Rennrad-Lifestyle: Warum Socken rocken

Socken in Schuhen sind in jeder Sportart irgendwie ein Muss. Also diese Barfuß-Zehen-Affen-Schuhe mal beiseite gestellt. Oder Triathleten, die alle Sekunden aufsparen wollen. Oder Rennradfahrer, die sich barfuß in die Schuhe begeben und Schlüpper unter die Radhose anziehen. Socken müssen sein. Und beim Rennradfahren gibt es zwei Gruppen: die „so kurz wie möglich, Hauptsache Socken“ und die „The longer, the better und Farbe muss sowieso sein“ Fraktion. Und ich muss zugeben, dass coole Socken einfach rocken.

Am Anfang war ich Fan der kurzen Socken in meinen Radschuhen. Nun, ich hab einfach meine Laufsocken in meine Radschuhe getragen – Hauptsache Socken eben. Und ich werde das auch weiterhin machen. Aber meine Zuneigung zu den längeren, bunten und coolen Socken ist gestiegen. Warum? Dafür gibt es einige Gründe, mitunter die folgenden:

  • Ich bin ein Fan dezenter Kleidung, gedeckter Farben und ruhiger Muster. Aber Farbkleckse, die zu Highlights in den Klamotten, zum Rad, zu den Schuhen oder Kappe passen, finde ich super. Und genau dafür sind die Radsocken ideal.
  • Farbe im Radoutfit, die auch noch finanzierbar ist? Das wären dann Socken. Denn anstatt 5 verschiedener Trikots mit verschiedenen Farben oder Mustern hole ich mir lieber die Socken, um meinen Farbhaushalt aufzupeppen. Und ich kann sogar noch Essen kaufen – ehrlich ne coole Sache.
  • Kleine, kurze, stämmige Beine schauen mit längeren Socken nicht mehr ganz so stämmig und plump aus – es macht zumindest meine Beine etwas schlanker bilde ich mir ein. Finde ich mit den V-Beinen super.
  • Das Wandern durch Dornenhecken, Nehmen von Abkürzungen im Wald oder Klettern mit Rad über Bäume und Felsen kann böse kratzige Auswirkungen auf die Waden haben. Letztens extra getestet: Socken schützen und ich sah weniger zerstört aus, im Vergleich als ich mit kurzen Socken durch den Wald sprintete.

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Aber, wie gesagt, werde ich die kurzen Socken keineswegs verbannen oder für doof erklären. Ich mag meine schwarz-blauen Runnerspoint-Socken und meine Assos-Socken – ideal und schlicht. Denn auch lange Socken haben Nachteile, die ich auch noch immer voll verstehe und teile.

  • Tanlines. Man muss wirklich nicht noch beklopptere Tanlines herausfordern, die man sowieso schon durch Trikot und Radhose erhält. Warum bei sommerlichen Temperaturen also lange Socken statt kurzer tragen? Wirklich.
  • Hitze und Co schreien im Sommer quasi nach Kurz-kurz, da müssen luftige, kurze und leichte Socken her. Oder zieht man sich, weil’s fesch sein soll lange Armlinge bei 34 Grad an? Eben. (Okay, der Vergleich hinkt, aber trotzdem!)
  • Welcher Rennradler braucht am Fuß Schutz. Wer. Wirklich: Straßen-Dreck kommt sowieso an Beine&Co. und man duscht dann (hoffentlich) auch nach dem Rennradausflug. Also warum Socken „zum Schutz“ tragen? Ist doch genauso, als würde ich meine Regenjacke mit einem Regencape schützen. Damit’s nicht naß wird, aha.
  • Es schaut oftmals einfach falsch aus. Grellbuntes Oberteil von Castelli, farbige Tights von Schlagmichtot, rot-gelber Helm, grüne Sonnenbrille und dann vielleicht noch kariert-pinke Socken. Das führt zu fatalem Augen-auskratzen oder momentanen Erblindungen auf dem Rad mit schlimmen Verkehrsunfällen.
  • Zu lang, zu kurz, aber immer ein Möchte-gern-Feeling. Es gibt knallige und bedruckte Socken für mittel-lang (über dem Knöchel) und für sehr lang (irgendwas mitt-wadelig). Was ist die richtige Länge? Keine Ahnung, aber die falsche Länge langer Socken schaut seltsam aus.
  • Auch noch für Socken Geld ausgeben? Wo sind wir denn, geht’s noch? Rennradfahren ist ein teurer Sport, das Rad sollte Prio Eins sein und dann Helm, Schuhe, Brille und Hose. So Fashion-Gedöns wie Socken ist reiner Luxus, es reichen normale Sportsocken.

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Oder? Vor- und Nachteile stimmen irgendwie alle – mal mehr, mal weniger. Ich kann mich einfach nicht entscheiden. Während ich bei der Ausfahrt vom Bikedress meine „Look Mum No Hands“-Socken anzog kämpfte ich einerseits mit „Wow, wie cool die sind. Ich wirk auch garnicht so plump mit meinen Haxen! Das schaut einfach nur stylisch aus, geil!“ und andererseits mit „Oh wie toll, zauber dir noch mehr bekloppte Tanlines an den Körper. Tu so, als würdest du zu den Hipster-Lifestyle-Radlern gehören. Ganz großes Kino.“

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>>> Noch größeres lustiges Socken-Kino gibt’s hier

Aber mal ehrlich, es gibt doch soviele Sachen am Rennrad-Sport, mit dem man sich fanatisch auseinander setzen kann. Die einen sind die Handlebar-Tap-Jünger. Andere wiederum sammeln Helme. Manch einer kommt nicht zum Fahren, weil das Rad geupdated werden muss oder die Sonderedition der Giro-Rennradschuhe für 300,- Euro bestellt werden muss. Man könnte fast meinen, dass der Rennradsport so einige Wahnsinnige heran züchtet. Am Ende tolerieren wir alle, müssen wir ja auch – ein Gegeneinander in einem Sport wäre das Blödsinnigste was uns einfallen könnte. Und deswegen dürfen wir Socken-Fans, dazu zähle ich mich zu 50% schon, auch Socken nach Belieben shoppen. Tolle Firmen, alle natürlich nicht EU-ansässig, haben eine bombastische Auswahl an Socken:

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Vor allem letztere Marke wünsche ich mir sehnlichst nach Deutschland, weil ich dringend eine Weste und ein oder mehr Trikots haben will. Wenn es die denn mal für Frauen gibt (Taillenschnitt und so). Mit Socken kann man auch Statements abgeben. Von „Fuck Yeah“ zu „Do epic shit“ hoffe ich, auch solche Socken endlich mal besitzen zu können. Einer der irren Salzburg-Boys hat die schon und ich bin ganz begeistert.

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Also bleibt am Ende nur zu sagen: Socken rocken. Und auch wenn ich nicht begründen kann, warum sie rocken („Sind hübsch. Okay?“) werde ich sie dennoch weiterhin toll finden und als Farbklecks für meine zukünftigen Radtouren verwenden. Soweit es eben geht. Und als Dornenschutz beim Crossfahren. #sockgame und so.

7 Antworten zu “Rennrad-Lifestyle: Warum Socken rocken

  1. früher stand sogar was von „weiß“ im regelwerk… und es hat bis zu lance armstrong gedauert, bis längere socken überhaupt in erwägung gezogen wurden. in peter konopkas büchern heißt/hieß es: „rennradsocken sind weiß, eng anliegend und kurz. farbige socken sehen bei einem radrennfahrer nicht gut aus.“ schön, dass es unterschiedliche geschmäcker gibt 🙂 persönlich bevorzuge ich kurze socken in weißer grundfarbe.

  2. Socks rock!

    Oki, ich kann nur vom Alltag reden, da ich nicht Rennrad fahre, aber kleine bunte „i-Tüpfelchen“ find ich immer super, bei ansonsten ernst und seriös aussehenden Sportlern 🙂

  3. Beim Laufen darf es bei mir ja ruhig bunt sein – aber auf dem Rad ist die Socke kurz. Im übrigen aus ganz egozentrischen Gründen – die Radfahrermuskulatur am Unterschenkel sieht so einfach besser aus. Schaut wahrsch. (wie bei den Socken) kein Mensch drauf, aber ich fühle mich besser.

    • Lustig, beim Laufen hab ich es eigentlich gerne wie beim Laufen: Nicht so chaotisch bunt, aber mit Farbklecksen. Da die meisten Laufschuhe sowieso in Knallfarben sind und Oberteile meist leider auch nur knallig-knalliger-grell sind sind beim Laufen immer die Socken schwarz. Immer. Und übrigens, diese Radfahrermuskulatur ist definitiv sehenswert, da dürfen die Socken nicht zuuuuu lang sein 😀 ❤

  4. Ich finde die Socken toll! Sie sind motivierend! Allerdings würde ich auch eher an kühlen Tagen drauf zurück greifen. Wenn es draussen so richtig warm ist fahre ich entweder ohne oder mit ganz ganz kurzen Socken. Aber im Frühjahr oder Herbst – warum nicht!

  5. Pingback: Fingerscrossed Design: Hell Yeah Socken | RCP Blog·

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