Inov8 Ultra Race: Laufschuhe für die extralangen Läufe

Bei 5km werden die Füße selten jammern. Bei 10km eventuell ein bisschen. Ein Halbmarathon in den falschen Schuhen? Uff, das tut schon mal ordentlich weh. Ein Marathon mit vor Schmerz schreienden Beinchen? Ne, das muss nicht sein. Und entsprechend weniger braucht man unbequeme oder einfach dafür nicht gemachte Schuhe, wenn man Distanzen bewältigen möchte, die jenseits der Marathonstrecke liegen: Ultras.

Meine Füße haben sich ja schon sehr an die Inov8 gewöhnt: Schuhe, die einfach für Trails, Matsch und Berge gemacht sind. Und mir beim Laufen nicht die Zehen abnagen oder die Sohle aufreißen, einfach sehr freundliche Schuhe. Weil aber die meisten Schuhe von Inov8 für die kurzen bis mittellangen Distanzen gemacht sind, wurde der Race Ultra auf den Markt gebracht. Auf der ISPO2015 durfte ich den schon bewundern und leicht ansabbern, bis ich ihn dann hatte. In Knallpink.

Der Race Ultra – eine Übersicht

Der Race Ultra von Inov8 ist ein Schuh, der wie sein Name schon sagt, dafür gemacht ist lange sicheren und „bequemen“ Halt zu bieten. Nun, irgendwann tun die Füße immer weh, egal ob Wattebäuschen oder barfuß. Aber das Herauszögern und Minimieren von Blasen&Co. kann helfen, dass es weniger schmerzhaft ist und man viel mehr lächeln kann beim Leiden. Der Race Ultra 270 wird also wie folgt beschrieben:

  • atmungsaktiv
  • robuste Verstärkungen
  • viel Bodenkontakt
  • flaches Sohlenlayout
  • Sprengung (Höhendifferenz der Sohle zwischen Ferse und Vorfuß): 4 mm
  • komfortable Sohlendämpfung
  • griffige Profilsohle

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Die Farbe beschreibe ich gern als „jenseits von Gut und Bös Pink“, sogar die Kamera hat Probleme dieses Pink darzustellen. Aber dafür wird man einfach schneller gesehen und kann nach einigen Läufen auch durch die Dreckschichten ein bisschen angeben. Bei schwarzen Schuhen etc. würde das ja niemand sehen, pffffttt.

Laufen, Laufen und Laufen

Die Schuhe hab ich das erste Mal – oder die ersten Male – sehr un-trailig ausprobiert. Und auch eher nicht in die Ultrarichtung gehend. Die pinken Schuhe an und 5km durch die Stadt. Beim ersten Laufen wurde klar, dass diese Schuhe breiter und weicher sind, als meine Inov243. Ich habe gefühlt etwas weniger direkten Bodenkontakt, aber laufe klar Mittelfuß. Etwas, das mit den Laufschuhen von Mizuno und Adidas eher selten passiert aufgrund der Sprengung und Dämpfung.

Die griffige Sohle behindert nicht beim Laufen auf Asphalt, das Profil ist nicht so speziell wie bei dem Inov243 oder den Salomon Speedcross. Daher macht es Spaß auf dem Asphalt zu laufen und die Breite im Vorderfußbereich des Schuhs – anfangs noch irgendwie schwammig – passt sich nach 3km schnell an und wird ideal.

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-> Für gelegentliche Asphaltpassagen oder kurze Strecken in der Stadt kann der Schuh herhalten, sollte aber nicht dauerhaft dafür verwendet werden. Denn das Profil kann dadurch schneller abgelaufen werden und die Griffigkeit bringt einen auch kaum weiter.

Schotterwege und Bergpassagen

Da mein Jahr 2015 sehr im Zeichen des Rennradfahrens ist, um einfach raus zu kommen, habe ich kurz vor meinem Karwendelmarsch Rucksack und Schuhe gepackt und bin eine kleine 15km Strecke um den Tegernsee und dessen Berge gelaufen. Nun, bergauf wie gehabt gewandert und bergab fröhlich gehüpft. Ich war hin und her gerissen, ob ich die denn nun anziehen sollte oder meine eingetretenen und flexibleren Inov243. Aber die Race Ultra mussten in der Wildnis getestet werden.

Auf Schotter- und normalen Waldwegen sind diese Schuhe ein Traum. Sie sind griffig, geben Sicherheit und Stabilität, sodass das Laufen in Wald und auf Wiesen mit diesen Trailschuhen egal wie lang sehr gut zu bewältigen sind. Bergauf ist die Fersenkappe sehr stabil, mir einfach fast zu stabil, da nach einer Weile der Fersenbereich unangenehm gepocht hatte. Vom Gefühl her war die Kappe zu stabil, sodass bei dem Abrollen die Ferse quasi zu gut gehalten wurde, sich nicht wie natürlich nach oben mitbewegen konnte und das auf Dauer bei mir unangenehm wurde. Aber, um ehrlich zu sein, kann das bei frischen Schuhen natürlich der Fall sein.

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Die Schuhe bieten eine gute Stabilität und Sicherheit, was sich auf längere Läufe sehr positiv auswirken kann. Bei technischen anspruchsvollen Trails wie Wurzeltrails oder Downhills auf denen man viel umherspringen kann, wirkt der Schuh auf mich schwerfällig und ist nicht so direkt wie gewünscht. Ich hab mich bei diesen feinen Trails etwas unsicher gefühlt und hab die Leichtigkeit und Flexibilität des Inov243 vermisst.

Ultra-Test auf 52km

Was gibt’s denn für einen besseren Test als den 52km langen Karwendelmarsch durch das schöne Karwendelgebirge? Okay, außer einem 100km-Lauf oder dem Western States oder dem UTMB oder allen anderen Ultras sicherlich nichts. Bei strahlendem Sonnenschein war dieser Karwendelmarsch das absolute Gegenteil von der Ausführung im letzten Jahr und mindestens genauso toll. Mit Kathrin von Katitria haben wir uns im Partner-Schuh-Look auf den Weg gemacht, zum Glück gab es „nur“ 2.400 Höhenmeter zu bewältigen.

Am Anfang jammerten meine Fersen – von meinen Beinen mal ganz zu schweigen. Die Schuhe machten sich die ersten Kilometer bis hin zum ersten richtigen Anstieg ideal auf dem Schotterweg, der erste Downhill war grobsteinig und alles andere als „zart“ – sodass ich wirklich froh um meine etwas gedämpfteren Schuhe mit mehr Stabilität war. Die Schuhe stellten sich nach einer Weile auch als ideale Kaltwasserlager dar, wenn man damit in die kalten Bäche stieg – bei brennender Hitze da oben war das eiskalte Nass ein Traum für die Füße. Ob das bezüglich Blasen oder sonst was so klug ist sei mal total dahin gestellt, aber uns wär das sowieso egal gewesen.

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Da es trocken war und keine rutschigen Passagen Teil des Karwendelmarschs waren, kann ich nicht beurteilen wie die Schuhe auf nassem Untergrund arbeiten. Von der Erfahrung her würde ich für Matsch und Regen Schuhe mit mehr Profil verwenden, die Race Ultra haben sich auf trockenen Untergrund wie Steinen, Schotter und Erde sehr gut geschlagen. Besonders grobe und große Steinpassagen konnten sehr gut bewältigt werden.

Am Ende gibt es nur das eine Fazit: Die Schuhe haben mir keine Schmerzen zugefügt, nach 50km war das Laufen damit noch butterweich und angenehm. Nichts hat gezwickt und ich hatte nie das Gefühl keinen Halt oder Stabilität mit den Schuhen zu haben. Dadurch, dass sie mit dem eher kleinen Profil ideale Allrounder für lange und sehr lange Strecken sind, würde ich bei technisch anspruchsvollen Trails oder langen Asphaltstrecken eher auf andere Schuhe zurück greifen.

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Die Race Ultra kann ich jedem ans Herz legen, der verlässliche Schuhe für Ultrastrecken sucht und sich etwas mehr Bodenkontakt wünscht, jedoch weniger technisch anspruchsvolle Trails laufen möchte.

*Vielen Dank an Inov8, die mir freundlicherweise die Schuhe zum Testen zur Verfügung gestellt haben.

4 Antworten zu “Inov8 Ultra Race: Laufschuhe für die extralangen Läufe

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