erst als Ebook von einem „independent publisher“ und danach von Vintage Books, die zu Random House gehören. Und raste die Leitern der Bestseller-Listen in den USA und UK nach oben, überholte sogar die Verkaufszahlen von Harry Potter im Taschenbuchsegment. Über 10 Millionen Bücher wurden in 37 Länder verkauft. Nicht schlecht. Und dann auch noch eine Trilogie.

In Deutschland erscheint die Trilogie mit dem ersten Buch „Shades of Grey – Geheimes Verlangen“ im Juli beim Goldmann Verlag (Random House) und man kann sich hier auf dem Blog mit der Leseprobe schon einmal einlesen – sehr empfehlenswert, um sich ein Bild zu machen. Es geht um Sex. Ausführlich beschriebenen, in den Mittelpunkt gerückten Nicht-Blümchen-Sex. Gerne auch als „BDSM“ bezeichnet und spielt sich in Seattle ab.

Anastasia Steele, eine Studentin, muss für ihre Mitbewohnerin und Freundin ein Interview mit Christian Grey übernehmen – sie kränkelt als Redakteurin der Uni-Zeitung auf der Couch rum. Christian Grey ist ein Kontrollfreak, ein arroganter Schnösel, ein Wirtschaftswunder… und verdammt gut aussehend.Das wird von Anastasia aber in den Hintergrund geprügelt – mit einem Arschloch wie ihm möchte sie nichts zu tun haben. Und trotzdem steht er auf einmal vor ihr und sie weiß nicht wirklich was sie fühlt. Während er Kabelbinder, Klebeband und etwas Seil in dem Baumarkt kauft, in dem sie jobbt, spürt sie ein seltsames Kribbeln. Ist das Abneigung oder etwas anderes?

Hier auf Lovelybooks könnt ihr an der Leserunde teilnehmen und eines der Exemplare gewinnen. Und wenn ihr eine Rezi dazu schreibt könnte ihr auch noch die anderen zwei Bücher gewinnen – lohnt sich also vor allem für diejenigen, die mit Romanen voller Fantasie, Sex, Spannung und Erotik etwas anfangen können. Und all diejenigen, die Angst haben man könnte zuviel von Edward abbekommen: In der kurzen Leseprobe allein habe ich keinen Edward Cullen vor mir gesehen sondern tatsächlich einen gut aussehenden Kontrollfreak, der etwas mehr Männlichkeit an den Tag legte. (Twilight ist toll, aber die Filme haben für mich alles kaputt gemacht, leider.) Ach übrigens: Über die Verfilmung wird gerade schon diskutiert.

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