Im Test: Merrell Moab Speed GTX

Moab Speed GTX Testbericht

Letztes Jahr ist ein neues Paar Schuhe bei mir eingezogen, das in Rahmen meiner Zusammenarbeit mit Merrell ein neues Zuhause suchten. Nun, eigentlich war es eher so, dass Merrell mich fragte, welchen Schuh ich denn für den Sommer haben möchte und ich wusste recht schnell, welchen Schuh ich wollte: den Moab Speed GTX. Warum? Na, weil. Und da ich mir sicher bin, dass diese Antwort nicht unbedingt ausreicht, außer man ist sieben Jahre alt und antwortet auf die Frage „Warum hast du den Boden mit Haarschaum tapeziert?“. Daher möchte ich hiermit den Schuh vorstellen und auf Vor- und Nachteile eingehen, die ich in meiner einjähren Testzeit so ausmachen konnte.

Kurz die Fakten

Der Moab Speed GTX ist einer der beliebteren und bekannteren Schuhe von Merrell – auch außerhalb der USA. Ein Wanderschuh, der für gelegentliche Trailruns perfekt geeignet ist. Und auch für Wanderer ideal, die nicht hochalpin unterwegs sind und hochgeschlossene sowie stabilisierende Wanderschuhe, denen ein Steinschlag nichts anhaben kann, suchen. Das Label GTX spricht für Gore-tex, sagt also aus, dass das Obermaterial wasserabweisend ist. Die neuen haben auch „Gore-Tex“ in der Produktbezeichnung. Somit erhält man einen Schuh, der für Offroad genug Grip, Dämpfung und auch Nässeschutz aufweist, sodass hier ein leichter und bequemer Wanderschuh für mich rauskam – nahm ich an. Also ein idealer Draußenseinschuh, wenn man so will.

Merrell hat zu diesem Schuh noch einiges mehr zu sagen, der vor allem im Herkunftsland USA – dort ist Merrell gigantisch groß – eine riesige und nachvollziehbare Fanbase hat:

„Seit mehr als einem Jahrzehnt erfreut sich der Merrell® Moab einer großen Beliebtheit unter den Wanderern und ist tatsächlich der meistverkaufte Wanderschuh der Welt. Er ist für seinen Sofortkomfort, seine Langlebigkeit und Vielseitigkeit bekannt und hat bereits 20 Millionen Naturliebhaber auf ihren Outdoor-Touren begleitet.“

www.merrell.com

Der Moab Speed GTX im Überblick

Ich habe mir den niedrigen Moab Speed mit Gore-Tex geholt, weil er eben von allem etwas hatte. Für Wanderungen im nassen Gras, für matschige Wege genug Grip, für längere Aktivitäten ausreichend Dämpfung und ein gutes Gefühl sollte er haben. Also war mein Wunsch, denn an meinen Füßen hatte ich Merrell noch nie gehabt, außer den Barfußschuhen und die sind dank meines Rückens nicht unbedingt die Schuhe der Wahl für mich. Also war die Bestellung der Schuhe der Erstkontakt und gleichzeitig der Markentest, ob Merrell und ich überhaupt zusammenarbeiten können. Sonst bringt es einfach nichts, Schuhe zu tragen, die nicht passen… alle Läufer/-innen wissen, dass sich das erstens schnell rächt und zweitens die Bewegungen zur Tortur werden lassen können. Daher immer wichtig: hört auf eure Füße!

Das hatte der Moab Speed Gore-Tex im Angebot, hier hab ich euch die Fakten eingebunden, direkt von Merrell, sonst sinniere ich über Begrifflichkeiten und ihr rauft euch die Haare:

• GORE-TEX® Waterproof Membran – außergewöhnlich atmungsaktiv und wasserdicht
• Obermaterial: Mesh und TPU
• Schnürsenkel aus 100 % recyceltem Material
• Wattierter Kragen
• Schützende Zehenkappe
• Obermaterial: Mesh und TPU
• Mesh-Innenfutter (100 % recyceltes Material)
• Mesh-Innenfutter (78 % recyceltes Material)
• Innensohle aus EVA-Schaum (obere Schicht aus 50 % recyceltem Material)
• Herausnehmbare Innensohle aus PU-Schaum
• Schutz durch Rock Plate
• Zwischensohle mit FloatPro™ Schaum für leichtes, langes Laufen
• Vibram® EcoDura™ besteht zu 30 % aus recyceltem Gummi

Quelle: www.merrell.com

Das Kennenlernen

Mein erstes Reinschlüpfen war begleitet von einem „Ohhhhh“. Denn die Schuhe sind soviel bequemer als ich dachte. Wer direktes Schuhwerk mag, wird mit den Moab Speed nicht glücklich. Wer bequem gehen möchte, wer angenehme „Fußumkuschelung“ will und wer ein gewisses Maß an Dämpfung will, der wird den Moab Speed wirklich mögen.

Meine Sorge war, nachdem ich wie auf Wolken durch die Wohnung gestiefelt bin, dass das Wandern damit sicher eher weniger direkt und vielleicht gar mit weniger Grip einhergehen könnte. Wie würde sich so ein bequemer Schuh, der ein „Hach, das tut gut“-Gefühl beim Anziehen auslöst, wohl auf Schotter, Waldboden und Matsch verhalten?

Die ersten Spaziergänge in den Wäldern waren gut, natürlich dämpft der Schuh etwas weg und wer eher viel spürt beim Gehen wird hier dieses Gefühl vielleicht vermissen. Für mich war es sehr angenehm, denn auch wenn ich etwas weniger spürte aka nicht jeden Stein hatte ich sehr guten Halt und Sicherheit. Kein wackeliges Gehen, kein Unsicheres Rumstiefeln und kein Niedertrampeln stellte sich ein. Der Schuh war bequem, ließ sich auf kürzeren Waldspaziergängen traumhaft verwenden und dank des Gore-Tex durchwanderte ich auch alle Matschpfade, Pfützen oder Wiesenpfade, die feucht waren. Natürlich war es nicht komplett nass oder die Pfützen tief, aber dazu mehr. Der Schuh war angekommen und hatte sich als kuscheliger Grip-Wanderschuh in meinen Schuhschrank eingelebt. Und es folgten einige Spaziergänge durch Wald&Wiesen, am Gardasee entlang sowie im Karwendel.

Der Härtetest: Der Lechweg

Im August bin ich dann einige Tage den Lechweg flußaufwärts gewandert – dazu gibt es in Kürze noch einen Bericht. Ich bin noch immer hin und weg, aber es war auch eine bewegende Zeit prinzipiell: hochschwanger habe ich mich von Pension zu Pension über Wanderwege zur Quelle des Lechs hingearbeitet. Nur wenige Tage hatte ich das für mich eingeplant gehabt, aber dennoch war es ein wunderbares Erlebnis gewesen. Draußen, Berge, Luft, Sauna an einem Regen-Pausentag, Blumen, Wasser und nochmal Wasser. Dieses plätschernde klare Nass, das einen begleitet… ich könnte sofort wieder los.

Ich hatte in der Schwangerschaftszeit viel zugenommen, was der Moab Speed besonders gut wegsteckte. Mit der Dämpfung und der Bequemlichkeit brüllten meine Füße geradezu ein „Hab vielen Dank!“ und das Magische passierte: in den Schuhen schwollen meine Füße nicht an. Auch wenn ich nicht den ganzen Tag gewandert bin. Aber genug von der Kugelzeit, hin zum eigentlich relevanten Thema: Die Schuhe auf dem Wanderweg.

Auf dem Lechweg warteten alle Varianten von Wanderwegen auf mich. Bergauf, bergab, Waldwege, Schotterpfade und Asphalt. Und tiefer, rutschiger, aalglatter Matsch. Tag für Tag war der Schuh mein Begleiter und er machte seinen Job sehr gut. Lediglich auf den aalglatten Matschpfaden auf Wiesen und Steinen merkte man, dass seine Grenze erreicht war. Hier konnte er keinen Halt mehr geben und ich musste sehr vorsichtig herumstaksen. Nasses Gras mit nassem, plattgetretenen (Kühe, Wanderer, Baden-WürttembergerInnen) und ab und an als Bächleich herhaltene „Wege“ waren an diesem Wandertag auch das Highlight. Alle anderen Wanderer, die mir begegneten, verzweifelten bei meinem Anblick – sehr dreckig und sehr kugelig –  und beim Anblick des Weges – sehr dreckig und quasi nicht mehr vorhanden. Tja, was Regen, Almabtrieb und nochmal Regen so aus Singletrails alles machen können.

Die Schuhe waren am Ende so verschmutzt, dass man sie nicht mehr erkannte. Ich hätte auch sagen können „Wissen Sie, ich gehe gerne barfuß. Das hat sowas Natürliches. Und der Matsch zwischen den Zehen, gemischt mit Kuhscheiße, Wiese und Dreck ist einfach befreiend.“ Die Schuhe hatten Wasser, Dreck, Staub, Steine, Kuhscheiße und viel mehr eingesammelt und nicht mehr losgelassen. Ich hatte sie, so fühlte es sich damals an, einlaufen. Sie hatten Gehfalten vorne, das Logo in der Sohle war etwas weggetreten und die Schnürsenkel hätten von alleine stehen können, hätte ich sie gelassen. Und am Ende hatte ich mein Fazit für die Schuhe.

Das Fazit: Gutes und Verbesserungswürdiges

Kommen wir einfach gleich zum Positiven, was mir bei meiner Nutzung des Schuhs aufgefallen ist:

  • Sehr gute Dämpfung ohne direkten Bodenkontakt zu verlieren
  • Sehr gemütliches und bequemes Fußgefühl, der Schuh kuschelt mit dem Fuß
  • Lange Schnürsenkel und gutes Schnürsystem mit lang genuger Lasche, sodass variables Schnüren sehr einfach und bequem machbar ist
  • Gute Umfassung der Verse ohne zu Klemmen oder zu niedrig zu sein
  • Gutes Außenmembrem mit Gore-Tex sodass ich bis jetzt keine nassen Füße bekommen habe (ich bin jedoch auch nicht in tiefere Pfützen als mein Schuh hoch ist getreten)
  • Sehr gute Sohle für Schotter- und Waldwege, auf denen man bei trockener Witterung echt guten Halt hat
  • Bequemes Material, sodass beim Beugen bzw. beim Gehen nichts einklemmt am Fuß vorne oder seitlich

Und nun zu den Punkten, die mich in meiner Nutzung ein bisschen gestört haben:

  • Die Sohle ist für Gehen auf Nässe etwas schwierig, da sie Feuchtigkeit mit sich zieht und quasi „spritzt“ – das ist primär auf nassem Asphalt der Fall, da krieg dann die Rückseite des Unterschenkels bis zur Kniekehle Wasserspritzer oder Dreckspritzer ab
  • nasser Matsch oder nasse Matschwiese sind für den Schuh definitiv nicht geeignet, da gibt er keinen guten Halt mehr und man rutscht etwas bzw. hat wenig Halt
  • Die Wahl des Gore-Tex-Materials sollte einem bewusst sein, da bei heißen Tagen und langen Wanderungen somit der Fuß ein bisschen in der Hitze steht, wer einen atmungsaktiveren oder luftigen Wanderschuh sucht, sollte auf Gore-Tex verzichten
  • Der Schuh wirkt ein bisschen klobig, wenn man ihn nackt sieht – allerdings ist er weder schwer noch am Fuß klobig, sodass es lediglich der erste nackte Eindruck ist und an meinem Fuß selbst fand ich ihn dann besser als gedacht
  • Mit dem Zwischensohlenmaterial, der für das geniale Gehverhalten und Dämpfung verantwortlich ist, kann man aber auch die Problematik haben, dass dieses beständig knarzt. Tritt das auf kann man einfach einen neuen Schuh bekommen, also Rechnung aufheben 😉

Fazit oder auch mein TL;DR

Der Moab Speed Gore-Tex ist ein leichter, sportlicher Wanderschuh, der mit sehr gutem Halt auf vielen Oberflächen, sehr bequemen Tragegefühl und idealer Dämpfung für leichte bis mittelschwere Wanderungen ein Must-have darstellt. Vor allem wie der Schuh den Fuß „umkuschelt“ ohne das sichere Gehfühl zu minimieren macht lange Wanderungen noch schöner. Für Menschen, die eventuelle Rücken- oder Hüftprobleme haben, ist der Schuh meiner Meinung nach besonders zu empfehlen.

Werbung: Der Schuh wurde mir von Merrell zur Verfügung gestellt, was meine persönliche Meinung und Erfahrung jedoch nicht beeinflusst. Hätte ich den Schuh jedoch prinzipiell nicht gut gefunden, hätte ich diesen erst nicht getestet.

Für alle, die den Schuh ein bisschen mehr entdecken wollen und für Herbst&Winter eventuell etwas suchen hab ich hier die drei Moab Speeds verlinkt zum Anklicken (kein Affiliate, einfach so weil #linkliebe). Ich überleg nämlich auch gerade welcher Schuh noch einziehen darf 🙂

Hier geht’s zum Moab Speed Gore-Texhier für Männer

Hier geht’s zum Moab Speed Thermo Mid – für Herbst/Winterhier für Männer

Hier geht’s zum Moab Speed Mid Gore-Texhier für Männer

2 Antworten zu “Im Test: Merrell Moab Speed GTX

  1. Mensch kirschi, schön mal woeder was von dir zu lesen! Klingt ja interessant mit dem merrell!
    Schöner Test, sag mal wie alt ist das letzte Bild mit dir drauf? Irgendwie hab ich was verpasst:)

    • Ja, long time no read ☺️ Freut mich, dass der Test dir gefällt Mr Flitzpiepen!
      Das Bild mit meiner Kugel? Das war im August 21, der Kleine wird im September dann 1 Jahr alt 😁

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