Alpe Adria Radweg, Cappuccino, Meeresglitzern: Von Salzburg nach Kroatien #istriatrip

Slowenien. Tag 4 des #istriatip. Ich habe 470 Kilometer in den Beinen. Ungefähr 6000 Höhenmeter. Und diese Schnellstraße von Trieste durch Slowenien nach Kroatien scheint mir unmöglich zu bewältigen. Zum weiß-gott-wievielten Mal halte ich an, lasse mein Fahrrad fast müde in das Gras fallen, ziehe eine Wasserflasche aus dem Flaschenhalter und setze mich ins Gras. Mein Hintern schmerzt, so sehr, dass ich eigentlich nur noch stehend fahre und gegen den Schmerz fahre. Es geht nicht um müde Beine, fiesen Gegenwind oder schmerzenden Rücken – mein Hintern möchte in den Urlaub, aber leider ist dieser Hintern an mich angewachsen.
Also liege ich auf der Wiese in Slowenien, bewundere das frühherbstliche Farbspektakel der Wälder um mich herum und versuche die auf der Straße wie irre vorbei rauschenden LKWs und PKWs zu ignorieren. So kurz vor dem Ziel aufgeben? Und auch wenn ich wirklich nicht mehr könnte, was für Alternativen hätte ich denn? Wie käme ich denn zu meinem gebuchten Hotel in Opatija mit Pool und Zeit zum Ausruhen? Wer würde denn mich inklusive Rad die verbleibenden 50km mitnehmen? Und vor allem frage ich mich, warum ich nicht mehr Tage und eine schönere Route geplant hatte?

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Warum gerade der #istriatrip?

Ein paar Tage vorher:
Urlaub. Ich möchte in die Sonne und ich möchte Rad fahren. Also suche ich mit einer frischen Erkältung nach einem finanzierbaren Mallorca-Urlaub, aber fühle mich leicht verarscht. Günstige Angebote bekommen einen 150,- Euro Bonus, kaum dass ich buchen möchte. Tolle Angebote sind nicht mehr verfügbar und buchbare Angebote sind einfach nur zwielichtig. Möchte ich sieben Tage mit schlechtem Essen und schlechtem Bett verbringen? Hmm, schwierige Entscheidung, das „nein“ kam mir aber schnell in den Sinn. In meinem Hinterkopf schwamm die Idee einfach mal nach Kroatien zu radeln, nach Istrien zum glitzernden Meer und da die Sonne genießen. Zwar nicht so warm wie in Süditalien oder Mallorca, aber Meer ist Meer. Die Entscheidung ist recht schnell gefällt und die Vorbereitung geht rasend schnell voran: Hotel in Istrien buchen, was dann Opatija wird (Hotel 2014 auf Booking.com mit Pool inklusive Meerblick), Rucksack hatte ich schon gekauft, Radklamotten hatte ich alle schon in irgendeiner Form, der Alpe Adria Radweg Führer war durchgelesen worden und mein Fahrrad funktionierte. Also ab ging‘s nach Salzburg, dem offiziellen Start des Alpe Adria Radwegs.

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Tag 1: Alpen, Radbegleitung, Tauernschleuse – 150km

Treffpunkt beim Hotel Sacher. Auf Instagram hatte mich Tristan angeschrieben, dass er sowieso nach Bischofshofen radeln müsste und das liegt ja auf meinem Weg. Das Wetter ist perfekt, strahlend blauer Himmel und die Erkältung ist komplett weg. Etwas Angst hatte ich schon, denn mit so 9kg auf dem Rücken war ich noch nie lange gefahren. Aber die Gespräche flossen nur so vor sich hin, das Tempo war gemütlich und die Sonne strahlte.

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Die Gegend in Richtung Gastein ist für Radfahrer ein Traum: Während die Alpen um einen herum wuchsen, man durch Schatten und Sonne fuhr konnte man fast vergessen, dass man die Beine bewegte. Ein fieser Anstieg brachte Tristan dazu „Jetzt eine Leberkas-Semmel!“ zu sagen, ich konnte nur zustimmen und von Cola träumen. Und Millionen von Leberkas-Semmeln. Ab durch den Tunnel und zum Supermarkt, bei dem wir in der Sonne pausierten. Aber der Anstieg zu Bad Gastein war einfach die Hölle. So steil und so lang, dass ich gerne einfach den Rucksack abgeworfen hätte. Am Ende verabschiedete ich Tristan an der Tauernschleuse, denn er ist einfach mal den ganzen Weg mitgefahren – weil das Wetter so toll war und Arbeit einen Tag warten konnte.

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Fotos, Fotos, Fotos. In Bad Gastein - nach dem fiesen Anstieg - musste der Wasserfall natürlich verewigt werden. Und der Velocity schaut super aus, oder?  Foto: Tristan_svart

Mit dem Zug ging es durch die Hohe Tauern, durch die Berge und weg von den schneebedeckten Gipfeln. Kalt war es, sodass ich mich schnell wieder warm anzog und bibbernd von der anderen Seite der Berge hinunter zum Drautal raste. Jetzt ging es nur noch darum so weit wie möglich so schnell wie möglich zu kommen. Der Radweg, der von links nach rechts ging, mal Schotter und mal Asphalt war half dabei nicht wirklich. Im Nachhinein hätte ich auch ruhige die Hauptstraße durch das Tal nehmen können, aber mein Licht war nicht aufgeladen und ich wollte keinen Unfall herbei beschwören. Also blieb ich auf den Radwegen, fuhr durch entzückend süße Bauernhöfe, Dörfer und Hausansammlungen. Kühe versuchten mit mir zu reden, manche schrieen mich entrüstet an und es wurde immer dunkler.

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Bis ich dann spontan entschloss einfach „hier“ zu bleiben. Ich radelte zu einem Dorf, sah eine „Zimmer frei“ Flagge hängen und hielt an. Eine ältere Frau machte mir auf, antwortete auf meine Kostenfrage „28 Euro pro Nacht, aber das Frühstück ist dabei.“ und ich hatte meine erste Bleibe gefunden. Nach einem Abendessen im gegenüber gelegenen Restaurant nahm ich erst mal eine lange heiße Dusche und kuschelte mich danach ins Bett ein. Meine Beine pochten ein bisschen, die Augen waren müde und sehnte mich nach einer Nacht guten Schlafes – aber ich wusste, dass ich das nicht bekommen würde.

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>>> Der erste Tag des #istriatrip auf Strava

Tag 2: Drauradweg, Schotterliebe, italienische Grenze – 100km

Das Frühstück war perfekt. Frische Kresse, lokale Wurst und Käse, frischer Toast, eigene Kaffeekanne, Orangensaft. In dem Wohn-Ess-Arbeitszimmer, das mit einer Theke, einem Fernseher und einem fast zu lautem Radio versehen ist, fühlte ich mich irgendwie seltsam fehl am Platz und trotzdem auch heimelig. Die ältere Frau scheinte das alles alleine zu managen, früher war hier sicher mehr los, vielleicht als ihr Ehemann noch da war, mitgeholfen hat? Ich frühstücke lange, versunken in Gedanken. Dann wartet der zweite Tag des #istriatrip auf mich. Mein Hintern rebellierte, sehr schmerzhaft und die ersten Kilometer traute ich mich nicht mein ganzes Gewicht auf den Sattel sinken zu lassen. Nach 10 Kilometern über den Radweg wurde der Schmerz annehmbarer und ich hielt mich an den Alpe-Adria-Radweg, der ausgezeichnet ist und entlang des Flusses führt. Das Wetter war bescheiden, es ist bewölkt, frisch und nieselig. Einige Male verfuhr ich mich, da die Ausschilderung nicht so ideal war, aber mit Google Maps und der Radführer-Karte fand ich den Weg recht schnell wieder. Einmal gab‘s eine Snickers-Pause und einige Male gab‘s eine Hintern-Pause. Jeder Höhenmeter tat doppelt weh, ich wollte mich nur noch verzweifelt irgendwo hinlegen.

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Bis dann die italienische Grenze kam, tief in den Bergen und der Anfang des italienischen Ciclovio Alpe Adria auf mich wartet. Kurz steil nach oben empfing mich der Radweg, der durch die Wälder und durch hochgelegene Dörfer ging – fast elegant. Und dann wartete Tarvisio auf mich, mit eigentlich unfassbar tollen Bergaussichten, die sich jedoch leider hinter Wolken etwas versteckten. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass ich wohl wieder kommen muss.

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Die Hotelsuche war aber verdammt schwierig. Nach einem Apothekenbesuch – wo ich mir Lippencreme für meine Schmiergelpapierlippen holte – versuchte ich die günstigen Hotels abzuklappern, aber die hatten alle zu. Wieso? Tja, die Hochsaison in Tarvisio ist im Winter. Also fuhr ich zu einem Hotel, bei dem das Einzelzimmer 50,- Euro kostet. Ah, nein danke, zu teuer. Weiter zu anderen Hotels, die noch teurer oder ausgebucht sind. Zurück zum ersten Hotel, bei dem das Einzelzimmer auf einmal weg ist. Aber ein Doppelzimmer ist verfügbar, was mich 80,- Euro kosten würde. Ich lache und geh raus, suche nach weiteren Hotels bis die Dame raus kommt und mir sagt, sie hätte mit der Managerin gesprochen. Ich bekäme das Doppelzimmer für 50,- Euro für diese eine Nacht inklusive Frühstück.

Pasta, Buch und Dessert und dann eine Runde Wäschemachen im Waschbecken. Ich hoffte, dass es bis zum nächsten Morgen wieder trocken werden würde. Aber jetzt ging es erst einmal darum, dass ich Schlaf bekam. Und es morgen nicht, wie angekündigt, regnen würde.

>>> Der zweite Tag des #istriatrip auf Strava

Tag 3: Verliebt, verlobt, Ciclovio Alpe Adria – 125km

Es regnete. Verfluchte Kacke. Meine Bibshorts waren noch immer nass, das Föhnen half nichts und ich fror noch immer. Mistblöder Mist. Das Frühstück war okay, ich stopfte einfach Dinge in mich hinein und gruselte mich vor dem Kaffee aus der grauenhaften Pulvermaschine. Ich wartete während dem Frühstück bis der Regen nachließ. Es war kalt, mein Hintern tat sicherlich noch weh und die nasse Bibshort bestätigte nur meine müden Augen. Vom Tourismus-Center hatte ich den Zugfahrplan bekommen, da sie meinte, dass ich doch bei schlechtem Wetter den Zug nach Udine nehmen sollte. Und das hatte ich auch vor – ich wollte die Strecke doch genießen. Also suchte ich den Bahnhof und fand ihn  auch, ein kleines Bahnhofshäuschen für die Station „Stadt Tarvisio“. Also ich ankam, musste ich verdattert anhalten und relativ blöde aus der Wäsche gucken. Der Bahnhof hatte keine Gleise, sodass keine Züge fahren konnten. Bahnhof? Was war das hier? Bis es *klick* machte: Das war der Ciclovio Alpe Adria, der Radweg, der auf ehemaligen Bahntrassen gebaut war und bis runter nach Udine ging. Zug? Ich soll mit dem Zug fahren und das hier verpassen? Von wegen, dieser Radweg gehört mir, mir, mir!

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Und so radelte ich los, auf dem glatten Radweg, der wie eine Radautobahn wirkte. Ein Radweg, der sich an den Bergen entlang über der Autobahn und durch kleine Dörfer schlängelte. Wirklich schlängelte. Von verlassenen Bahnhöfen, durch lange Tunnel, durch Regenwolken und weiter in Richtung Italien. Ein perfekter Radweg, der voller Ruhe durch schöne italienische Alpen-Gegenden führte. Nun, ab und an wurde die Ruhe von schlecht gesungenen Liedern durchbrochen, die von mir kamen. Bohemian Rapsody wurde sicherlich zehnmal „gesungen“ – der Vorteil, wenn man komplett alleine ist.

Ein Bahnhof war als Rad-Bahnhof eingerichtet gewesen, mit Café, Radstation und Blick auf die Berge. Einfach nur absoluter Wahnsinn.

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Danach ging es auf dem Radweg über kleinere Straßen weiter, einmal fuhr ein Italiener an mich ran und erzählte was. Ich sagte nur „Sorry, don‘t speak Italian!“ und er meinte „Your bike!“ worauf ich „Yeah, best bike!“. Er schüttelte den Kopf „Your bike, no good for this road! Many stones!“ und auf mein „Nah, it‘s fine, I already rode a lot of gravelroads with this!“ schüttelte er nur den Kopf und fuhr weiter. Als ich dann auf einem losen Schotterweg kam, der irgendwann mal eine Straße werden würde, verstand ich was er meinte. Ein grober Tunnel, in dem die Wassertropfen laut hallten und kein Licht den Boden zeigte, war der Anfang einer kilometerlangen Schotterstrecke die ganz offenbar in Bau war. Umdrehen? War nicht, also fuhr ich solang weiter, bis ich auf die Baufahrzeuge traf und kurz darauf zurück auf der Route war.

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Mein Versuch einer Kaffeepause war eher verzweifelt, kein Laden hatte auf – willkommen in Italien. Mittags trank man halt kein Kaffee. Also schlang ich einen Chimpanzeebar runter, trank was, saß eine Weile auf der Straße rum und fuhr dann einem noch nicht abgeschlossenen Radweg über grobe Steinwege. Udine kam näher, aber ich hatte Hunger, mein Hintern brauchte eine Pause und der Radweg nervte mich gerade einfach nur. In Gemona de Friuli schaffte ich es wieder einmal durch Verfahren Höhenmeter zu sammeln und deshalb kehrte ich im ersten Supermarkt ein, reinigte meine Linsen – die werden immer trocken, wenn ich müde bin – und schnappte nach Luft. Der Rest nach Udine war traumhaft italienisch: auf kleinen Straßen fuhr ich bei Sonnenschein durch die Dörfer, die Sonne kam immer mehr raus und ich sehnte mich nach Kettenöl. Das Schaben der Kette nervte mich tierisch und führte mir seltsame Schmerzen zu, armes Rad. Kurz vor Udine sah ich dann einen Radladen, kam schlitternd zu Stehen und bat um „Chain lubricant“. „Aah, I don‘t know. What is… like oil?“ und ich lache und nicke „Yes, oil for the chain! Here!“ Er kommt mit WD-40 und mir ist es schon fast egal, hauptsache das Rad leidet nicht mehr. Auf meine paar Euros für die Kaffeekasse lacht er nur und winkt ab. Sein Kumpel steht daneben, lacht auch und sagt: „He is a gentleman!“ und ich sage „Well, and I am a gentlewoman!“

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Meinen Cappuccino im Zentrum Udines genieße ich, suche nach einer Unterkunft und buche spontan. Dort begrüßt mich das Industriegebiet, ohne Restaurant in der Nähe und ich shoppe enttäuscht bei Burger King. Bäh. Aber wenigstens gibt es in dem Motel eine Katze, die mir Gesellschaft leistet und eine Badewanne, die meine Beine entspannt.

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>>> Der dritte Tag des #istriatrip auf Strava 

Tag 4: Italien, Slowenien, Kroatien und eine Zug-Abkürzung – 135km

Von Udine weg. Und ich bin im Höhepunkt meiner Hinternschmerzphase. Ich könnte heulen, weil es so weh tut. Meine Oberschenkel zicken, weil ich soviel stehend fahre. Die schöne italienische Gegend kann ich kaum wahrnehmen, ich zähle die Kilometer und sehne mich nach Pausen. Im wunderschönen Palmanova fahre ich an Kaki-Bäumen vorbei und lausche klassischer Musik. Ein Café Americano und eine Cola helfen mir dann wieder auf, weiter in den Süden. Eine deutsche Rad-Gruppe, die mit Trekkingrädern gemütlich durch die Gegend haxelt, sieht mich und deutet auf mich. Und dann höre ich ein „Ja, die hat gscheide Wadeln!“ und kicher kurz. Ja, die habe ich tatsächlich.

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In Cervignano del Friuli pausiere ich, vermisse ruhige Straßen und schaue mir die Strecke an. Und sehe, dass ich mich verrechnet habe. Es fehlen mindestens 65km, mindestens. Und ich merke, dass ich das nicht kann. Mein Hintern lacht irre, als ich nur daran denke. Nun gut, der Zug muss helfen. Ab nach Trieste mit dem Zug, was bedeutete, dass ich das Meer zuerst durch das Zugfenster sehe – weit unter mir und glitzernd am Horizont. In Trieste rieche ich kein Meer, die Hafenindustriestadt weiß mit Chaos und wenig hübschen Gegenden aufzuweisen. Auf Google Maps suche ich mir eine Strecke raus und ich merke, ich muss hoch. Wieviel weiß ich nicht, welche Straße weiß ich auch nicht, aber ich setze mir Ziele. Und finde mich auf einer vier bis sechsspurigen Straße wieder, die durch Tunnel nach oben führt. Laut, eng, schnell und steil – zumindest für mich.

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Ich leide wie am Stück und kämpfe, kämpfe und kämpfe. Oben angekommen suche ich nach Essen, finde ein Café das Panini anbietet und stopfe diese in mich rein – ohne großen Hunger, der war schon längst verschwunden und war einem Gefühl von „Lasst mich sterben“ gewichen. Nach dieser Pause geht es auf der Schnellstraße nach Slowenien. Alles tut weh, die Energie fehlte komplett und war noch lange nicht im Blut angekommen und die rasenden LKWs waren anstrengend. Im Nebel von Schmerz und Müdigkeit war ich also da angekommen, wo ich war: an der Seite der slowenischen Schnellstraße nach Kroatien.

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Ich trinke also noch einen Schluck und bleibe sitzen. Ich könnte schlafen, sollte ich aber nicht. Vorsichtig klicke ich wieder ein und vermeide es, mich auf den Sattel zu setzen. Ich fahr weiter und weiter, bleibe wieder stehen und checke das Höhenprofil, das ich von jemanden gefunden hatte. Es kommt noch ein Anstieg, ich hoffe, dass ich den überlebe. Weiter geht‘s, ich kämpfe und kämpfe… und dann ist es vorbei. Ich brettere durch Slowenien, am Grenzposten wollte ich eigentlich einfach vorbeifliegen. Geht aber nicht, sodass ich mich einreihen muss, meinen Pass zücke und dann wunderschöne Abfahrten wie eine Wahnsinnige nach unten haxel. Ich will nur ankommen und das kommt mit Kilometer um Kilometer näher.

>> Vierter Teil des #istriatrip auf Strava – Teil 1 und Teil 2

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Und dann liegt das Meer vor mich, es wird dunkler, sodass ich Tempo gemacht hatte. Kurz vor Dunkelheit bin ich also da, mit Blick auf die Bucht Opatijas – Kroatien ist also erreicht. Ich atme durch. Ich bin da. Ab zum Hotel, denn die Pause, das Baden im Meer, viel Essen und Ausschlafen hatte ich mir jetzt verdient.

Nach 510 Kilometer und 6.400 Höhenmetern war ich da. #istriatrip du warst ein Traum!

Der Weg zurück von Kroatien

Das Hotel war eine Enttäuschung, daher entschied ich nach zwei Nächten und Nieselregen wieder zurück zu fahren. Ab nach Deutschland. Nur wie? Die Suche ergab zwei Möglichkeiten: Ich fuhr mit dem Rad zurück nach Trieste bzw. Udine oder ich fuhr mit dem Zug ab Opatija zurück. Letztere Variante schien realistischer, sodass ich meine Sachen packte und den Weg zum Bahnhof hochfuhr. Mann, das war ordentlich anstrengend und ich war froh, dass ich nicht mehr in Angriff genommen hatte. Mit einem Antiquariats-Ticket bestieg ich den Zug, wurde mit meinem Rad einem Abteil zugewiesen in dem ich das Rad an die plüschigen Sitze lehnen konnte.

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Mit dem Zug, vorbei an langen Grenzkontrollen fuhr ich nach Ljubljana wo jedoch keine Züge nach Österreich gingen – nur Ersatzbusse. Und somit keine Räder mitgenommen werden durften. Eigentlich. Aber für mich machten sie eine Ausnahme und ich legte das Rad in den Gepäckbereich. In Salzburg ging kein Zug nach Freilassing, wo ich eigentlich hin wollte. Licht hatte ich auch keins. Es war kalt. Ich war müde. Also wartete ich 2 Stunden auf den nächsten Zug nach München. Dank der Grenzkontrollen und der Situationen der Asylbewerber, die nach Deutschland über Salzburg möchten, wurde der Zug weder angeschrieben noch angekündigt. In dem Moment als der Zug also auf den Gleisen stand, wurde es angezeigt. Mit einer geöffneten Tür, Sicherheitsbeamten und Polizisten wurden alle Papiere der Reisenden überprüft. Nach 10 Stunden Fahrtzeit kam ich dann endlich in München an. Was für ein Trip! Ich verdaue noch immer die ganzen Erfahrungen, Momente und Eindrücke. Und ich freu mich schon auf den nächsten Trip!

Hier in der Bildergalerie könnt ihr meinen Trip komplett durchklicken

5 Antworten zu “Alpe Adria Radweg, Cappuccino, Meeresglitzern: Von Salzburg nach Kroatien #istriatrip

  1. Ein sehr schöner Reisebericht mit tollen Fotos und zugleich ein guter Tip für eine Tour.
    Wir werden sie auf jeden Fall nachfahren.
    Viele Grüße!

  2. Hallo Red Cherry Peper, Sehr schöne Fotos, warum haben wir uns nich auf dem Radweg getrofen, bin am 5. Okt. in Salzburg losgefahren, Am Tor zum Ciclovia Alpe Adria Stand bei meiner durchfahrt die Nr. 8508. Gegen die Popo schmerzen kann ich dir die Chamois Creme von assos empfelen.Habe am 6.10. in Tarvisio im Hotel Haberl für 50 € Übernachtet.Dein Bericht hat mir sehr gut gefallen, git es da noch mehr?Fährst du immer alleine?Wohin geht dein nächster Trip. Hast du schon die Via Claudia Augusta gemach? die ist Landschaftlich fast noch schöner. Liebe Grüße aus Niederbayern sendet Andreas.

    • Hallo Andreas,
      ach – da haben wir uns tatsächlich verpasst! War am 06. auch in Tarvisio, in einem Hotel an der Hauptstraße oben – mann, was für eine kleine Welt! Aber schön, dass ich da nicht die einzige auf der Strecke war! Die Via Claudia hab ich auch noch geplant, mal sehen wann die fällig wird 😀
      Von meinem Bericht gibt’s nur die, die du hier auf meinem Blog findest und hoffentlich bald neue Erlebnisberichte. Ich möchte ja den Leser nicht mit ellenlangen Texten langweilen 😉
      Chamois-Creme kann da nicht helfen, das ist der Druckschmerz vom Rucksack und miesen Sattel – der Knochen tut pochen, aber damit muss man einfach leben.
      Wann steht denn deine nächste Tour an?
      Liebe Grüße!

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