„It’s cross-season“ Teil 1: Warum Cross rockt

Crosstober? Blödsinn, Cross ist toll das ganze Jahr über. Aber, um ehrlich zu sein, haben Crossräder und Cyclocross vor allem in den herbstlichen Tagen voller Regen, Nebel, Kält und klaren Sonnentagen ihre Hauptsaison. Wenn der „normale“ Rennradfahrer bibbert und friert und das teure Carbon-Rennrad nicht auf rutschige Blätterstraßen und naßen, eventuell mit Schnee oder Eis überzogenen Asphaltstrecken ausfahren möchte. Irgendwie und irgendwo ist das auch verständlich. Trotzdem ist ein Crossrad ein Rad, dass 365 Tage im Jahr gefahren werden kann. Und dem Rennradler eine schöne und spaßige Abwechslung bietet, wenn man mal die Sehnsucht nach neuen Strecken hat. Und nicht gleich in die MTB-Ich-muss-Ganzkörperschutz-kaufen-Gruppe einsteigen möchte.

Wo kann ich mit einem Crosser fahren?

Überall. Also fast. Normale Straßen, die asphaltiert sind gehen genauso wie Schotterwege, Schlammpfade, Trampelpfade und Wurzeltrails. Allerdings könnte man minimal verzweifelt an mittleren oder starken Steigungen scheitern, vor allem wenn der Untergrund rutschiger Natur ist. Und wenn das Kettenblatt keine MTB-Übersetzung hat. Aber, ganz ehrlich, so übt man das rasend schnelle Ausklicken und Absteigen schnell. Sonst fällt man am Berg, auch eine sehr amüsante Sache.

Downhill ist auch so eine Sache. Man hat ja keine Federung in der Gabel oder sonst irgendwo im Rad. Man hat einen normalen Rennradlenker und ein normales Rennradfitting – auch wenn es kleine Unterschiede gibt. Aber für schnelle, springende, steile Wege runter ist das Crossrad weniger gemacht. Trotzdem macht es die Übung, die eigenen Grenzen findet man schnell am besten selber raus.

Mit Crossern ist man gut im Wald und auf Singletrails und Trampelpfaden auf Wiesen, in Wäldern und Berglandschaften unterwegs. Die Kombination von „Ich fahr schnell auf der Straße dahin“ mit „Und jetzt tob ich mich aus wo das Rennrad kaum ginge“ ist eine verdammt reizvolle Seite bei diesem Crossrad. Wer Dreck will, wer allein sein möchte, wer Verkehr nicht nur stinkend sondern unangenehm findet, kann den Crosser schnappen und schnell weit und lang draußen sein.

 

Wer ein Crosser hat, der macht auch Cyclocross!

Nö. Man lernt Cyclocross dadurch kennen oder durch diese irren Cyclocross-Events kommt man das erste Mal in Kontakt mit Crossrädern. Aber niemand der ein Crossrad hat muss ein Cyclocrosser sein. Weil es einfach nicht jeder kann, nicht jeder hat die Ausdauer, das Talent, die Stärke und die Koordinationsfähigkeit, die man braucht um so ein paar Runden zu überleben. Dass jemand damit anfangen möchte, weil es einfach nur toll gefunden wird, finde ich dann bewundernswert und freue mich schon auf die ersten Berichte. Aber ich bin ein grobmotorisches stampfendes Etwas. Ich klicke nicht galant während dem Fahren aus, wuchte spielerisch mein Rad auf die Schulter, tänzel scheinbar ohne Anstrengung über drei Hürden und segle dann auf den Sattel zurück. Ich, ich klicke aus, stürze fast, bleibe stehen und sage „Wasn das für n Scheiß“ und kraxel wieder umständlich auf den Sattel, um im nächsten Wald zu verschwinden. Dennoch: Schaut es euch an, geht zu einem Event und falls ihr Lust habt, dann probiert es unbedingt aus!

Im Detail kommt zu Cyclocross noch ein Beitrag – stay tuned!1941000_178106972530329_353581353_n

Heute kann es regnen, stürmen oder schneien…

Kann es wirklich! Der Rennradfahrer klebt bei manchen Wettersituationen eher verzweifelt am Fenster, aktualisiert ständig den Regenradar und wünscht sich entweder

  • eine Rolle für’s „Hometraining“
  • das Talent einen Sonnentanz aufzuführen
  • einen Crosser

Für die ersten zwei Punkte kann ich leider keine Empfehlung geben, eine Rolle habe ich noch immer nicht und fürchte, dass der Lärm auch weniger toll wäre, und mein Sonnentanz besteht nur aus lauten Flüchen auf dem Balkon. Aber ein Crosser ist ausführbar bei jedem Wetter. Was einen Crosser eigentlich ausmacht und unterscheidet, das gibt’s in Part 2 dieser Reihe. Aber durch die Reifen und die Möglichkeit auf geschützte Waldbereiche auszuweichen, ist verständlich, warum vor allem im Herbst die meisten Crosser gekauft werden.

Bei Wind und Regen bieten Wald und Dickicht Schutz. Strömender Regen ist eine Sache für sich, aber wer sich da raus traut, weiß, dass man naß wird. Auch Schnee ist für Crossfahrer eher ein Grund sich auf’s Rad zu schwingen. Der gemeine Rennradler würde irgendwas von „armes Rad“, „Carbondings“, „Rutschbarkeit im Verhältnis zu Reifenprofil“ und „Winterschlaf“ brabbeln. Natürlich, im Schneesturm schmerzen die Flocken im Gesicht. Klar, bei 1 Meter Neuschnee könnte es schwer werden so flüssig von A nach B zu kommen. Und ja, sobald die Wege feucht, rutschig oder eisig sind, ist immer eine erhöhte Gefahr vorhanden. Entsprechend entscheidet jeder selber wie schnell und wo man fährt.

Wer crossig unterwegs ist, hat garantiert mehr Grip, kann Schleichwege nehmen und ist von Grund auf nicht auf geile schnelle Zeiten und KOMs aus. Der Spaß, der Dreck, die neuen Strecken – all das zählt soviel mehr. Ich fahre bei jedem Wetter: mit meinem Rennrad solange es geht und die Straßen nicht komplett vereist sind – gelegentlich baue ich auch Schotterwege ein und bin eine der bösen „gravel road freaks“. Mit meinem Crosser bin ich zusätzlich zu den Sonnenscheintagen auch bei Schneestürmen, bei Regentagen und bei „Ich will meine Ruhe“-Tagen unterwegs. Kleiner Tipp: Fahrt bei 1,20 Meter Schnee nicht in den Wald. Vereiste Furchen unter dem Schnee können dazu führen, dass ihr mindestens zehnmal fallt. Bleibt daheim oder auf einer Wiese und baut euch euren eigenen Kurs – so einen Kurs wie Jeremy Powers das im Video macht. Noch ein Grund, warum Cross rockt. Immer!

4 Antworten zu “„It’s cross-season“ Teil 1: Warum Cross rockt

    • Oh ja, hab auch gelernt, dass „mieses, kaltes Wetter“ sehr sehr wenige nach draußen lockt 🙂
      Mit dem Crosser hat man dann an solchen Tagen einfach mehr Gaudi, vor allem wenn man allein unterwegs ist – und das Entdecken geht einfacher! Vielen Dank für das Lob!

  1. Haben die meisten Crosser Scheibenbremsen? Stell ich mir gar nicht so schlecht vor. Saß aber noch nie auf so einem Ding. Wenn ich mal Geld über hab auf jeden Fall eine Überlegung wert! 🙂

    • Wenn man den Trend betrachtet, haben immer mehr Crosser Scheibenbremsen – macht auch Sinn, sollte aber Geschmackssache am Ende sein. Unbedingt mal drauf hocken und ausprobieren, aber richtig 😉 Macht sehr viel Spaß!

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