Endura Regenjacke im Test: Viel Schutz für wenig Geld?

Regenjacken halten den Regen ab. Und Kälte. Und Schnee. Und kosten oftmals ein Vermögen, wenn man manche Marken anschaut. Dabei gibt es auch Marken wie Endura die finanzierbare Regenjacken anbieten. Die Frage stellt man sich dann trotzdem: Wenn eine Regenjacke von Gore 200,- Euro kostet, was kann denn dann eine 60,- Euro Regenjacke von Endura?

Regenjacke – wann, wieso, warum?

Okay, es ist eine blöde Frage: Wann zieh ich eine Regenjacke an. Ebenso doof wie die Frage, wann man denn ein Saunahandtuch verwendet. Aber auch Saunahandtücher können als Liegematte im Sommer, als Handtuch daheim oder als Radunterlage verwendet werden. Ebenso die Regenjacke. Also nicht als Liegematte, sondern eher als wärmende Schicht.

Es gibt Regenjacken, die hauchdünn gemacht sind und dann wieder welche, die gefüttert als „Deep Winter Hardcore Mega Survival Jacket“ über die Ladentheke gehen. Im Sommer reicht eine wasserdichte Schicht, die nicht wärmt oder hermetisch abriegelt. Aber je dichter die Regejacke, desto weniger kommt da durch – auch von der Körperseite her. Für Sommerregentage sollte man also für sich selbst rausfinden, ob man lieber naß wird oder naß-schwitzig-naß. Dünne wasserabweisende Jacken gibt es zuhauf, halten diese jedoch nicht einem Regenguß stand.

Die richtig warmen sind ideal wenn es schneit und stürmt. In erster Linie Winter. Denn auch im Herbst und im Frühling kann die dichte Regenjacke das Atmen verhindern und aufheizen. Daher ist es nicht so übel – wie ich finde – eine Regenjacke als Schutzschicht dabei zu haben, sollte alles andere nicht mehr helfen. Und bei Minustemperaturen kann eine ganz normale Regenjacke über den wärmenden Radklamotten als Schutz vor Wind, Schnee, Regen und Spritzfontänen helfen. Und weil eben weniger Atmungsfähigkeit gewährleistet wird durch das wasserdichte Material bleibt die Wärme des Körpers auch da wo man sie bei kalten Tagen braucht: am Körper.

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Daher trage ich sehr gerne bei kalten Temperaturen als finale Schicht meine Regenjacke. Bei Tagen, an denen der Regen sich annähert habe ich die Regenjacke ebenfalls oft dabei und als Wärmedecke bei kälteren Fahrten.

Die Endura Photon Regenjacke

Ich habe die Photon Jacket von Endura. Ein einfaches Ding. Kein großes Brimborium um Farben, Design, Form oder verspielte Extras. Einheitliche Farben, Reflektoren, Verpacktasche und Rückentasche mit Reißverschluss und Wasserschutz. Mehr gab es nicht. Und das war okay. Manchmal, für die grundlegendsten Dinge, braucht es einfach nur ein gutes Preisleistungsverhältnis. Und ich hoffte, dass die Endura Jacke das hinkriegt. endura-photon-womens-jacket

Die Passform
Sie ist nicht sehr weiblich geschnitten. Anstatt eng anzuliegen lässt sie genug Platz, um all die Schichten darunter zu packen, aber wirkt auch nicht ganz wie ein formloser Sack. An den Armen lässt sie ebenfalls ausreichend Platz und schließt an den Armen mit einem gerafften Gummiband. Dieser sitzt nicht zu eng, sodass das ausziehen schnell und unkompliziert geht.
Die Jacke ist nicht im Aero-Schnitt und bietet hinten und vorne genug Länge um Spritzschutzmann spielen zu können. Ich komme gut an die Rückentasche, sodass das auch nicht verkorkst gemessen ist. Die Arme sind nicht zu lang, aber es ist ausreichend Stoff da sodass es auf jeden Fall nicht zu kurz wird.

Das Design
Schlicht. Wirklich sehr schlicht. All die Jacken sind sehr 08/15 gehalten. Man könnte etwas mehr spielen, farblichen Reißverschluss, Logo-Aufdruck auf der Rücktasche oder ähnliches. Das wird bei fast allen Endura-Jacken nicht umgesetzt, was jedoch wohl auch wieder für den günstigen Preis verantwortlich sein kann.
Es gibt ein paar Farben: Schwarz, Grellgelb, Mintgrün. Ansonsten sind noch andere Farben im Endura-Angebot, darunter auch subtilere, gedecktere Farben die nicht ganz der Malkastenfarbpalette entsprungen sind. Aber da Schwarz immer geht und ich die Farbe mag, bin ich mit dem schlichten Design auch zufrieden. Pinke Schnörkel auf der Jacke hätten mich wohl kreischend in die Isar springen lassen.

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Der Preis und der Service
Ich habe die Jacke über eine Rennradbekannte beim Velothon für nur 50,- Euro erhalten. Dennoch hat mir deren Facebook-Service bei Fragen schnell und sehr freundlich geantwortet und mir geholfen. Wenn ich für die Jacke 80,- Euro gezahlt hätte, wäre das noch immer ein sehr günstiger Preis für eine Regenjacke gewesen. Finde ich.

Klein, Kleiner, Photon Jacke
Eine Besonderheit ist, dass die Jacke minimal verpackt werden kann. Dabei wird ein Säckchen mitgeliefert, das so groß ist wie eine Fanta-Dose (eine kleine). Und da stopft man ohne Probleme die Jacke rein. Ideal für mich, als ich mit dem Rad unterwegs war und wusste, dass mein Regenschutz fast keinen Platz wegnimmt. Toll!

Test the shit out of that jacket

Das habe ich tatsächlich getan. Ich habe die Jacke einige Male auf Herz und Nieren getestet und sie lächelt mich noch immer an, als wäre es gestern gewesen, dass ich sie ausgepackt und gedacht habe „Boah, die ist mir zu groß.“ – wie gut, dass ich sie behalten habe. Denn ich habe sie bei folgenden Aktionen und Wetterbedingungen an- und dabei gehabt:

  • Radtour durch das kalte, regnerische Italien nach Kroatien mit Rucksack, Nieselregen, 4 Grad Celcius und Bergluft
  • Radtour nach Prag, in der die Jacke sicher und fast vergessen in der kleinen Ortlieb-Tasche blieb und kaum Platz wegnahm
  • Radfahrten auf dem Crosser bei Regen (strömender Regen, Nieselregen, Regenminuten, Nebeltage, etc.)
  • Radfahrten auf dem Crosser bei Minusgraden, Schneeregen und jetzt auch bei Schneestürmen inklusive Badeaktionen im Tiefschnee
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Schneebaden statt Schneehinfallen. So macht man das.   Foto: http://www.hoffisterei.de

 

Dabei ist mir die Jacke kein einziges Mal negativ aufgefallen. Klar, einen Schönheitswettbewerb gewinne ich nicht damit, aber verdammt ist die Jacke bequem! Sie hat genug Platz für 3 Schichten unten drunter, kneift mich nicht egal wie ich fahre und rutscht nicht am Rücken hoch.

Der Reißverschluss geht geschmeidig und ohne Probleme. Das Öffnen und Schließen der Jacke auf dem Rad ist kein Problem. Das Waschen in der Waschmaschine hat bis jetzt weder Logos noch das Material geschädigt.

Weil die Jacke einfach nur eine Regenjacke ist fängt sie auch nicht das stinken an – obwohl sie als schützende Schicht wärmt und trocken hält. Sie ist so schlicht, dass ich sie auch bei abendlichen Spaziergängen durch Tarvisio getragen habe.

Was ist top?

  • Schlichtes Design – keine großen Extras, einfach nur eine Regenjacke
  • Bietet genug Platz und Bewegungsfreiraum ohne einen komplett zu deformieren
  • Schutz vor Regen ist gesichert, auch vor strömenden Regen länger als 1 Stunde
  • Geniales Preis-Leistungsverhältnis
  • Länge der Jacke ist nicht zu lang und nicht zu kurz – ideal

Was ist flop?

  • Fast zu „billiges“ Design, ein paar kleine Highlights wären hübsch
  • Wie lange hält der Regenschutz an – Imprägnierspray wird sicher mal nötig
  • Mehr Form im Taillen-Brust-Bereich, um minimal weniger „sackartig“ zu wirken
  • Ein zweiter Reißverschluss nicht am Rücken wäre hilfreich
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Sonne, Schnee, Cross. Und tot waren nur meine Finger.  Foto: http://www.hoffisterei.de

Fazit

Wer noch keine Regenjacke hat, sollte sich profilaktisch eine von Endura holen.  Damit kann man einfach nichts falsch machen: Regenschutz der bequem ist und hält was er verspricht. Wer zusätzlich auf Neonfarben steht kommt bei Enduro voll auf seine Kosten. Top Regenschutz für einen fairen Preis.

Und ansonsten gibt es immer wieder mal Aktionen wie die beim Velothon, bei dem es noch ein bisschen günstiger geht – wenn jemand sparen möchte. Denn beim Radfahren fallen ja noch so einige andere Sachen an. Beispielsweise Überschuhe, aber da kann ich auch welche von Endura empfehlen….

Eine Antwort zu “Endura Regenjacke im Test: Viel Schutz für wenig Geld?

  1. Das mit dem Naß schwitzen in den Regenjacken kenne ich nur zu gut. Gerade wenn man auf Wanderschaft ist,…. da weiß man manchmal gar nicht was unangenehmer ist. Nass werden durch regen oder so…

    Zu deinem Saunahandtuch ;-)… Ich habe auch schon jemand mit einem Saunahandtuch auf einem Ball gesehen. Jedoch hat der Mensch sehr stark geschwitzt, man tanzt ja auch viel. Es hing ihm daher die meiste Zeit über den Schulter bzw hinten am Hals.

    Aber Sachen sind immer auch dazu da zweckentfremdet zu werden 🙂 Ich wünsch dir viel Spaß mit deiner Jacke.

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