Laufen in Erlangen: Traumlaufstrecken in Haustürnähe

Man weiß immer erst dann etwas zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat. Das könnte auf meine aktuelle Laufsituation zutreffen. Laufen in Erlangen hat was. Weil eben der Wiesengrund, ein Kiefernwald, Waldwege und Trails direkt vor meiner Haustür waren, habe ich überhaupt angefangen mit dem Laufen. Als ich vor einigen Jahren in München gewohnt habe, dachte ich auch einmal daran „Hey, Laufen wär doch was“. Ich hab’s genau zweimal getan. Ampel-Stop-And-Go, überall Menschen, Stadt und Lärm. Nope. Not gonna happen.

Erlangen ist keine Stadt. Wohl eher ein Städtchen. Es hat einen Starbucks, ein Kino, Bahnhof mit S- und Zug-Anschluß nach Bamberg, Nürnberg und München. Alle Shopping-Möglichkeiten sind vorhanden, keines der Häuser ist richtig hoch und auf dem Marktplatz ist jeden Tag gefühlt Bauernmarkt mit Produkten aus der Region. Mehr Studenten als Siemensianer, entsprechend gibt es wenig attraktive Arbeitgeber neben eben besagtem Siemens oder Frauenhofer Institut. Hier steppt nicht der Bär und eine kulturelle Hochburg ist Erlangen auch nicht. Aber was Laufstrecken in Haustürnähe betrifft, alter Schwede, da rockt Erlangen aber wirklich.

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In München gibt es die Berge in greifbarer Nähe. Mit der BOB schnell erreicht, aber kostenintensiv – macht man das jedes Wochenende. In der Stadt gibt es Straßen, Parks und die Isar. Wer nicht bei/an/in/auf der Isar wohnt, muss da erst einmal hin. Das versaut schon mal jeden spontanen Lauf im Grünen, es sei denn man plant das am Wochenende.

In Erlangen gibt es Kiefernwälder. Den riesigen Reichswald. Den Donau-Kanal. Den Tennenloher Forst. Alles um Erlangen herum hat Wälder, Wege und Wiesen. Ob man mal kurz ein paar Kilometer durch ruhige Wohngebiete läuft, um dann nur im Sonnenschein dem glitzernden Donaukanal zu folgen oder man sich in den Reichswald stürzt, um in die Fränkische Schweiz zu laufen. Die Möglichkeit richtig lang, weit, frei und alleine zu laufen ist beinahe überall recht rasch geboten. Ein Blick auf die Karte reicht, um’s zu verstehen:

Endlos lange Wege, die die Wälder durchziehen, schattig, sonnig. Man kann zum nächsten Dorf laufen, oder einfach mal ganz tief in den Wald tigern. Man kann Intervalltraining machen, Geschwindigkeitstests, Dauerlauf und und und. Meine Füße fühlen sich hier wohl. Sehr wohl. Und meine Roclite sowieso. Und ich atme auch auf.

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Es gibt sehr viele Wald- und Forstwege, aber auch unzählige Trails, die ins grüne Dunkel führen. Anstatt wie im Nymphenburger Schlosspark überfüllte Trails zu haben, Touristen niederzurennen (beinahe) und sich der Tatsache bewusst zu sein, dass um einen herum noch immer die Stadt brodelt, ist man draußen. Und für mich bedeutet Laufen einfach draußen zu sein. Frei zu sein. Andere Läufer zu grüßen, aber im Großen und Ganzen für mich sein zu können. Die Natur zu genießen, Sonnenuntergängen entgegen zu laufen, durch Pfützen springen, sich auf den Wegen zu verirren und immer wieder schöne neue Plätze zu entdecken. Ob’s eine moosbedeckte Höhle im Sonnenlicht ist oder ein kleiner Teich mit Seerosen oder wilde duftende Lupinen am Waldrand.
Dafür laufe ich. Und für mich.

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4 Antworten zu “Laufen in Erlangen: Traumlaufstrecken in Haustürnähe

  1. Kleine Städte mit Wald habens schon in sich. Ist auch einer der wenigen Pluspunkte in meiner Heimat. Während meines Praktikums in Köln bin ich dagegen immer die gleiche Strecke gelaufen, immer am Rhein entlang, weil ich nicht durch die Straßen gelaufen wäre 😀

    • Hier in München laufe ich auch immer nur fast dieselbe Strecke, auf der ich einen Park durchlaufe oder so halberts Wiesen habe 😀 Was man nicht alles tut um die Stadt zu meiden 😉 Wo läufst du sonst?

  2. Pingback: Wenn das Laufen zum Arschloch wird: Langeweile & Enttäuschung | RunningCherry·

  3. Deine Beschreibung zum Laufen in um Erlangen herum, triffts haargenau. Bin im Sommer aus dem benachbarten Nürnberg hierher gezogen und fühl mich lauftechnisch gesehen, wirklich pudelwohl.
    Ob man nach Süden entlang des Kanals Richtung Fürth u. Nbg läuft oder westwärts Richtung der unzähligen Weiher des Aischgrunds, oder ost- u. nordwärts Richtung Fränkische Schweiz, man hat einfach soviele Möglichkeiten und von denen kann man dann auch jedesmal eine neue Variante entdecken, so dass das Laufen hier nie monoton und wiederholend wird.
    Wie Du schon sagst, hat man hier sehr viel Wald, geradezu ideal für wechselnde Trails 🙂

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