TrueTape im Test: Den Schmerz einfach wegtapen?

Tapen ist ein Trend, der irgendwann gekommen und zum Erstaunen vieler einfach mal geblieben ist. Und das ist, für mich zumindest, eine coole Sache. Denn ich finde Kinesiologisches Tapen einfach fantastisch, vor allem, da ich sehr viel Sport mache und ab und an mal eine Verletzung, Zerrung oder sonst etwas habe. Sport-Tapen hat sich bei vielen Physiotherapeuten als bewährtes Mittel zur Unterstützung des Heilprozesses und zur Stabilisierung von Gelenken sowie zur Entlastung von Muskelpartien bewiesen. Und auch bei mir hat sich in den letzten 8 Jahren das Tapen immer wieder bewiesen.

Mit TrueTape gibt es endlich eine deutsche Marke, die sich dem Thema „Sportliches Tapen“ vollkommen und komplett gewidmet hat. Eine Marke, die Qualität und sportliche Anforderungen an die Tapes sich auf die Fahne geschrieben haben. Und die Produkte können sich wirklich sehen lassen! Aber was können sie wirklich?

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Ich habe von TrueTape zwei Produkte getestet, die beide für Sportler gemacht sind. Einmal war das die „Athlete Edition“ und die „Design Edition“ – beides in recht bunten Farben erhältlich. Allerdings ist die Design Edition noch ein bisschen bunter, da hier Muster eingearbeitet werden. Anders als die Athlete Edition ist sie nicht nur für Sportler sondern auch für „Normalsterbliche“ gemacht. Wie der Name der Athlete Edition schon verrät, ist sie optmiert für den Gebrauch bei Bewegung – eben für Athleten. Für mich war dieses Band das Band der Wahl, denn hier gibt es ein paar wichtige Merkmale:

  • Optimiert für eine perfekte Haltbarkeit auch unter extremen Bedinungen wie starkes Schwitzen, Wasser, oder Schmutz.
  • Hochelastisches und besonders dünnes Synthetikmaterial ermöglicht einen optimalen Tragekomfort (180-190% Stretch).
  • Atmunsaktiv und latexfrei.
  • Und noch dazu: 5 knallige Farben!

Die perfekte Haltbarkeit hat sich bei diesem Band auf jeden Fall bewährt – denn es hielt und hielt und hielt. Auch beim Duschen, beim Schlafen und bei den alltäglichen Bewegungen sowie beim Sport. Es hat alle Bewegungen mitgemacht, hat sich nicht gelöst und erst sehr spät angefangen gehabt sich aufzurollen. Ein Tape, wie es sein soll.

Das Design Edition Tape allerdings hat mich nicht überzeugt – denn es löste sich schon nach nur einem halben Tag ab. Meistens hab ich dann die Tapes komplett abziehen müssen, da sich das Tape immer an den Enden bis hin zu 15cm gelöst hatten und locker rumhingen. Für mich war das also überhaupt nicht tragbar und zu verwenden. Sehr schade, denn das Design ist große Klasse – aber in der Praxis hat es überhaupt nicht überzeugen können.

Was sehr toll bei TrueTape ist, sind ihre Anleitungen zum Selbertapen. Die findet man auf deren Homepage wunderbar erklärt eingebunden. Mit einem Video wird der Tape-Vorgang gezeigt, wer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung benötigt, der kann sich freuen – denn die gibt es auch. Sortiert nach Körperregionen oder Sportart kann man hier viele Anleitungen zu den gängigsten Beschwerden finden. Allerdings empfehle ich immer einen Besuch bei einem Physiotherapeuten bei einem bleibenden oder verstärkenden Schmerz/Problem – denn das Verständnis der Muskelpartien, der Zusammenarbeit einzelner Muskeln, Sehnen und Körperbereiche ist etwas, was man nicht mit einer Anleitung abdecken kann. Am Ende kann das Tapen die Ursache nicht eliminieren, aber den Schmerz lindern, Stabilität erzeugen und entlasten, was den Heilungsprozess unterstützt.

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3 Antworten zu “TrueTape im Test: Den Schmerz einfach wegtapen?

  1. Ist selber tapen nicht ein bisschen gewagt? Ich meine, nicht umsonst sollte auch ein ausgebildeter Physiotherapeut eine Zusatzausbildung absolviert haben, um Tapes richtig zu setzen… Und ob da ein Video dem medizinischen Laien wie mir wirklich hilft?
    Wo hast Du Dir denn bisher selbst ein Tape gesetzt, ich stelle mir das nämlich wirklich schwer vor 🙂

    • Hallo Marc,
      ich habe mit dem Selbertapen nach Video irgendwann angefangen, als ich festgestellt habe, dass nicht alle Physiotherapeuten tapen können und wollen. Dann gab es noch die Frage mit dem verwendeten Material, ich hatte oft Billigware auf mir kleben und musste dennoch dafür zahlen – wenn ich denn ein Rezept für einen Physiotherapeuten erhalten habe. Einfach so sich mal tapen lassen ist echt verdammt schwierig. Sollte ich „echte“ Beschwerden haben, würde ich sowieso über einen Arzt gehen und manuelle Therapie haben wollen/brauchen. Aber zur Unterstützung von bekannten Leiden, zu denen ich klare Videoanweisungen finde, tape ich selbst. Manchmal merke ich auch, dass das Taping nichts bringt oder falsch aktiv ist, dann nehme ich es wieder ab. Das passiert meist nur, wenn ich nicht klar weiß, was eigentlich da weh tut – das sollte man immer vorher abklären lassen. Wild drauflos tapen, weil grad xyz weh tut, bringt wenig.
      Und bisher habe ich nur Bereiche wie Handgelenk, Knie außen, Ferse, Fuß und Oberarm getapet. Am Rücken hat mir die Physiotherapie ausgeholfen, zumal das auch so ein heikles Thema ist, dass ich nicht wüsste was ich da tape. Aber ja, ein Therapeut, der eine Ausbildung gemacht hat, weiß genau wie man was wo richtig mit Tape versorgt. Aber man kann eigenes Tape mitbringen und spart sich so Hautausschläge, schnell lösende Tapes und die Materialkosten 🙂

      • Hm das klingt wirklich mal interessant… Wobei ich im Moment eh das Glück habe seit über 24 Monaten vollkommen verletzungsfrei zu sein – außer mal einer zickenden Bandscheibe.

        Aber ich behalte das mal im Hinterkopf 🙂 Zur Nor melde ich mich bei Dir, wenn ich mich vollständig vertaped habe

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