Klassiker-Radtour: 14 Mädels, 3 Jungs, 65km und (k)einen Kuchen

Auch wenn es etwas verspätet ist, aber das diesjährige Anradeln war nicht nur ein voller Erfolg sondern blieb den Mitfahrerinnen noch etwas länger in Erinnerung. Und die Route ist ein Klassiker, den jeder Münchner mindestens einmal geradelt sein muss.

Am Schloss Fürstenried stehen sie: 14 Mädels und 3 Jungs. Einen sammeln wir einfach mal so unterwegs auf, sodass wir dann eine Gruppe von 18 Radfahrern sind, die sich auf den Weg machen, gemeinsam in die Pedale zu treten. Auf dem Parkplatz wird da noch diskutiert, ob man Armlinge anlassen sollte oder einfach nur einsteckt. Manch grübeln auch, ob man nicht doch in kurzer Hose fahren könnte. Ich nicke eifrig, denn laut Wetterbericht wird es warm – diesiger Himmel hin oder her. Und ich will zwar nicht vorgreifen, aber ja, es wird richtig gut warm an diesem Tag!

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Wir fahren los, schön hintereinander und ich vorne. Das Tempo lassen wir recht durchschnittlich vorne, sodass die schnellen nicht allzu gelangweilt sind, wir aber auch nicht zu weit vor fahren. Denn in Gruppen fährt man nicht für alle ideal: es gibt langsamere, schnellere, ungeduldige und gemütliche Fahrer. Aber indem man einen vorne und einen hinten hat, der liebevoll genannte Besenwagen, wird ein Zusammenbleiben garantiert. Und man wartet natürlich regelmäßig. Auf der Olympiastraße fahren wir bis zu Karolinen Geräumt und biegen dann unter der Autobahn hindurch ab – in den Forstenrieder Park. Dort verläuft die Karolinen Geräumt nämlich asphaltiert durch den wunderschönen Park, der Ende Mai ein grünes Paradies ist. Jetzt noch nicht ganz so grün, aber die Luft duftet nach warmen Frühlingstagen und alle Mädels und Jungs sind guter Laune.

Tipp: Beim Gruppenfahren fährt der Gruppenleiter vor und ist nicht zu überholen. Das ist deswegen wichtig, weil er/sie das Tempo angibt, den Weg kennt und Handzeichen über den Verkehr und die Straßenbeschaffenheit geben muss. Wer sich eher langsamer einschätzt, sollte trotzdem nicht hinten fahren, denn ganz hinten verliert man den Rückenwind der anderen und muss ständig „nachfahren“, was sehr viel Kraft kostet.

Einmal durch den Park durch fahren wir dann in Richtung Schäftlarn weiter. Dazu überqueren wir die gut befahrene Wolfratshausener Straße um auf dem Radweg weiter zu fahren – Sicherheit geht da einfach vor. Durch kleine Dörfer hindurch kommt dann ein geringer Anstieg, der aber schon mal einen schönen Alpenblick ermöglicht. Hach, wie kann man nur nicht gerne hier im Süden fahren wollen?

In Hohenschäftlarn geht’s dann den Berg runter zur Isar – wir rauschen die schönen Kurven durch den Wald nach unten zum Kloster Schäftlarn und weiter, über die glitzernde Isar. Anstatt dann aber wieder hoch zu fahren, ein beliebter „Berg“-Klassiker für die Münchner Rennradler, geht’s rechts weg.

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Am Isarkanal entlang führt nämlich eine Straße weiter zu Pupplinger Au – ebenfalls ein beliebtes Ziel, denn die Gegend hier ist schön, ruhig und es fahren so gut wie keine Autos. Miteinander ratschend folgen wir der Straße nach Aumühle, dort nehmen wir den Weg, der nach Puppling führt – also nicht am Kanal entlang, sondern in Richtung Wolfratshausen. Nach Aumühle folgen wir dem sich leicht schlängelnden Rad- und Wanderweg durch die Pupplinger Au, ein sehr schönes Naturstück mit vielen Kiefern und im Sommer angenehmen Schatten.

Achtung: Hier gibt es eine Menge Inlineskater, Radfahrer und Spaziergänger, auf die man achten muss sonst mäht man die schnell nieder. Hier sind besonders Handzeichen und Ausrufe wie „Auto!“ hilfreich, um Kollegen zu warnen das Tempo zu drosseln oder hinter einander zu fahren.

Vor der Kreuzung mit der stark befahrenen Straße nach Wolfratshausen gibt es das „Gasthof Aujäger“ – ein beliebter Pausenort für viele Sportler, deswegen auch gern und gut voll. Und wir wollten ebenfalls pausieren: Kaffee, Radler, Spezi und Kuchen. Der Birnen-Schokoladen-Kuchen von damals war mir noch saftig in Erinnerung und ich glaube, ich bin die Strecke nur deswegen gefahren. Aber drinnen in der Gaststätte sagte man mir, es gäbe nur einen Kuchen, da die anderen noch in der Mache wären. Aha. Naja, dann nehmen wir eben diesen Schokoloaden-Espresso-Guglhupf. „Okay, wiavui Stückerl?“ „Hm, so zehn.“ „Zehn?“ „Zehn.“ Ich nicke und die Bedienung schaut mich blöd an. Dann sagt sie: „I glaab net, dass ma sovui hobn.“ Dann geht sie in die Küche zur Chefin, redet mit ihr und kommt dann wieder. „Naa, sovui kemma net hergebn. Sunst hobn wir jo nixat mehr zum Vakaffa!“ Ich schau sie an, sie wird leicht rot und ich merke, dass mir ein leicht hysterisches Kichern aus der Kehle entfliehen möchte. Soetwas Doofes habe ich ja lange nicht gehört.

Daher sag ich „Okay, danke.“ und geh raus zu meiner Gruppe. Die haben schon Getränke und Obazdn und Brezn bestellt, aber meine Kuchen-Story wird der Dauerbrenner. Wollen die uns einfach keinen Kuchen geben, weil sie ja dann sonst später keinen mehr zum Verkaufen hätten. Auch eine Logik. Wir lachen, trinken und lernen uns kennen. Dann geht’s wieder weiter, leider ohne Kuchen im Bauch.

Wir fahren nach Wolfratshausen. Dort folgen wir rechts der Weidacher Hauptstraße, die Richtung München geht. Hier folgt nämlich dann ein angenehmer und nicht allzu steiler Anstieg des Wolfratshausener Bergs. Der Straße folgen wir in der Einerreihe und genießen die sonnige Aussicht auf die Berge am Horizont, die wir ab und an erhaschen. Der Münchner Straße, auf der wir den Berg erklimmen, folgen wir aber nicht sondern biegen sobald wir können links ab und dann gleich wieder rechts – weg von der stark befahrenen Gegend, hinein in die Landstraßen-Romantik. Dort warten wir auf alle, verabschieden einen Fahrer, der heim und seinen Kids bekochen muss und merken, dass es echt heiß ist. Aber deswegen umso besser, dass wir jetzt rollen lassen können. Immer geradeaus, weiter nach Bachhausen und dann hoch nach Aufkirchen. Da ist der Name Programm und es wird unser letzter kleiner Anstieg, der aber gelegentlich mit 7%-13% minimal steil wird, aber zum Glück nur ganz kurz.

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  • Länge: ca. 65km
  • Höhenmeter: ca. 550m
  • Schwierigkeitsstufe: leicht

Jetzt sind wir quasi am Starnberger See. Wir atmen durch, trinken und essen was und folgen der Straße runter nach Berg am See, dort dann an der Bundesstraße auf dem Radweg entlang einfach nach Percha weiter. Die einen zum See, die anderen zum Biergarten und ein paar zum Eis gibt’s eine knackige Abstimmung und das Eis gewinnt. Hurra! Wir kurbeln uns also von Percha hoch nach Wangen und zur Olympiastraße. Dort biegen wir aber sobald wir können links in Richtung Leutstetten ab – eine traumhafte Straße, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Aber die fahren wir nicht ganz, sondern ich böse Kirsche leite die Mädels und Jungs auf einen Waldweg! Keine Ausreden, jedes Rad hält ein bisschen Schotterweg aus, sodass sie alle vorsichtig in Reih und Glied durch den glitzernden Wald fahren. Und zur Erleichterung vieler löst der asphaltierte Wanderweg dann schon bald den Schotterweg ab. Mit vielen „Achtung, Loch!“ und Deutern auf die Hindernisse durchqueren wir auf der anderen Seite der Autobahn den Forstenrieder Park. Der Wald duftet, die Sonne scheint und das Eis wartet.

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Geradeaus durch, dann hin zum „Café Vorort“ mit selbstgemachten Kuchen und Eis, sowie leckeren Kaffee. Naja, wir schlemmen alle erstmal Eis und machen es uns auf dem Boden gemütlich. Die erste Ausfahrt bei Sonne pur, mit Eis als Belohnung – geht’s denn noch besser?

>>> Hier geht’s zur Facebook-Gruppe bei der es regelmäßig solche Ausfahrten gibt

Danke an alle Mitfahrer, ihr habt alle super mitgemacht. Ein Dank gilt auch an Georg den Besenwagen, der hinten dafür gesorgt hat, dass niemand verloren geht.

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