Rad-Hosen: Warum Bib-Shorts einfach besser sind

Ich hab einen Arsch. Bin ja auch eine Frau und habe dementsprechend einen wohlgeformten weiblichen Hintern, der der Bezeichnung „weibliche Rundungen“ wohl nahe kommt. Leider habe ich nichts von den „ellenlangen grazilen schlanken Beinen“ abbekommen, die in so vielen Gesellschaft das Idealbild einer Frau darstellen. Mein Körper dachte sich wohl, dass man die zusätzlichen Zentimeter doch lieber in den Oberkörper stecken sollte. Oder das Wachstumspotential in mein Hirn verfrachten sollte. Das zumindest würde mein ständig ratterndes Hirn erklären. Und warum Fahrradhosen einfach und schlicht nicht passen.

Bei Radhosen gibt es zwei Versionen: die mit und die ohne Träger. Die normalen Tights halten durch die Engheit, durch Silikonbänder und sehr körpernahe Form. Diese Funktionen haben die meisten Trägerhosen, oder Bib-Shorts, auch, allerdings mit einer zusätzlichen Funktion: Halt durch Träger. Das bedeutet einfach, dass die Hose einen besseren Halt hat, am Rücken eher warm hält (je nach Material) und nicht unangenehm an Bauch einschneidet. Oder, wie in meinem Fall, rutscht. Und ich deswegen immer meine Wind- und Regenjacke drüber angezogen habe.

Lange, warme Rad-Tights – perfekt für kalte Zeiten

Mein Beispiel? Die Mavic Hose, die ich habe, rutscht aus mehreren Gründen. Zwar rutschen die Rapha Tights ebenfalls, aber befinden sich noch im annehmbaren Bereich, sodass ich nicht allzu friere. Aber sie ist grau und zieht dadurch Dreck sowie Nässe magisch an. Noch wurde von meiner Seite keiner der Gründe wissenschaftlich bewiesen, da ich für den Beweis Gewichtszunahme und -abnahme, Wachstum meinerseits, Kauf mehrerer weiterer Hosen und so weiter und so fort benötigen würde. Mögliche, denkbare, Gründe für die rutschenden und unpassenden Hosen, sind somit folgende:

  • Zu groß und damit zu weit
  • Zu kurz oben geschnitten
  • Zu schlechter Schnitt, sodass während der bewegung der stoff den Bund nach unten zieht
  • Zu langes „Ich“ im Oberköper
  • Geheime Viecher, die unsichtbar an der Hose kleben und fies kichernd diese nach unten ziehen
  • Sucht meines Rückens nach frischer, kalter, eisiger Luft

Was es auch sein mag, es nervt. Es ist kalt. Zusätzlich spielen dann noch andere „Probleme“ oder „noch zu bewältigende Hürden“ eine Rolle. Kein Baselayer bleibt in der Hose stecken, die Rapha Souplesse Jacke rutscht nach oben was einfach nur ein Witz ist (meine einzige warme langärmlige Radklamotte) und mein Arsch wird einfach nicht kleiner. Stichwort Gewichtszunahme von 10kg hervorgerufen durch ähm Luft. Genau. Luft und so. Hust.

10891052_610114405759419_521863002_n Kurze trägerlose Hosen sind leichter, sind nicht gefüttert und dünner. Der Halt wird durch die Silikonflächen in Bündchen an Taille und Oberschenkel ermöglicht, die für einen gewissen Halt eine gewisse Enge aufweisen müssen. Außerdem gibt es weniger Material das arbeiten und die Hose nach unten ziehen könnte. Aber schon mal mit Sommer-Shorts im Winter gefahren? Das endet in roten Flecken und Gefühlslosigkeit inklusive Brennen. Bitte nicht machen, außer ihr habt so einen Drang rauszukommen wie ich.

Bib-Shorts – Trägerhosen

Träger halten die Hosen oben. Bitte nicht wie Assos es vorführt und oben ohne radeln, auch wenn dies sicherlich interessante Verkehrsunfälle verursachen würde. Unter die Träger kann Baselayer oder nackte Haut getragen werden und das Trikot kommt drüber. Durch den Zug der Träger kann nichts verrutschen und der zusätzliche Stoff, der im Rückenbereich verwendet wird, hält vor allem bei windigen oder kalten Verhältnissen warm. Bib-Shorts, die für die warme Temperatur gemacht sind, sind aus leichterem Stoff und sogar mit Netzstoffen verarbeitet, um kühle Luft an den Körper zu lassen.

Nachteil: Wer pinkeln muss, muss sich aus dem Ding schälen. Je nach Art der Shorts, kann das für Mädels bedeuten, dass man sich komplett ausziehen muss, nur eine Schnalle vorne lösen muss oder einfach nicht aufs Klo geht. Nie wieder. Auch die Art der Träger ist individuell unterschiedlich: Manchen ist es zu viel Druck auf den Schultern, andere mögen den Gurt zwischen der Brust durch nicht und für viele ist es wichtig, dass die Hose komplett hoch geht – sodass man das Trikot auch öffnen kann. Hier gibt’s viele Angebote von Assos (wird wegen den Polstern in den Himmel gelobt), Gore Bike Wear, X-Bionic, Sugoi, Rapha oder Isadore. Ich hab zum Beispiel eine kurze X-Bionic Bib-Short, dessen Bericht ihr hier lesen könnt.

Meine Lieblingshose ist die Assos Bibshorts allerdings, die sich schon nach nur 4 Monaten zwar auflöst, aber einfach sitzt, nichts einklemmt, nicht wehtut und den Hintern bei den langen Fahrten schützt. Daher sehe ich folgende Vorteile in Bib-Shorts:

  • Ich wollte immer Hosenträger haben und jetzt kann ich wenigstens welche beim Radeln tragen („Bowties are cool“)
  • Kein Fett ähm keine Muskeln die mehr unten oder oben bei der Hose rausquellen, weil die Tights nicht mehr arg so eng sitzen müssen um zu halten
  • Öffnen des Trikots zur Gänze ist endlich möglich ohne fassungslos verwirrte männliche Radfahrer fast gegen Bäumen fahren zu sehen
  • Genug Platz um Taschentücher zu verstauen, bis es etwas hügelig aussieht und man als Michelin-Männchen durchgeht
  • Kuschelig warm und Anti-Windzug-Funktion
  • Schmeichelt dem weiblichen Körper und zaubert mir nicht noch mehr Hügel in die Silhouette
  • Anpassungsfähig was die Temperatur betrifft, da bei Bib-Shorts mit Oberteil nicht ständig ein Baselayer getragen werden muss
  • Und nochmal: Hosenträger. Die kann man auch schnalzen lassen!

Ich trage, außer im Fitnessstudio, keine trägerlosen Hosen mehr. Egal ob im Winter oder im Sommer, es ist für mich einfach bequemer. Vor allem das Rumrutschen, Rumstopfen, Einquetschen und „Ey, dein Rücken liegt frei!“-Kommentieren reicht mir, sodass ich einfach ein Bibshorts-Fan bin. Und bleibe.

2 Antworten zu “Rad-Hosen: Warum Bib-Shorts einfach besser sind

  1. Oh Radhosen und Frauen, ein leidiges Thema. Ich fahre grundsätzlich nur mit Bib-Shorts, denn mich nervt die mangelnde Passform von Radhosen ohne Trägern ebenfalls — entweder engt der Bund ein oder die Hose rutscht. Das passiert mit einer Trägerhose alles nicht. Dabei trage ich nur Herrenmodelle, da ich recht lange Oberschenkel habe und mir deshalb Damenmodelle zu kurz sind. Aktuell fahre ich die Gore Bike Wear Oxygen Windstopper Soft Shell Bibtights, die ist super für kühle/kalte Temperaturen. Im Sommer trage ich meist die höherpreisigen Trägerhosen von Nalini und die von Skinfit.

    • Passform sucht man wirklich vergeblich oder man schnürt sich die Taille ab (innere Organquetscherei), damit die oben bleibt. Sind die Assos nicht auch lang genug? Habe meine erste Assos gerade geholt, ein Traum diese Hose 🙂 Und ich als kleines Schnauferl hab eh so kurze Beine, dass die „Shorts“ sogar bis zu den Knien gehen -.- Aber Gore Tights mit Soft Shell glaub ich sind super für eisiges Wetter gemacht – du bist also auch bei „Schietwetter“ draußen? 🙂

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