Das Edge 1000 von Garmin: „Ich kann nicht leben ohne dieses Ding!“ (Eine dramatische Liebesgeschichte)

Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich ihn das erste Mal in der Hand hielt. Es war ein sonniger Tag, das Paket von Garmin stand in meiner Wohnung und voller Überraschung hielt ich ein mittelschweres hochwertiges Tool in meiner Hand. Der Edge 1000. Dieser Tag sollte mein Leben verändern – also zumindest das Rennrad-Leben, wir wollen nicht allzu dramatisch wirken.

Ich: Huch… was bist denn du?
Edge: Hi there sexy (tiefe männliche Stimme). Nice to meet ya sweetie.
Ich: …
Edge: …
Ich: Okayyyy.
Edge: Yeeeeeah.
Ich: Und nun?
Edge: You have to… (flüstert) undress me babe!
Ich: …
Edge: …
Ich: Na gut, wenn’s sein muss.

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Der Edge 1000 wird ausgezogen ähm ausgepackt

Schön verpackt war er auf jeden Fall und es schien ein Alleskönner für Rennradfahrer zu sein. Zumindest sagte die Verpackung, dass er Strecke, Zeit, Kadenz und Kartendarstellung alles drauf hätte. Genau das, was ich für neue Touren brauchte und für das Aufzeichnung meiner Strecken. Problem war nämlich, dass mein iPhone mit Strava nicht ganz so wollte, wie ich mir das vorstellte. Es sagte meist nach 4 Stunden dann „Servus, habe die Ehre, ich muss in Biergarten.“ und schaltet sich off. Fies, wenn die Tour noch nicht beendet ist, noch fieser, wenn man Google Maps zum Orientieren gebraucht hätte. Hallo Pampa, hallo Wildnis, hallo Abenteuer. Un um diese eigentlich schönen Abenteuer etwas mehr strukturieren zu können, wollte ich den Edge 1000 austesten. Ein Fehler. Ein folgenschwerer Fehler. Denn es war Liebe auf den ersten Blick, auch wenn ich an soetwas nicht geglaubt habe. Aber als er mir unschuldig nackt auf der Hand lag, mit der Schutzfolie auf dem Display, da war es geschehen.

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Natürlich spielt das äußerliche eine Rolle, ich schaue gut gebauten, athletischen und ästhetischen GPS-Geräten viel lieber bei der harten, schweißtreibenden Arbeit zu, als anderen. Jedoch ist das, was unsere Beziehung so besonders machte, viel tiefer und viel mehr als nur das rein äußerliche Anhimmeln gewesen. Aber ja, er fühlte sich gut an und ich fasste ihn gerne an. Es war so einfach die richtigen Knöpfe zu finden, um ihn anzumachen, ihn zum Laufen zu bringen und ihn genau das machen zu lassen, was man wollte. Und andersrum war es genau dasselbe: Er gab mir was ich wollte, auch über einen längeren Zeitraum hinweg.

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Touch me baby, use me right – wie der Edge 1000 so funktioniert

Über den On/Off-Button ging der Edge 1000 schnell an und nach Touren auch wieder aus. Zwei große Knöpfe am unteren Display waren einmal das Home/Start/Stop und einmal das Zurück. Da der Edge ein Touchscreen hat konnte man nicht nur drücken und tappen, sondern auch Wischen – manchmal mochte er das Berühren etwas fester, vor allem beim Wischen musste man kontrolliert den Fingern über den Screen gleiten lassen. Gut so, denn zufällige Bewegungen lösen somit keine ungewollten Aktivitäten oder Aktionen (oder Reaktionen) aus.

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So eine Liebe kommt natürlich nicht ohne eine Vergangenheit, aber etwas Geduld und Fieselei waren auch die dann befestigt: Trittfrequenzmesser und Geschwindigkeitsmesser. Und nach ein paar Gesprächen waren wir uns einig, dass diese Messer uns nur helfen konnten. Mit dem Edge 1000 konnte ich nun mein Grundlagentraining in die Tat umsetzen und merkte, dass meine Trittfrequenz Verbesserung bedarf.

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Um ihn immer bei mir haben zu können – wahre Liebe eben, die die Liebe zum Radeln teilt – habe ich es am Lenker unkompliziert mit der Vierteldrehunghalterung angebracht. Vierteldrehung? Ja, man dreht ihn mit einer Vierteldrehung in die Halterung und es sitzt bombenfest. Dazu gäbe es noch die Aero-Lenkerhaltung, die flexibler und nicht an den Lenker fixiert ist.

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Schaut gut aus und hat was auf dem Kasten

Der Edge 1000 sieht nicht nur toll aus, sehr fesch, sondern wiegt auch nicht viel. Er achtet eben auf gute Ernährung und auch auf die richtige. Zusätzlich zur Attraktivität ist er auch noch sehr gebildet. Mit der Europa-Fahrradkarte kann man sich Touren anzeigen lassen und sich über die Karte egal wo man ist informieren, was in der Nähe ist – oder wo man selbst ist. Aber er lernt auch schnell: Routen auf Gpsies oder Strava kann man unkompliziert runterladen oder direkt an das Gerät schicken. Einfach dann die Route auswählen und starten, er manövriert einen übersichtlich herum – leider korrigiert oder adaptiert er nicht die Strecke, wenn man eine Abbiegung nicht genommen hat, aber 5 Minuten später wieder auf der richtigen Straße ist. Da ist der Edge 1000 schon sehr korrekt und erinnert einen ständig daran umzudrehen, egal ob man die Route korrekt fährt.  Da sollte er sich mal etwas entspannen… Aber in jeder Beziehung krieselt es manchmal.

Der virtuelle Partner ist auch etwas, dass der Edge 1000 zum perfekten Beziehungspartner macht: er fordert einen ständig, wenn man will. Mit ein paar Wischern auf dem Display während einer Fahrt sieht man dann einen potentiellen und rein virtuellen Trainingspartner, der einen zieht. Ist manchmal sehr lustig diesen „einzuholen“, was natürlich nicht funktioniert. Aber das pusht zumindest die Durchschnittsgeschwindigkeit und/oder Kadenz. Wenn man das nicht mag, kann man einfach rumswitchen: Übersicht anzeigen lassen oder auf der Karte der Strecke folgen (hilfreich, wenn man eine neue Strecke fährt, da man hierfür den farbig markierten Verlauf der Strecke folgen sollte).

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Das Problem vieler GPS-Geräte: der Akku

Manchmal geht dem Edge aber auch der Saft aus, mit dem Anschluss hinten, der wasserdicht geschützt ist, kann man es schnell am PC anstecken und aufladen. Hilfreich wäre hierfür sich einen USB-Adapter zu holen, weil die Bindung an den PC schon etwas nervig ist. Diese Zocker halt, mensch… Ich empfehle immer darauf zu achten, das Edge auf 100% oder auf den oberen Prozentbereich geladen zu haben. Je weniger Saft, desto kürzer hält es aus und Zusatzanwendung wie Suchen auf der Karte, Pausierungen oder Rumwischen auf dem Screen saugen verstärkt den Edge leer. Es gab Tage, da haben 48% Akkuladung für nur 3 Stunden ausgereicht. Wer also eine Langzeitbeziehung mit dem Edge plant, der sollte einen Zusatzakku dabei haben. Laut Garmin sind 15 Stunden angegeben, ich wage das zu bezweifeln. Dafür aber bietet der Edge viel und schaltet nachts auch noch auf Nachtmodus um – einmal mein einziges Licht, als ich im Dunkeln über Schäftlarn zum nächsten S-Bahn-Hof gehetzt bin. Momente voller Panik.

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Herzfrequenz, Training und Intervalle – ein Trainingspartner aus dem Buche

Weil Gesundheit natürlich auch wichtig ist – mein Edge ist eben besorgt um micht – ist auch ein Herzfrequenzmesser dabei und wird rasend schnell erkannt. So kann man, wenn man beispielsweise herzfrequenzbasiert trainiert, eine gute Übersicht behalten. Aber auch das Erstellen von Trainingsplanen und Intervallen und dem Abrufen bzw. Aktivieren über das Edge ist problemlos machbar. Sollte man gewisse Werte als wichtig empfinden, im Stil von „Nicht über Herzfrequenz 190 hinaus“, dann kann man das ebenfalls einstellen – der Edge 1000 als Wecker quasi. Also sexy Wecker. Das Video hier ist super, noch hab ich allerdings nicht alles so getestet wie das Video mir vorschwärmt (Tracking?) – das Senden allerdings geht gut. (Achtet auf die Vierteldrehung 😀 )

Leb wohl mein Edge 1000 vs. Kaufempfehlung

Wie ihr sehen könnt: Eine wunderbare Liebesgeschichte hat sich da entwickelt. Wir gehören zusammen, passen zusammen, radeln zusammen… ach, gibt es da noch mehr zu sagen? Aber wir wurden getrennt, der Edge 1000 wurde mir aus den Händen gerissen und ich verirrte mich bei der nächsten Fahrt schon wieder in der Pampa bzw. auf der Schnellstraße. Hm.

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Oh Liebling, wo auch immer du jetzt bist, ich bin mir sicher du wirst sicher so sehr geliebt wie ich dich geliebt habe und es noch immer tue. Ich als Produkttester muss dieses schwere Schicksal akzeptierten, damit leben und klar kommen. Irgendwann, ja, irgendwann sind wir wieder vereint. Denn der einzige Stein, gerne auch Berg, Geröllhaufen oder Schlucht, der uns trennt ist der Preis: 579,00 Euro als Bundle-Preis. Für das, was der Edge 1000 kann, ist es ein angemessener Preis.

Nun denn: Leb wohl mein geliebter Edge 1000, ich wollte dich nicht gehen lassen – wir sind für einander gemacht! Halte durch oh Held meiner traumlosen Nächte, bald werde ich dich freikaufen!

8 Antworten zu “Das Edge 1000 von Garmin: „Ich kann nicht leben ohne dieses Ding!“ (Eine dramatische Liebesgeschichte)

  1. Dein erotischer Testbericht weckt selbst bei mir Begehrlichkeiten, obwohl ich noch nicht mal Rennrad fahre… 😀 Sehr schön! Ich hoffe, dass Du bald die nötigen Euronen beisammen hast, oder Garmin Dir ein verspätetes Weihnachtsgeschenk macht. 🙂

    • Hihi – das war überhaupt garnicht beabsichtigt 🙂

      Ich spare einfach weiter, das nächste Weihnachten kommt bestimmt mal. Ich durft’s ja schon testen, aber vielleicht hat Garmin ja eins einfach so rumliegen 😀

  2. Oh was für ein Drama! Hast Du denn mal an eine kurze schmutzige Liaison mit dem entfernt verwandten Edge 500 gedacht. Er ist noch klein und unerfahren, aber er würde Dir sicher auch sehr treu sein!

    • Ich muss mir wohl eine kleine Affäre holen, aber dennoch… einmal verliebt, immer verliebt. Jetzt gerade hab ich mir sowieso ein neues Rad geholt, da muss eine andere Neuanschaffung noch ein bisschen warten. Zeit genug, um online zu vergleichen 😀

  3. Hallo,
    gerade Deinen Testbericht gelesen und sehr schmunzeln müssen 🙂
    Ich nutze den Edge 1000 auch seit Ende letzten Jahres (Weihnachten um genau zu sein 😉 und bin ebenfalls sehr begeistert.
    Ein kleiner Hinweis noch, Du findest das Edge 1000 Bundle (also mit Sensoren und dem ganzen Krempel) schon für ca. 450.- €. Ich habe meinen von Bike-Discount – was jetzt keine Werbung sein soll – aber vlt. hilft das Dir ja Deine große Liebe wieder etwas schneller zurück zu bekommen 🙂

    • Hey, danke dir! Ich muss nur gerade alles an Kleingeld zusammen kratzen, um meine neue Gabel, neuen Lenker und neues Laufrad zu kaufen 🙂 Damit ich dann auch ein Rad habe, das ich nutzen kann!
      Aber wenn ich dann im Laufe des Jahres wieder zu Geld komme, dann werd ich auf jeden Fall auf Bike-Discount schauen, da hab ich auch mein neues schönes Laufrad her 😉

  4. Hallo,
    ich habe mir nun auch einen Edge 1000 (via Amazon) zugelegt – und wollte das Gerät installieren. Nun fehlte im Paket an der Aero Halterung die Inbus Schraube zur Befestigung am Lenker.
    Alles zurück zu Amazon wg. einer Schraube will ich – kenne aber auch nicht Typ der Inbus Schraube.
    Könnt Ihr mir weiterhelfen ?

    • Hi Dietmar,
      blöd, dass gerade die Schraube fehlt, aber kontaktiere auf jeden Fall mal Garmin hier https://www.garmin.com/de/support/support-reparatur/kontakt/ und lass sie wissen, dass was fehlt. Dann würde ich an deiner Stelle zum Baumarkt gehen und die Schraube einzeln kaufen, die gibt es da sicherlich und dein Problem ist dann recht schnell gelöst. Oder du wartest auf Feedback von Garmin und machst eben statt der Aerohalterung derweil die Halterung mit den zwei Gummis am Lenker fest – so wärst du auch Garantiemässig auf der sicheren Seite 🙂
      Viele Grüße!

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