Wenn ich seit 3 Wochen nicht mehr richtig laufen war – Panikbucheintrag Nr. 1

Ich drehe etwas leicht am Rad. Ich zähle mich ja nicht zu denen, die jeden Tag laufen gehen. Oder tagtäglich dem Laufen mindestens die Hälfte des Tages zur Verfügung stellen mit Kraftübungen, Laufen, Lauftechnik und und und. Ich laufe, weil ich es geil finde. Und jetzt leide ich. Weil ich seit meinem Urlaub in Salzburg und am Ammersee nicht mehr „richtig“ laufen war. Zweimal habe ich mich rausbekommen und bin kleine Ministrecken von 6km gelaufen.

6km. Letztes Jahr war ich danach fertig und irre stolz. Jetzt wird’s ab Kilometer 5 gerade schön warm und der Kopf frei. Und ich sehne mich nach den langen See-Wald-Bergen-Läufen nach Wäldern und schönen Landschaften und lustigen Trails und rasantem Bergrunter-über-Wurzeln-Springen. Gibt’s hier aber nicht, also schon, aber nicht. Ehm.

Seit 3 Wochen also nicht mehr laufen gewesen. Obwohl ich davor mindestens jeden zweiten Tag wenn nicht sogar teilweise jeden Tag unterwegs war. Und was passiert? Ich werde rückfällig. Naja, so drastisch ist es jetzt auch nicht, aber trotzdem: Kopfschmerzen, die ihren Ursprung im Rücken finden, malträtieren mich wieder einmal. Ganz zu schweigen davon, dass versuche mir den Kiefer zu zerstören indem ich nachts und tagsüber einen immensen Druck aufbaue. (Mein Osteopath war vollkommen entsetzt wie verkrampft ich da wär, merci, danke.) Ach ja, kacke schlafen krieg ich auch noch hin und wie irre von A nach B und wieder zurück laufen und ans Laufen denken aber…

Aber. Ich schaff es nicht raus. In meinem Kopf hüpft der Untersberg, der Predigtstuhl, die schlafende Hex, der Ammersee, saftig-grüne Wälder und glitzernde Sonnenflecken vor sich hin. Ich blicke raus und sehe die Hochhäuser Erlangens, etwas Wald, dann Hochhäuser und altbekannte abgelaufene Strecken auf dem Asphalt. Ganz zu schweigen von Kiefernwäldern: schön, irgendwie, aber nicht meins. Theatralisch seufz und jammer.

Immer wieder laufe ich im Traum. Ich hoffe, dass das irgendwann mal zum Schlafwandeln führt, zwar nicht in Pyjama&Co. sondern schon ordentlich, aber letztens im Traum bin ich auch in einem bayrischen Dorf bei Sonnenaufgang unterwegs gewesen. Und weil ich einfach musste, bin ich losgelaufen – mit Ballerinas. Und fuck it, es lief. Im Traum.

Mein Kopf explodiert sowieso gerade. Wieso? Weil: Der Umzug nach München steht um, ich muss ausmisten, was werf ich weg, wohin mit den Klamotten, hab ich genug Kisten, welche Farben nehme ich, hab ich endlich eine Küche, wann hol ich die ab, was ist mit der Waschmaschine muss die jetzt abgeholt werden ich muss den Sprinter organisieren wer fährt den und wer hilft mir eigentlich und wann mach ich DIE BACHELORARBEIT! fertig und übrigens wann fahr ich zu Ikea mit welchem Auto hab ich eins nein aber ich muss also online bestellen und welches Bett und wie ist das jetzt mit der Arbeit und übrigens die Wohnung ist so tollichwilldienichtweggebenaberichmussundwiewirdmünchenaußerdemwiefinazierichdasjdfldsjflkdsajfldsjfdlsafd.

Lufthol.

Ich denke, dass der erste Lauf in München eine Art von Befreiungslauf wird. Auch wenn ich mich nicht freue, da es Stadt zum Laufen ist und ich erst einmal zum Park hinlaufen muss. Bäh. Ich such lieber gleich mal schöne Waldstrecken in und um München raus. So mit Trails und so. Hilfe.

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