Zeit für Yoga. Oder: Wie ich merkte, dass ich ein Stück Brett bin.

Ich komme mit den Fingern zu meinen Füßen. Sogar mit den Handflächen auf den Boden, während meine Beinchen durchgestreckt sind. Jaha, ich bin nun mal trainiert. Dachte ich. Bis ich Yoga letztes Wochenende anfing. Wieder anfing. Vor 3 Jahren gab es mal einen kurzen Versuch, der scheiterte aber an irgendwas – ich nenne es mal ehrlicher Weise „Zigarettenpause“. Da ich nicht laufen darf – weil das hier immer noch aktuell ist – mache ich also maxxF. Das geht aber nicht jeden Tag, also wechsel ich mit irgendwas anderem ab. Irgendwas? Nein, nicht irgendwas: Yoga!

Warum aber Yoga? Es stärkt die Muskeln, fördert das Gleichgewichtsgefühlt und die intermuskuläre Zusammenarbeit sowie ein gesundes Maß an Körperbeherrschung und Beweglichkeit. Über eine nette Empfehlung auf Twitter holte ich mir auf Yoga Download gleich eine Anfängerfolge Power Vinyasa mit Figuren-Übersicht und legte los. Power Vinyasa kenne ich von eben dem Yoga-Versuch von vor 3 Jahren. Hat mit Atmen und so zu tun. Dehnt… irgendwie. Ist einfach… vielleicht. Ach, keine Ahnung, es ist eben Yoga. Dehndings-Meditations-Kurs. Wos woaß i.

Auf Yoga Download werden die Kurse auf Englisch angeboten und die ersten 20 Minuten Kurs waren eher verwirrend als … entspannend. Oder fördernd. Fordernd. Früchtetragend. Manchmal geht’s recht flott voran, manchmal eher behäbig weil wir deeper in the position sinken sollen. Übrigens atme ich doppelt so schnell wie die Dame, die die Anweisungen gibt. Wieviele von den Yoga-Ausübern atmen wohl in genau diesem Takt und finden Yoga am Ende nur deswegen so toll, weil sie durch Sauerstoffmangel Halluzinationen erleben?

Nun gut. Yoga besteht aus einer Abfolge von bestimmten Bewegungen, in Absprache mit dem Atemrythmus – je nach Yoga-Art verweilt man manchmal länger in Positionen, andere Arten legen den Fokus eher auf die geschmeidige Aneinanderreihungen der Figuren. Und Yoga setzt ein gewisse Anzahl an stretchfähigen Körperteilen voraus sowie Körperbeherrschung.

Bildschirmfoto 2014-02-22 um 17.15.58

Und das war der Moment, in dem ich realisierte, dass ich ein Stück Brett bin.
Juhu, ich kann meine Füße mit den Händen berühren.
Aber mehr geht kaum. Kopf gegen die Schienbeine drücken? Hände auf die Vormatte, mit einem Bein stehen und das andere hoch hinauf in die Luft strecken und halten? In die Hocke gehen und die Arme gerade nach oben strecken, halten (Utkatasana)? Oder alle Sorten von Figuren, die ein „nach hinten beugen“ enthalten – wobei ich noch immer darauf warte einfach in der Mitte auseinanderzubrechen und als Kugel durch den Raum zu rollen?

Das alles sind Herausforderungen par excellence für meinen Körper, woha. Wie hat mein Körper denn das Laufen, Springen und Hüpfen ausgehalten? Dennoch hat das vierte Mal Yoga schon einiges an den Ablauf- und Figurenverständnisproblemen gelöst.
Aber ich glaube, ich fürchte, ich mutiere langsam zu einem Baumstamm. Nicht mehr nur ein Brett, sondern ein kompletter Baum. Dehnbar zu sein lag mir noch nie wirklich, aber mein Gleichgewichtssinn war schon mal besser. Und die Blockade im Schulterbereich war auch mal weniger starr.

Yoga, liebes liebes Yoga, mach mich doch wieder normal beweglich. Das hilft sicherlich beim Laufen. Und generell auch so beim Wohlfühlen. Schau – ich hab auch schon eine schöne Yoga-Matte gekauft, let’s do this!

7 Antworten zu “Zeit für Yoga. Oder: Wie ich merkte, dass ich ein Stück Brett bin.

  1. Es wird dir helfen! Ganz sicher!! Und bei den Rückbeugen ist vor allem wichtig, dass du im unteren Rücken stabil bist, nur dann kannst du dich Milimeter für Milimeter langsam nach hinten beugen – ohne das Gefühl zu haben, dass der Baum bricht. Wie das geht? Beim Ausatmen Bauchdecke nach innen ziehen und damit den Bauch fest machen und trotzdem das Steißbein nach unten ziehen. Voilà: stabil! Wünsche dir viel Freude. Und das mit dem langsameren Atmen kommt auch mit mehr Übung. Und mit dem langsameren Atmen wird auch der Geist ruhiger.

  2. Pingback: Ich darf wieder laufen! Lösung (scheinbar) für das Läuferknie gefunden | RunningCherry·

  3. Da schreibe ich gerade einen Beitrag über meine Yoga-Erlebnisse, google Positionen und komme auf deinen wunderbaren Post! 🙂 Die Flexi-Probleme kann ich super nachvollziehen. Ich komm mir zwar nicht unbedingt vor wie ein Baum aber es ist sowas in der Art. Viele Grüße Nadine

    • Hehe – diese Positionen haben’s etwas in sich 🙂 Darf ich dich dann junger Baum nennen? Ich bin einer der alten, wahrscheinliche eine steife alte Eiche 😀
      Wie geht’s bei dir und Yoga voran? Viele Grüße!

      • Haha, ja nenn mich Baum!!! Es geeeeeeht so. Werde schauen dass ich jetzt jeden tag durch ziehe und mich bisschen mehr aufs „Energie suchen“ konzentrieren. Danke dir!!;-)
        Machst du noch Yoga?

      • „Junger“ Baum nicht zu vergessen 🙂 Ich hab eigentlich noch bei Lululemon was gut und wollte da mal unter Anleitung die Grundlagen vertiefen, aber das wird wohl nix – ich fang jetzt wieder von vorne an. Der Anfang macht tägliches Medititieren, also Zazen 🙂 Und es ist einfach sehr frustrierend zu sehen, wie brettartig ich bin -.- Mönsch…

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