Online-Scans als Rettung und treue Manga-Fans

Wer kennt sie nicht, die Plattformen, auf denen man als Comic-Fan so jeden Manga finden kann, der erschienen ist. Und erscheinen wird. Vor allem letzteres ist ein großer Vorteil dieser Seiten, die von fleißigen Teams am Leben gehalten wird. Von den Fans ganz zu schweigen, die über neue Kapitel diskutieren, auf den allerneusten Scan hinfiebern und über Charaktere streiten. Diese Fans sind die besten und treuesten Fans, die sich ein Verlag eigentlich wünsche könnte. Und jeder Autor und Zeichner (Mangaka).

Aber das kleine Problem ist, sehr schlaue Leser werden es schon ahnen, dass diese Scan-Ins eben nicht vollkommen legal sind. Jemand in Japan kauft sich den allerneusten Band von Fairy Tail, scannt diesen ein und macht sich mit Bildbearbeitungsprogrammen an die Übersetzung des Japanischen/Koreanischen. So können weltweit die wartenden Fans nur kurze Zeit nach Erscheinen des Originals schon das aktuellste Kapitel ihrer Serie lesen.

Und warum macht man das? In erster Linie, weil kein Verlag es schneller anbietet als die Scan-Plattformen. Und weil viele der Manga-Fans nicht unzählige Bände von Serien kaufen wollen, die dann daheim im Weg stehen. Allein der weltweit beliebte Manga „Bleach“ hat 53 Bände und ist noch nicht abgeschlossen. Andere Serien wie „Naruto“ und „Naruto Shippuuden“, „Dragon Ball“ und „Dragon Ball Z“, „Ranma 1/2“ oder „One Piece“ weisen ebenfalls eine große Anzahl an Bänden auf, die aber immer wieder gerne gelesen werden.

Was also tun, wenn man unbedingt weiterlesen will, aber es noch dauert bis entweder ein Verlag die Rechte an der Manga-Serie erhält oder der gewünschte Band erscheint? Genau, man sucht online. Wenn man Filme, Serien und Musik online findet, dann doch auch Comics. Und damit liegt man vollkommen richtig. Bevor ich hoffe, dass Verlag XYZ die Rechte ergattert und dann irgendwann einmal der Comic auch tatsächlich in Deutschland erscheint oder ich versuche ich ihn auf amazon.com zu kaufen, lese ich ihn doch einfach online. Und zwar immer und immer wieder – ohne große technische Probleme und meistens zufriedenstellende Qualität.

Wer einen Blick auf die Seite von VIZ Media wirft, wird sehen, dass die Amerikaner schon etwas auf den Zug „Digital“, „ebooks“ und „Give the people what they want“ aufgesprungen sind. Mit einer interessanten App kann man die Mangas auf iphone, ipad oder PC lesen. Die Hüll-App ist ein Reader und ein Shop, sodass die gewünschten Mangas gekauft und gelesen werden können. Zusätzlich bietet VIZ eine digitale Version von „Shonen Jump“ an, die mit einigen Vorteilen aufwarten kann und sicherlich die Fans glücklich machen kann, wie nichts anderes:

Zusätzlich gibt es Shonen Jump Digital Warp, damit Mangas wie Bleach auf ein Level mit Japan gebracht werden. So können die Leser in den USA ohne etwas verpasst zu haben, die neuesten Kapitel im „Shonen Jump Alpha“ in digitaler Form lesen.Über die App gibt es Anfang kostenlose Exemplare, die man sich holen kann. Danach kostet ein Band dann 5$, was im Vergleich zu 8$ auf Amazon noch günstig ist. (Da ich leider nicht auf alle Seiten Zugriff habe und die App leider nicht für Europa gedacht ist, kann ich keine genauen Informationen mitteilen, freue mich jedoch, wenn jemand in der Lage dazu ist!)

Interessant fände ich persönlich auch eine Flatrate für beispielsweise 24,99 $ für den Kauf von Mangas über die App, die im Flatrate-Abo dann mit einem Mengenrabatt versehen sind – schwierig jedoch auf dem deutschen Markt, wenn wir uns die Buchpreisbindung ansehen. Eventuell kann man bei Flatrates mit Extras oder schnellerem Zugriff auf neue Kapitel ausweichen, dennoch wäre es für die deutschen Verlage wie Carlsen, Egmont und Tokyopop ratsam in dem digitalen Bereich aktiv zu werden. Oder erste Schritte zu machen, um nicht Leser zu verlieren. Natürlich muss der Lizenzhalter wie die japanischen Verlage Shogakukan, Kodansha, Kadokawa oder Shueisha auch mitspielen, aber deren erste Furcht ist das Auftreten der mangelnden Wertschätzung der Arbeit der Autoren und Zeichner. Kann man ihnen verständlich machen, dass durch eine multilinguale Plattform die Leser eher bereit sind dafür zu zahlen, wenn dafür hochwertige Qualität gewährleistet wird? Dass die Leser deswegen abspringen, weil sie das, was sie wollen und bereit sind, dafür Geld auszugeben, nicht bekommen können?

Aber um nicht schwarz zu malen, möchte ich hier noch sagen, dass das Lesen digitaler Scan-Ins von Mangas nicht gleichzeitig bedeutet, dass kein einziger Print-Manga gekauft wird. Es gibt Sammler, eingefleischte Fans und Leser, die etwas haptisches bevorzugen oder der Vollständigkeit halber die gedruckten Comics kaufen. Dann gibt es noch Artbooks, Soundtracks, Merchandising und andere Sachen, mit denen auch Umsatz erzielt wird. Vergessen wir nicht: Mangas leben von einer Fangemeinde. Und die muss auch die Freiheit haben dürfen in gewissen Maße ihre Fantasie freien Lauf lassen zu können. Momentan ist diese Fangemeinde vor allem durch das Internet vernetzt und in diesem auch aktiv, warum sind es die Manga-Verlage nur noch nicht?

Falls jemand weitere Informationen hat über VIZ Media, deutsche Verlage, japanische Lizenzen und kostenlos Sushi-Gutscheine, dann freue ich mich jederzeit über einen Kommentar!

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