8 Fitnessstudio Stereotypen: Welcher Typ bist du?

Neues Jahr – viele neue Fitnessstudio-Mitglieder. Weil eben 85% der gesamten Bevölkerung das neue Jahr als die perfekte Möglichkeit ansehen, das Leben aufzufrischen. Und eben sportlicher, schlanker, dünner, fitter und sonst was zu werden. Also ab zum nächsten Studio, ein Abo abgeschlossen und dem Ziel für 2016 steht nichts mehr im Wege. Hm, nun, außer eben das Training. Und dieses Training geht jeder eben doch etwas anders an.

Meine 8 Fitnessstudio Stereotypen

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Pumping Iron

Diese Kategorie macht, wie der Name schon sagt, nichts anderes als Pumpen. Wie der vergleichsweise unterhaltsame Film um weltbekannte Bodybuilder sind die Studiobesucher die dieser Kategorie angehören absolute Fans von Muskelbergen. Da wird der Muskel aufgepumpt, die Venen treten hervor, es wird bis zum Umfallen Muskelmasse aufgebaut. Die leicht breitbeinige Gehweise, das oftmalige tierähnliche Stöhnen beim Hieven der Gewichte und die Muskelberge unter dem Tanktop sind Aushängeschild. Der regelmäßige Fühltest der Muskeln, das Umherschlendern im Studio und das Posen sieht man nicht überall, sind aber essentiell, um „Pumping Iron“ glücklich zu machen.

Kursgänger-Rudel

Erscheinen meist als Rudel. Einzelgänger sind selten, da vor und danach in den Umkleidekabinen detailreich das Liebesleben, die Arbeit, der Streß in der Uni oder Probleme von Freunden besprochen werden müssen. Der Kurs, der sich im Bereich von Schwitz-Kurs zu Bauch-Beine-Po bewegt, ist ein fester Bestandteil im Wochenplan des Kursgänger-Rudels. Im Verständnis geht frau nun ins Fitnessstudio, da dies so als sportlich, gesund und figurbetonend angepriesen wird. Warum dies nicht gleich mit sozialen Aspekten, wie Freundesverabredungen, Cocktail danach oder Saunaplausch verknüpfen? Mit Freunden macht alles mehr Spaß, sogar langweiliger Sport.

Einchecker

Einchecker sind durch katstrophale Vorfälle mit ihrem Smartphone eins geworden. Nie können sie dieses ablegen, immer tippen ihre Finger über den erhellten Bildschirm, beständig wird klar gemacht, dass man gerade im Fitnessstudio ist. Dass dabei sportliche Betätigung unter geht ist absolut nebensächlich, die WhatsApp-Gruppe bedarf der Anwesenheit des Eincheckers, auf Twitter gibt es ständig wichtige Neuigkeiten, Snapchat-Follower müssen das heutige Outfit des Einchecker sehen. All dies ist wichtiger als die Verwendung der Blackroll, auf der manche 10 Minuten lang liegen. Wichtiger, als die Ausführung der weiteren Übungen im Zirkel. Und wichtiger, als das Weitertreten auf dem Rad. Einchecker checken ein, um einzuchecken. Oftmals weiblich. Oftmals hochschlank.

Do you even work out

Diese Kategorie besteht zum großen Teil aus erfahrenen und sportlichen Menschen. Während man selbst trainiert, beispielsweise Liegestützen auf der freien Fläche, sind die „Do you even work out“ entweder gerade eisern bei ihrem Training, schlendern durch die Gegend oder helfen ihren anderen Homies. Während man selbst Liegestützen macht und zitternd gerade so die achte Liegestütze schafft, wuchtet sich der andere zur fünfzigsten Liegestütze hoch – mit spielender Leichtigkeit. Diese Kategorie ist schwierig, denn sie kann Anfänger das Gefühl geben, einfach absolut scheiße zu sein. Oftmals, und wohl nie böse gemeint, vollführen diese ihr Training und sagen dadurch unterschwellig „So muss Training aussehen!“ – oder stellen die subtile Frage „Do you even work out?“ Nicht ärgern, deren Ego freut sich stark, wenn man mit Ausführungsfragen oder Motivationsproblemen an sie ran tritt.

Indoor-Süchtlinge

Warum sollte man draußen laufen gehen, wenn es Laufbänder gibt? Warum auf dem Rennrad  in der frischen Luft fahren, wenn es Spinningstunden gibt? Warum aufrecht sitzend Radfahren, wenn es liegend mit dem aktuellen TV-Programm ebenso möglich ist? Das sind Indoor-Süchtlinge. Menschen, die Sport, Schwitzen und Muskelkater irgendwie toll finden, aber das „echte“ Sporteln irgendwie abstoßend finden. Mit oftmals ausdruckslosen Gesicht erreichen sie Fitnessstudios mit Autos und halten ihre Trainingspläne, egal wie das Wetter sein mag, eisern bei. Nicht selten erkennt man sie am Aussehen, das an einen chaotischen Leistungssportler mit Milchbubengesicht erinnert, die noch nie bei Schneeregen laufen waren oder einem Sonnenuntergang entgegen geradelt sind.

I’m sexy and I know it

Wenn das Outfit ideal zusammen passt, farblich mit Socken und Haarband und Nagellack abgestimmt ist, dann geht es hier nicht um das Schwitzen. Sondern um das Zeigen der absoluten Selbstsicherheit und Körperverliebtheit. Männer sind oftmals unter „Pumping Iron“ und „Do you even work out“ zu finden. Bei den Frauen vor allem wird gewackelt, getänzelt und minimal trainiert. Solange diese nicht der Kategorie „Einchecker“ angehören kann man diesen Frauen gerne zuschauen und ihre Körperarbeit bewundern – ebenso den Männern. Nicht selten gibt es unter diesen auch weibliche „Do you even work out“ und ich wünsche euch allen soetwas bewundern zu dürfen. Auch wenn die Hotpants und der Bustier vielleicht etwas frisch sein könnten…

Fehl am Platz

Eine Kategorie, die mich nervt. Oftmals sind das Menschen, die neu im Fitnessstudio sind. Die das Fitnessstudio hassen. Die Fitness hassen. Ja, die sich selbst sogar hassen. Oftmals Menschen, die mit mehr Fülle oder wenig Sporterfahrung aufwarten können als manch andere und die sich deswegen in Fetzen kleiden und ein beständig desinteressiertes Gesicht aufsetzen. Sie wünschen sich weg, finden das mit dem Sport im Studio eigentlich recht doof und alle anderen sowieso viel sportlicher. Das Verständnis, dass sie sich tolle Sportklamotten gönnen dürfen, dass jeder klein anfängt, dass jeder Körperecken hat, die er/sie nicht mag und dass für alle gute und schlechte Tage beim Training dabei sind, dieses Verständnis sollten die „Fehl am Platz“ dringend lernen.

Null Ahnung

Ein verdammt großer Teil aller Fitnessstudio-Besucher haben null Ahnung und gehören damit der Kategorie „Null Ahnung“ an. Null Ahnung über was Gerät xy macht, wie man den Trizeps sinnvoll trainiert, wie ein Training mit Geräten am besten ablaufen sollte, was man mit dieser Blackroll macht. Anstatt zu fragen macht man vor sich hin. Anstatt sich Hilfe bei den Angestellten in Form eines Trainingsplans zu holen, dehnt man bisschen hier, bisschen da, heb etwas Gewichte dort und fährt 5 Minuten Rad. Tut das gut? Macht das glücklich? Hilft das beim Abnehmen? Erhöht das die Fitness? Wer null Ahnung hat, sollte dringend jemanden fragen der Ahnung hat, denn genau dafür gibt es Trainer im Studio.

>>> Ich selbst, ich gehöre der Kategorie „Null Ahnung“ bei. Das Fitness First in Schwabing schafft es einfach nicht mir einen Trainingsplan zu erstellen, nachdem ich einen dritten Termin hätte ausmachen sollen, hab ich drauf verzichtet. Daher mache ich lediglich etwas maxxF – meist 30 Minuten – und das war’s. Aber irgendwann einmal werde ich einen Trainingsplan haben. Ich glaube ganz fest daran 🙂 Und welche Kategorie seid ihr?

 

18 Antworten zu “8 Fitnessstudio Stereotypen: Welcher Typ bist du?

  1. Da ich in alle anderen Typen nicht reinpasse ist es wohl ach Null Ahnung. Ganz nach dem Motto, wenn es am nächsten Tag weh tut, dann war wohl etwas richtig.

  2. Ich gehörte auch mal der Kategorie „Null Ahnung“ an, aber diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Eine lange Zeit war ich mehr im Studio als draußen, mittlerweile ist das anders – das Studio ist nun eher eine Ergänzung zum Laufen und stellt für mich sicher, dass ich auch laufen kann, wenn draußen mal die Welt untergeht. Da ich nur zu Hause auf die Blackroll gehe, schaue ich, dass ich dort an Kraft und Koordination arbeite – ob mit Gewichten oder dem eigenem Körpergewicht. Kein Sport funktioniert ohne klares Ziel und ich selbst sehe auch immer wieder viele Leute, die genau wie du schreibst, einfach nur anwesend sind, aber in keinem Bereich dort auch nur annähernd an ihre Grenzen gehen. Viele Frauen haben Angst zu schwitzen..wieder andere wissen es nicht besser, fahren liegend Rad und unterhalten sich dabei oder tippen in ihr Handy. Ich glaube in solchen Fällen wäre ein zügiger Spaziergang wahrscheinlich effektiver. Vor allem wird man wohl kaum so dranbleiben, es wird sich wahrscheinlich nicht viel verbessern, außer das schlechte Gewissen auszugleichen.
    Mir graut es nächste Woche schon wieder davor, die ganzen Menschen mit guten Vorsätzen vor mir zu haben, wovon 98% in 2 Monaten nimmer mehr gesehen werden. Und ich bin schon in einem sehr sehr kleinen Studio… Gut sind auch die Personen die mit 5-6km/h 30min oder mehr, mit Tablet und TV Serien auf dem Laufband verbringen und ich dann diese Zeit warten musste. Klar habe ich erst etwas anderes gemacht, aber bei nur zwei Laufbändern, kann ich nicht verstehen wie manche so ignorant sein können und einfach drauf spazieren gehen? Nunja, genug geärgert 😀

    • In dem Moment, in dem man nicht mehr alleine draußen Sport macht, muss man immer Rücksicht nehmen, warten, sich ärgern oder andere bitten das Gerät doch bitte entweder zu nutzen oder frei zu geben. Daher auch diese schweigende Annonymität, typisch für Fitnesstudios, in denen die meisten einfach nur Sport machen wollen – ohne großes Brimborium. Dabei wär 30 Minuten Joggen oder zur Arbeit mit dem Rad fahren effektiver, wie du schon sagst.
      Aber sie dürfen das ja alle, es ist auch nicht nur schlimm 😉 Mieses Wetter, Stabitraining, Sauna als Belohnung, Gerätetraining und viel mehr können sinnvolle Gründe für ein Fitnessstudio sein. Man muss es nicht lieben (tu ich auch nicht), aber es kann bei den sportlichen Zielen helfen.
      Was machst du denn immer im Studio, hast du einen festen Trainingsplan oder trainierst du je nach Laune mit gewissen Geräten oder Übungen?

      • Ja da hast du schon recht, wenn ich es nicht gerade eilig habe, kann ich die Warterei auch mal verschmerzen. Dort ist es so familiär und alles spielt sich nur in einem Raum ab, dass man sich dann auch mal kurz vorne an die Theke setzt und ein bisschen redet 😉
        Ich hatte mal Trainingspläne, aber mittlerweile dominiert bei mir so sehr das Laufen, dass ich quasi nur noch für den Erhalt meiner vorhandenen Muskeln Kraft und Stabilität trainiere. Sei es die Hantelbank oder Bauchmuskeltraining mit Gewichtsscheiben, Gymnastikball, Liegestütze und was man nicht alles noch so findet. Das geht dann so an die 45 Minuten und davor stehe ich noch auf dem Laufband, damit sich das Kommen auch gelohnt hat. Ab und zu versuche ich wieder neue Reize zu setzen, lasse mir neue fiese Übungen aufdiktieren oder erhöhe einfach die Gewichte. Ich dachte eigentlich, dass ich diesen Winter vermehrt dort anzutreffen wäre, aber zur Zeit ist das Gegenteil der Fall. Viele Trainings sind halt auch einfach nicht für das Laufband gemacht. Und einem Lauf um den Gefrierpunkt durch Schlamm und Matsch mit Berg, kann dem sowieso nicht standhalten 🙂

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