Kimono und Yukata – schweineteure Schönheiten

Wer nach Japan kommt hat sicherlich schon einmal von Geishas gehört. Oder von Kimono. Oder von Maikos.

Was haben die alle gemein? Genau, es geht um unglaublich teure traditionelle Gewänder, die mit viel Kunst und Können angezogen werden müssen. Daher ist es das Ziel der meisten Reisenden sich einmal als „Geisha“ anziehen zu lassen und schöne Erinnerungsfotos zu machen.

Die wahre Kunst des Kimonos bedarf aber viel Zeit, viel Geduld und noch viel mehr Geld. Der Kimono und vor allem der Yukata erlebten in den letzten Jahren ein Wiederaufleben, als auch junge Menschen in Scharen sich einen Yukata zulegten. Dieser luftig-leichte Sommer-Kimono ist vor allem bei den unzähligen Sommer-Festivals „Matsuri“ eine Pflicht und wird mittlerweile wird zahlreich getragen. Die passenen Accesoires, Taschen, Haarschmuck, Nägel, Make-up und vieles mehr gibt es für den modebewussten Japaner natürlich gleich mit dazu. Hier wird es wieder ersichtlich: Die Mischung zwischen Tradition und Moderne.

Als ich vor Ewigkeiten in Japan mein Austauschjahr verbrachte, lernte ich Teezeremonie bei einer privaten Lehrerin. Diese hatte neben einem eigenen Teehaus mit Garten auch einige Kimonos – die ich dann ab und an anziehen musste. Daher weiß ich leider nicht mehr ganz genau wie die jeweiligen Schichten und Details heißen, dafür kann ich aber Wikipedia wärmstens ans Herz legen.

Aber eins kann ich definitiv sagen: Einfach mal so um die Schultern schlagen und so ’n Gürtel rumwickeln ist nicht wirklich so wie es abläuft. Es gibt mindestens ein Untergewand, das eng geschlossen wird – auch vorne, denn ein Ausschnitt ist selten gewünscht. Dann gibt es neben dem wirklich sehr schweren Obi (Gürtel) einen dünnen Gürtel, über den dann oft auch eine Art Festigungsschablone kommt. Aber meistens reicht der dicke und schwere Obi dafür aus. Dieser wird dann mit Stoff ausgestopft, damit keine Lücken zwischen Obi und Kimono bestehen.

Je nachdem welche Art von Kimono es ist – der Anlass ist hierfür ausschlaggebend – desto unterschiedlicher und vielfältiger sind die Ausstattungen. Da ist der Yukata sehr viel unkomplizierter, da er nicht so schwer und mehrlagig ist. Vom breiten Obi ganz zu schweigen.

Wer sich einen echten Kimono mit voller Ausstattung (Haarschmuck, Socken, Schuhe, Obi, etc.) zulegen möchte, muss tief in die Tasche greifen und im Tausender Bereich anfangen zu planen. In Deutschland hat man hierfür leider kaum Möglichkeiten diesen anzuziehen, es sei denn man macht Teezeremonie in einem der vielzähligen Teehäuser oder geht auf japanische Feste – hierfür ist der Yukata aber sinnvoll.

Etwas kräftige Frauen, die Hintern, Busen oder einfach Umfang haben, sollten aufpassen. Denn um den kompletten Körper zu umschließen bedarf es dann einer größeren Menge an Stoff, da kein Stückchen Bein rausblitzen sollte. Und oftmals gibt es dafür nur Männer-Kimonos oder -Yukatas, die dann vom Muster her nicht so schön sind. Vor allem große Menschen dürften so ihre Probleme haben. Aber es wäre nicht Japan, wenn es dafür nicht eine Lösung geben würde.

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