Trailrunning Festival in Salzburg – Wenn Irre durch die Altstadt brettern

Trailrunning in der Stadt? Gibt’s das denn überhaupt und muss das denn wirklich sein?

Außerdem… Trailrunning ist das doch dann nicht wirklich, oder etwa doch?

Nun, bevor wir die schwierige Definition von „Trailrunning“ angehen – da scheiden sich ja eh die Geister – kann das Festival in der schönen Stadt Salzburg lieber einmal beschrieben werden. Denn das war prima, aus mehreren Gründen. Am 26.10.2013 fand das zweite Trailrunning Festival in Salzburg statt – ein Doppel-Event, das über Samstag und Sonntag ging und zwei vollkommen verschiedene Läufe kombinierte. Natürlich musste man nicht beide Läufe absolvieren, man hatte die Qual der Wahl und nahm man beide Läufe, dann wohl tatsächlich etwas mehr Qual. Salzburg als Altstadt ist für das Laufen wunderbar geeignet. Schon beim Salzburg Marathon im Sommer durften die Läufer die die wunderschöne Altstadt, an und in kleinen Gassen entlang, die Salzach überquerend und in schönster Burglandschaft die Gegend geniessen. Wer kann sollte dringend nächstes Jahr den 10km-Lauf, Halbmarathon oder Marathon in Salzburg einplanen. Nach so einem Lauf ist die Aussicht auf die Berge bei schönem Frühsommerwetter umso schöner. Zurück zum Trailrunning Festival.

Der erste Lauf am Samstag war ein Urban-City-Trail. Also quer durch die Stadt. Na, eigentlich ein Festungslauf, denn die flachen, ebenen Stücke hielten sich fabelhaft im Hintergrund. Mit 6,7km Distanz und 254 Höhenmetern schlängelte sich dieser Lauf kurz durch die Altstadt bevor es losging: Stufen. Viele Stufen! Auf nach oben und dann noch etwas weiter nach oben. Die Stücke, die dann nach unten gingen bereiteten so manchen Läufern Probleme, denn die waren gut steil – vor allem mit Asphalt-Kopfsteinpflaster-Kombination. Nach dem ersten Stück nach unten ging es etwas gerade aus, bis der nächste Anstieg noch oben folgte. Der schöne Kopfsteinpflaster-Downhill brachte einen dann wieder zum Startpunkt und die Runde startete von Neuem. Nach einer zweiten Umrundung der Festung – mit seinen Höhen und Tiefen – ging es dann endlich ab nach oben. Und das ging flott nach oben! Treppenstufen haben es auch wirklich in sich, böse böse Sache, wenn man so wie ich vollkommen untrainiert da ran geht.

Foto 1 Oben in der Festung angekommen zahlen wir keine 4,- Euro Eintritt sondern gehen ähm laufen weiter nach oben. Und das Tolle daran: Wir laufen in der Festung! Wendeltreppen auf und ab (Gott, da wird einem schwindelig…) und alte Gänge, die schaurig-schön beleuchtet waren, entlang. Im Innenhof dann ist das Ziel – das hört man aber schon von weitem, denn warum auch immer brüllen sie den Namen. Spornt an und macht irgendwie stolz. Und man passt doppelt so stark auf, dass man nicht hysterisch siegessicher da hoch brettert nur um dann bewusstlos wieder runter zu kullern. Hust. Atmen, Frau Kirsch, atmen.

Und wer oben ist kann bei Getränken und irgendwelchen Snacks sich stärken. Da ich eine der letzten war und das offenbar nicht im Lauf eingeplant war, dass Läufer auch länger als 45 Minuten brauchen, gab es noch 4 Salzstangen und ein verranztes Stück Banane. Schade. 😦 Mit der Bahn konnte man gleich runter fahren oder zu Fuß einen schönen Lauf nach unten einlegen. Vorher sollte man trotzdem die Aussicht auf Salzburg und auf die Berglandschaft mit dem Untersberg, Staufen, schlafende Hex und und und genießen. Hach…

Salzburg

Am Sonntag wäre dann noch der Gaisberglauf gewesen. Ein unscheinbar wirkender Lauf, der es aber in sich hat. 7,7km und ganze 855 Höhenmeter. Uffa! Und die besten vom Festungslauf durften als Vorhut starten und das Kombipaket der beiden Läufe hätte wirklich einiges in sich. Für die meisten Läufer jedoch – nehme ich einmal an – war das eher wie ein Familientreffen. Irgendwelche Berglaufweltmeister John Wyatt und Bezirkschampions und erprobte, gesponserte Berg- und Trailläufer waren da. Ich fühlte mich tatsächlich etwas fremd, so ganz normal ohne jahrelange Profierfahrung und ohne gebrandeten Laufklamotten.

Ich hatte keinen UTMB-Rucksack dabei, hatte kein neutralen Gesichtsausdruck vor, während und nach dem Lauf und ich begrüßte nicht die meisten der teilnehmenden Läufer mit Handschlag und Schulterklopfen. Liegt wohl daran, dass ich ein Jungspunt bin und erst seit einem Jahr laufe. Aber schade, denn ich verstehe schon, warum sich manche von solchen Events etwas abschrecken lassen und die Aussage „Ich bin noch so unerfahren“ als Entschuldigung aufbringen. Ich hab auch Panik geschoben. Fest damit gerechnet währenddessen umzukippen. Oder mich irgendwo ins Gras zu legen. Oder sonst was. Aber trotzdem wollte ich da dabei sein, es mal ausprobieren. Und ein paar „normale“ Läufer gab es auch noch, mit denen man sofort ins Gespräch kam. Sich austauschen konnte und auf eine offene Art stieß. Leider so nicht bei den „Profis“. Trotzdem war es für mich awesome.

Salzburg_Madeit

Nächstes Jahr bin ich trotzdem wieder dabei, ein Gesicht kenne ich ja schon: Die Manuela (oder auch Laufwelt ), die ich über Twitter kennen gelernt habe und mich spontan mit ihr dort getroffen habe. Wunderbar, wie toll einfach Twitterer sind. Hier sind wir auch wunderbar fit vor dem Lauf – und noch guten Mutes, da wir nicht wissen, dass uns gleich einige Stufen erwarten (Danke für das Bild Manu!) Foto 2 Und wie gesagt, 2014 sind für mich beide Läufe drin und davor gibt’s auch etwas Training. Dann brauch ich keine 51:15 Minuten für die Strecke und Höhenmeter sondern etwas weniger. Hoffe ich 🙂

5 Antworten zu “Trailrunning Festival in Salzburg – Wenn Irre durch die Altstadt brettern

  1. Schöner Bericht! Allerdings bin ich nicht die Melanie sondern die Manu 🙂 Und nächstes Jahr rocken wir dann Salzburg erneut 🙂

  2. Der erste Lauf klingt nun wirklich nicht nach Trailrunning, aber wie du sagst, es geht nicht um den Begriff sondern um das Erlebnis. Und das klingt wirklich nach einem starken Erlebnis!

    Was das Gefühl betrifft, nicht so recht dazuzugehören: Das ist beim Ultramarathon auch so. Da kennt von den „anderen“ auch jeder jeden. Aber warte nur ab. Sei ein paar Mal dabei und du gehörst dazu 😉

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