Schotterliebe, Kartenlesen, Rofangebirge: Ein bisschen #karwendelcrosstrip

Ich musste raus. Raus raus. In die Berge, auf Schotterwegen unbekannten Strecken folgen und wieder einmal komplett für mich selbst sein, mein Rad und ich. Seit meinem Karwendelmarsch-Abenteuer war die Liebe für das traumhafte Karwendel da. Zu Fuß hatte ich es ja schon zweimal erleben dürfen, warum also nicht mit dem Rad? Ich war mir nicht sicher wohin und wie und was – ich sah andere Strecken in einem Wisch meistern, die Richtung Gardasee war genauso verlockend wie… okay, wie alles was in Richtung Süden ergo Berge ging. Aber diesmal war ich mit dem Crosser unterwegs, also warum nicht richtig schöne Crossstrecken fahren?

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Ab zum Hugendubel, Karten gekauft, Rucksack gepackt und die Vorfreude wachsen lassen. Ich würde irgendwie in Richtung Süden fahren und dann… ja, dann „schau ma moi“.

Tag 1: Tegernsee, bayrische Blasmusi und das Gewöhnen ans einsame Radfahren

Los geht’s. Alleine. Okay, das ist nicht schlimm. Meine letzte lange Tour habe ich doch auch alleine geschafft, auch wenn Tristan mich am ersten Tag begleitet hatte. Das war echt eine coole Sache. Aber heute fahre ich alleine. Alleine. Hm. Allein allein, allein allein, ich fahr alleiiiin!

Es ist sonnig, so sonnig, dass zwischen den Bäumen goldene Flecken auf dem Grün tanzen und die Wege von sonnigen Fleckenteppichen übersät sind, die leicht im Wind tanzen. Der Weg aus der Stadt und runter zum Tegernsee ist mir bekannt, aber ich nehme absichtlich Wege, die ich nicht kenne. Zwar möchte ich schnell unten sein, aber auch nicht nur auf den altbekannten Wegen. Daher kombiniere ich „Kenn ich“ mit „Ui, wo geht’s da hin“ sodass ich durch die Gegend gondoliere.

Und da kommt sie. Die Allein-Radl-Depression. Ich bin allein. Warum tu ich das? Das Radln gerade macht kein Spaß, es ist anstrengend und schwer und zieht sich. Außerdem kenn ich die Strecke doch, überall diese ollen Radfahrer die nicht grüßen, und ein Gefühl des „Ich bin unterwegs, hurra“ stellt und stellt sich nicht ein. Ich bin müde. Daher fliehe ich in einen Wald, ein unbekannter Weg und ich bin weg. Ich fahre durch das Grün, die goldenen Lichtflecken, die duftende Waldluft. Und bleibe stehen. Alles ist gerade zuviel, ich bin müde und ich sehne mich nach Ruhe, Wegsein, Natur. Also leg ich mein Rad hin, meinen Rucksack und mich. Im Halbschatten verwende ich meinen Rucksack als Kissen, schließe die Augen und lausche der Ruhe, den Vögeln, dem wunderschönen Rauschen der Bäume im Wind und atme die warme, sonnige und erdige Luft vom Wald ein. Ich schlafe – einfach so, mitten im Wald – für 1,5 Stunden und wache sortierter, ruhiger und zufriedener auf, als ich eingeschlafen bin. Vom Gefühl her war ich wieder im Jetzt, ich konnte wieder durchatmen. Es fühlte sich an, als wäre ich, als hätte ich zu diesem Punkt hier fahren müssen, um endlich abzuschalten.

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Ab auf’s Rad und weiter in den Süden ging’s. Ich vermisste dennoch eine Begleitung. Jemanden, dem ich „Schau mal, der Vogel da“ oder „Wollen wir mal hier lang fahren?“ oder „Dieser verfickte Anstieg, das hast du dir doch extra ausgesucht!“ zurufen könnte. Und ich hatte irgendwie wirklich interessante Anstiege in meiner Strecke – obwohl ich’s nicht kann neige ich dazu intuitiv Höhenmeter sammeln zu wollen. Klasse Idee mit Rucksack! Aber die Strecke war ein Traum, ich fuhr mal da lang, mal hier lang und blätterte viel in der Karte. In Bad Tölz angekommen, statt Tegernsee, denn dorthin fand ich einfach keinen direkten schönen Weg, verschlang ich ein Mittagessen. „Einmal Schweinebraten und eine große Spezi!“ und mit einem -haps- war der weg. Das ältere Ehepaar mir gegenüber diskutierte fröhlich über die Bedienung, eine andere Bedienung machte eine Gruppe bayrischer Touristen zur Sau und die Sonne brannte vom Himmel.

Auf dem Königssee-Bodensee-Radweg fahr ich dann weiter – der lässt sich aber nicht so leicht finden, wenn man mal in Bad Tölz ist. Mit viel Kartenchecken bin ich aber dann doch noch draufgekommen und fahre über Schotterwege, die sich galant durch die Gegend schlängeln weiter nach Tegernsee. Wälder, Wiesen, kleine Hütten, Berge, Schrauben. Denn letztere gibt es mindestens einmal von mir: mein linker Schuh dachte sich, dass er die Schraube vom Cleat doch loswerden sollte und so stürzte ich fast verheerend. Ich konnte mich noch halten, aber ich hing fest. Mein Fuß im Schuh, der Schuh am Cleat, das Cleat an der Pedale. Na bravo. Hilfe, gibt es hier junge Männer mit Schrauben, die mich retten können? Nein, dafür 5 Touristen, die lustig Fragen stellten, Werkzeug geben wollten oder in ihren Sandalen mit Socken das Prinzip von Klickpedalen nicht so verstanden. Ich arbeitete mich also aus dem Schuh, stürzte mindestens dreimal fast sockert umher hüpfend und hantierte wie ein Elch stöhnend an meinem Schuh/Pedale. Endlich löste er sich – endlich. Schnell Cleat rausgeschraubt, in den Geldbeutel und dank Wendepedale eben uneingeklickt weitergefahren. Was zu einem weiteren Sturz führte und zu mindestens drei Fast-Vorfällen, bei denen ich mir Knie, Beine, Gesicht und Stimme ruiniert hätte. Letzteres, weil ich ja dann doch irgendwann mal aggressiv brüllend durch den Wald galoppiert wäre. (Nein, ich habe kein Aggressionsbewältigungsproblem, deINE MUTTA!)

Tegernsee. Oh du See, der glitzernd ähm dingst da im öhm ja wie auch immer. Ich war also am See. Sonne tanken. Allein-sein-Depression entscheiden lassen, was ich heute noch so mache. Heimfahren weil Schraube fehlt? Da jammerte der kleine Teil von mir laut „Mimimiiii, andere laufen halbnackt mit Sandalen über die Anden!“ und ich wusste, dass ich das als Ausrede verwenden wollte. Also Unterkunft am Tegernsee gebucht und dem großmütterlichen Rat „Morgen sieht alles gleich viel anders aus.“ gefolgt. Auf der anderen Seite erwartete mich eine Unterkunft namens Landhaus Ertl, die ich über booking.com noch günstig erhalten hatte – und ich war sehr glücklich. Ein altes Haus, mein Einzelzimmer ganz oben mit Balkon, alt aber liebevoll eingerichtet und die Dusche war Gold wert. Davor gönnte ich mir noch ein Spaghettieis, ein Radler, die „Bad Wiesseer Marschkapelle“ mit Konzert am See und den glitzernden Tegernsee.

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So kann ein Tag auch enden: Nach etwas mehr als 100km und 1100 Höhenmetern lieg ich mit frischen Tanlines, 5Electrolytes-Glas, einem alten Film im TV und einem müden jedoch glücklichen Lächeln im Bett. Gott, was freu ich mich auf das Frühstück!

>>> Strecke bei STRAVA

 

Tag 2: Höhenmeter, Mountainbike-Überholmanöver und Versagen am Berg

Das Frühstücksbuffet ist ein Traum. Ich weiß, dass heute einiges auf mich wartet, daher lass ich meinen Hunger los und verdrücke 4 Semmeln, 3 Tassen Kaffee, ein Müsli und eine Schale Obst. Tag 2, 2500kcal später und die Bibshort hält. Ich bin verknotet im Gesicht, aber freue mich – denn heute fahre ich das erste mal die Valepp hoch ins Mangfallgebirge. Die Münchner Rennrad-Höhenmeter-Hausstrecke. Doch zuerst: Schrauben sollst du suchen!

Die Sonne scheint, die Beine sind erstaunlich fit und mein Hintern jammert noch nicht wirklich. Laut Google Maps soll es auf meiner Strecke zum Anfang der Valepp Straße einen Radshop geben. Ein junger, attraktiver Blondi ist recht verzweifelt, als ich sag, dass ich neue SPD Cleats bräuchte – gerne auch im Set. Er überlegt, scheint zu grübeln. Dann sage ich „Aber wennst nur a Schraubn hast, des geht aa.“ und er strahlt. Hach, Jungs glücklich zu machen ist manchmal so einfach. Andersrum natürlich auch, denn ich strahle, als er eine Box mit lauter Schrauben zückt und die Cleats wieder befestigt. Da meint er auch noch lachend mit meinem Schuh in der Hand: „Ist das erste Mal, dass ich die Giro Empire in der freien Wildbahn sehe! Hab die auch, aber alle MTBler haben wohl Schiss vor den Schnürsenkeln.“ Top Service, auch das Nachölen der Kette, was das grauenhafte Trockenheitsschaben wegzaubert. Und da entscheide ich, dass gutes Öl her muss. Muc-Off fuck off.

Die Valepper Straße. Gechillt, gemütlich, etwas steil, dann wieder gemütlich. Der Anstieg ist schön, macht Spaß. Ein Bus nervt immer wieder, da man auf der sehr schmalen Straße stehen bleiben muss, um diesen vorbeizulassen. Aber innerhalb weniger Höhenmeter ist man in den Bergen, es duftet nach frischer Luft, die Umgebung ändert sich, ich finde Schnee. Es macht Spaß, so ungemein viel Spaß, dass ich mir tausendmal danke, nicht gestern in Tegernsee umgekehrt zu sein. Ich fahre und fahre, mal hoch dann wieder mal lange hinab – bis ich zum Wendepunkt komme. Dem Wendepunkt für alle Rennradler, denn ich fahre auf dem MTB-Weg aus Schotter weiter. Mein Ziel? Die Erzherzog-Johann-Klause. Lose Schotterwege, traumhaftes Alpenpanorama, frische Bergluft, Ruhe. Und die sauge ich quasi auf, mache auf einer Bergwiese Halt und tauche in das Panorama ein. Dafür radl ich, davon möchte ich gern mehr.

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Ein steiler Weg nach unten, ich danke wieder einmal mir selbst, dass ich meine GribGrab-Handschuhe eingepackt habe, und bretter zur Klause. Kaiserschmarrn, Hitze, Radler. Und weiter geht’s zum Kaiserhaus. Auf meine Touristenfrage hin „Is der Weg da denn schee?“ antwortet der junge Mann hinter dem Thresen „Jo mei, hoid unspektakulär. Danoch ist’s scheena, interessanter.“ sagte er. Und während ich die sonnengetränkte von kleinen Wasserfällen umgebende und bildschöne Kaiserklamm hinab fahre schreie ich fast hysterisch „Unspektakulär? Das ist… unspektakulär?“ Wirklich, der gute Mann soll mir mal zeigen was spektakulär für ihn bedeutet, gerne auch im Bett.

Vom Kaiserhaus soll es laut Karte nach Pinegg und von da über eine schöne Mountainbikestrecke nach Steinberg am Rofan gehen. Soweit so gut. Das Wetter ist ein Traum und meine Beine sind fit. Ich bin in den Bergen, ich kenne hier nichts und ich bin glücklich. Also fahre ich weiter. Dann kommt ein Anstieg direkt vor mir, quasi eine Wand und ich denk mir „Wow, da muss ich rum?“ bis ich sehe, dass da ein Mopedfahrer sehr steil schräg diese Wand hochfährt.
Und mir bangt es, dass ich da auch hoch muss. Nun gut, Attacke! Nach schaufenden Toden später bin ich oben angekommen und sehe zwei Wege: einmal links und einmal geradeaus steil bergauf. „Bitte nicht geradeaus, bitte nicht geradeaus…“ murmle ich, während ich die Karte checke. Geradeaus. Ich seufze. Okay, ich bin ja nicht zum Vergnügen hier. Strava sagt, dass diese Strecke zwischen 11% und 36% hatte. Und ja, ich fahr im kleinsten Gang, hab Angst umzufallen, weil ich so langsam fahr und befürchte, dass meine Lungen hier und jetzt implodieren würden. Nach einer Atempause, die ungefähr so verlief „HNNNN HNNNN HNNNN PRFFFUUUUUU HNNN“, fahr ich weiter. Schotterwege, Wanderwege, auf und ab und auf und ab. Ein Paradies. Ungemein steil, ich steige ab und zu ab, schiebe und fahre dann weiter, aber die wachsende Präsenz des Rofangebirges fungiert als Anreiz. So sonnig, so heiß, der Schnee auf den Gipfeln scheint weit entfernt und die nächste Pause mit Radler mindestens drölfmal so weit. Aber es ein Traum hier zu fahren.

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Ich fahre weiter, meine Beine sind jetzt wirklich etwas müde, ich spüre sie. In Steinberg verschlinge ich Kuchen und Cappuccino und wähle dann, atemlos auf das Panorama starrend, eine Alternativroute. Anstatt mit dem Rad eine weitere Mountainbike-Strecke nach Achenkirch zu nehmen, wähle ich die Bundesstraße. Mit einem Abstecher auf einen Schotterweg, den ich fluchend zurück fahre, erreiche ich Achenkirch. Die Suche nach einer Unterkunft beginnt somit – aber nicht bevor ich überlege, ob ich nicht ganz woanders noch hinfahre, um eine günstigere Unterkunft zu finden oder gleich zum Sylvensteinspeicher, nach D-Land zurück, haxle. Booking.com ist enttäuschend diesmal, sodass ich Google Maps anwerfe und „Pension“ eingebe. Et voila, eine kleine Unterkunft beim Christlum lacht mich an, nach einem Telefonat ist ein Zimmer für 30,- Euro inklusive Frühstück gebucht und ich weiß, dass jetzt ein Bett und ein Spaziergang zum Abendessen auf mich warten. Ich fliege quasi zur Pension, sprinte kurz vorher noch in einen Supermarkt und kaufe Latella, Wasser und ein Electrolyte-Getränk ein. Es ist warm, ich muss trinken, Punkt.

Auf dem Balkon in meiner Pension, mit Blick auf die Berge um mich herum und der untergehenden Sonne lasse ich den heutigen Tag noch einmal an mir vorbei ziehen. Liebe meine Foot Love Socken so ein bisschen und schlürfe mein Latella. Ich muss ja sagen, dieses Rofangebirge hat es mir so ein bisschen angetan. Mit nur 76km aber stolzen 2.600 Höhenmetern war die heutige Schotterstrecke vom #karwendelcrosstrip ein absoluter Traum. Jetzt wird’s aber Zeit, dass ich ins Karwendel komme. Aber zuvor: Tiroler Gröstl!

>>> Strecke auf STRAVA

 

Tag 3: Höhenmeter fühlten sich noch nie so gut an

Müsste ich nicht müde sein? Kaputt? Schwere Beine? Einzig und allein mein Hintern macht mir zu schaffen, aber ich habe mein Tempo gefunden, mein Bergrhythmus, mein Crosser und ich wir verstehen uns jetzt. Ein Frühstück, das mindestens genauso heftig ausfüllt wie das am Tag zuvor hilft mir sicherlich dabei.

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Ich überhole einige Mountainbiker auf dem Weg zur Radstrecke nach Deutschland und fliege quasi in den Wald hinein. Etwas aufwärts, etwas abwärts und schon bin ich auf einer vertrauten Strecke zum Sylvensteinspeicher. Ich hörte den guten Hoffisterei noch sagen „Aufpassen, der Radweg geht da links weg!“ sodass ich übervorsichtig drauf war und beim ersten Parkplatz anhielt, einen Weg ganz da hinten entdeckte und mir dachte: „Das musser sein!“ Also fuhr ich auf den Schotterweg, der sich hoch schraubte und hoch schraubte und garnicht mehr aufhören wollte. Der Schotter wurde immer gröber und lockerer, die Berge kamen immer näher und der Sylvensteinspeicher verschwand zusehends hinter jeder nächsten Kurve. Nun, es brauchte kein Brainstorming – ich war auf der falschen Strecke. Hier ging’s zur Rotwandhütte, ein wie ein irrer haxelnder MTBler erklärte mir das. Mit einem bewundernden und irren Blick ließ er mich dann wieder in Ruhe und haxelte in Eiltempo dem Gipfel entgegen, ich bretterte lachend zum Sylvensteinspeicher. Etwas hysterisch lachend, ich geb’s ja zu.

Den Radwegschilder nach „Fall“ folgend fuhr ich weiter, staunte nicht schlecht über die Anstiege und lachte über den kühlen Abfahrtwind. Ich hatte mich ans Alleinefahren gewöhnt, ich fuhr mein Tempo – egal wie sagenhaft langsam das war. Als ich kurz vor Fall war, erschien eine Asphaltstraße und ein Schild „Jausenstation Aquila“, das mich so unsagbar anmachte, dass ich ohne lange mit der Wimper zu zucken einfach links statt rechts fuhr. Auf der Karte wäre das nämlich die Alternative von Achenkirch über die Berge gewesen, aber ich hatte meinen Beinen nicht über den Weg getraut. Gemächlich ansteigend verlief die Straße hinter zu den Bergen. Bei der Jausenstation, die in Österreich war, gab’s Kuchen und Spezi und ein Schläfchen in der Sonne. Dann ging’s wieder zurück, den wunden Arsch ignorierend.

Am Sylvensteinspeicher schimmerte das Wasser wie immer türkis, die Wolken zogen über den Spiegel und entlang der Berggipfel. Ach Sylvi, du bist schon schön. So schön, dass ich gerne geblieben wäre, aber hier war wie jeden Samstag die Hölle los. So floh ich über den Tunnel und an der Isar entlang nach Lenggries und weiter nach Bad Tölz. Tempo Tempo Tempo, denn mein Hintern jammerte ein bisschen, der Akku war fast leer und ich wollte Eis. EIS!

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Während die Isar mal ruhig, mal wild neben mir entlang peitscht ziehen am perfekt blauen Himmel Wölkchen entlang. Bei der Eisdiele belohne ich mich dann und entscheide den Zug zu nehmen. Rein nach München zu fahren machte mir zwar Spaß, aber ich müsste noch ein Stückchen weiter. Und bei aller Liebe, 80km im Sattel wollte ich nicht mehr fahren. Ich hatte schon 75km (hahaha, schon sag ich) und 1.500 Höhenmeter, sodass ich es so auch gut war. Mit all den Schotteranstiegen, Bergansichten, Sonnenschläfchen, Wasserrauschen und beständigen Treten in die Pedale.

>>> Strecke auf STRAVA

Während ich an der Donnersbergerbrücke auf meine S-Bahn wartete, befreite ich meine Kettenblätter von verharzten Kettenöl und Schmiere, verteilte diese in Gesicht und auf meinen Radklamotten – aber mein Rad war etwas „gesünder“. Schließlich hatte es mich auch an diesem dritten Tag ohne zu Murren, ohne Platten, ohne Probleme zu wunderbaren Plätzen gebracht. Das ist einfach Liebe. Auch wenn es jetzt langsam mal Zeit für neue Reifen wird, nicht wahr Schatzimausipupsi? Erst mal Kuchen für uns ähm mich.

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Fazit? Dieser Fast-#karwendelcrosstrip war gut. Sehr sehr gut. Er hat mir gezeigt, wo ich überall mit meinem Crosser hin kann, dass unbekannte Wege oftmals die besten sind, dass Berge mit dem Crosser zwar anstrengend aber traumhaft schön sind und dass das Fahren alleine garnicht so schlimm ist. Jeder definiert es anders, aber das ist so ein bisschen Freiheit für mich und ich find es wunderbar zu sehen, wie diese Freiheit Stück für Stück größer und wichtiger wird. Draußen sein, Waldkind sein, mit dem Rad reisen – meine Art der Freiheit. Der nächste Schritt wäre wohl eine größere Satteltasche, oder?

 

5 Antworten zu “Schotterliebe, Kartenlesen, Rofangebirge: Ein bisschen #karwendelcrosstrip

  1. Wahnsinns Text, von Anfang bis Ende. Da bekommt man direkt Bock wieder aufs Rad zu springen 😀 Alleine unterwegs zu sein ist manchmal nicht verkehrt. Man nimmt alles irgendwie viel roher wahr. So gehts zumindest mir….Aber die Abwechslung machts 🙂 deine Mutta xD kam unerwartet, bin fast vom Stuhl gefallen 😀

    • Wow, danke dir für das Lob, die Blumen und die Pralinen (hast du gesagt ich bin fett?!) – es war auch eine tolle Tour. Wirklich toll und ich würde sofort am liebsten wieder losradeln, um da unten in den Bergen in der Ruhe, Sonne, frischen Luft und Schottenwegen alleine rumgurken zu können. Aber manchmal geht das Alleinsein auch mit Radkumpanen, dazu braucht man eben die richtigen 🙂
      Haha, ich bin aber nicht für etwaige Verletzungen durch’s vom Stuhl fallen verantwortlich, mist, muss ich da jetzt noch einen Disclaimer hinhauen? 😀

  2. Was xD 1a Frauenfigur 😀 Was auch super war…wenn’s mal nicht so läuft, einfach hinlegen, eine Runde pennen und weiter gehts 😀 Ja, mit den richtigen Leuten kann es echt Spaß machen 🙂 War mal mit meinem Bruder 3 Wochen in den Dolomiten unterwegs, aber eher Downhill. Allerdings haben wir auch rauf einige Höhenmeter durch schieben und tragen zusammengesammelt 🙂 lange Rede, kurzer Sinn….. wir hatten Höhen und Tiefen, alles in einem war es ein mega abgefahrener Trip 🙂 Wenn’s mit dem Stuhl und dem Sturz soweit ist, wird dich mein Anwalt kontaktieren 😀 Deine Berichte sind immer ein Highlight, bitte ewig so weitermachen 🙂 Falls ich mal dort unten seien sollte, würde ich dich gerne als Guide engagieren 😀

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