Paleo-Challenge: Erkältung sorgt für Pause – und ich such den Sinn

Paleo, die zweite Woche. Ergo 13 Tage sind vorbei, allerdings keine 13 Paleo-Tage. Warum? Weil ich ab Anfang der Woche rumgekränkelt habe und dann wunderbar mit Erkältung und dem vollen Programm daheim lag. Krank sein und Paleo machen? Nicht in einer Millionen Jahre. Aber erst mal von Anfang an.

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Nach Freitag ging es brav mit Paleo weiter, langsam konnte ich mich daran gewöhnen keinen Zucker mehr zu essen und meine Tagträume drehten sich nicht nur um Pasta sondern auch um sonnige Tage am Meer. Und Bernie Eisel. Aber da dieser zuckersüß ist, darf ich den natürlich auch nicht. Nun, Größenwahn beiseite. Am Sonntag stand in der Früh nicht nur der erste 10km Lauf seit langer langer Zeit mit Sascha an, mit Boban hatte ich mich auch noch zum Radeln verabredet. Rührei und Paleo-Müsli hin oder her, die Radfahrt war anstrengend und zerrte ordentlich an meinen Kräften.

Zwar war es saukalt mit ekelhaft eisigem Wind, aber es war nicht wirklich unfassbar kalt – aber ich fror wie lang nicht. Und statt der ewig langen Tour, die wir eigentlich geplant hatten, stand schon in Seeshaupt nach nur 50km eine Pause an. Weil ich weder meine Fingerchen spürte, noch das Zittern unter Kontrolle hatte, konnte mich der Tee mal kreuzweise am nassen Radlhintern kratzen. Ein Cappuccino musste her. Und die erste große Frage: Was bringt mir Paleo, wenn ich tagtäglich wieder Rennrad fahre und ständig nur ans Essen denke, weil ich kurz vorm Verhungern bin? Kann ich damit Sport genießen und Leistung erzielen?

Am Dienstag war es dann, wie erwartet soweit: Pochende Halsschmerzen standen auf dem Programm. Warum wie erwartet? Nun, als ich letztes Jahr einmal versucht habe meinen Kohlenhydratekonsum runterzufahren – quasi Low-Carb – wurde ich zwei Wochen später krank. Und ich hab schon befürchtet, dass es hier bei der drastischen Umstellung auch so sein wird. Ein gesunder Pluspunkt ist das nicht für Paleo, normalerweise werde ich kaum krank und eigentlich kann ich drauf verzichten mit pochenden Nebenhöhlen und Kopf im Bett zu liegen. Soll Paleo nicht gesund sein, den Körper auf Vordermann bringen und allgemein einfach super für den schnelllebigen Menschen des 21. Jahrhunderts sein? Ich sag mal „Nö“.

Krank sein bedeutet zwar wenig essen, aber nicht einschränken was ich esse. Entsprechend habe ich dann ab Mittwoch Paleo auf die Wartebank gesetzt und ernähre mich jetzt wie gehabt. Natürlich mit Gemüsesuppe und Frühstücks-Porridge und Pomelo-Snacks und viel viel Tee. Von Prospan und Sinupret und Neocitran mal ganz abgesehen, das wär sowieso nicht paleo.

Wie geht’s jetzt weiter? Geradeaus, würd ich mal so salopp sagen. Erst einmal gesund werden. Und dann stell ich mir noch einmal die Frage, ob Paleo wirklich Sinn macht, wenn ich Leistung beim Rennradfahren, Spinning und Laufen erzielen will. Und ob ich meine überbleibende Energie wirklich für Essens-Tagträume und „Nein, ich darf das jetzt nicht“-Belehrungen für mich selbst verschwenden möchte. In dem Moment, in dem Ernährung mit Verboten, mit Leistungseinbrüchen, mit Nebeneffekten wie vermehrtem Frieren oder mit dem Verlust des Genuss von Essen zu tun hat, finde ich diese Ernährung nicht mehr sinnvoll für mich. Aber jetzt muss ich erst einmal gesund werden und wieder mit meinem Training anfangen. Und eventuell für die nächsten Minustemperaturen-Radfahrten eine Winterjacke kaufen. Ach übrigens, bei der nächsten Radfahrt steht wieder Cappuccino-Pause und Kuchen auf dem Programm.

18 Antworten zu “Paleo-Challenge: Erkältung sorgt für Pause – und ich such den Sinn

  1. Ich bin absolut kein Fan von radikalen Ernährungsumstellungen. Gerade das Immunsystem braucht ja auch Kohlenhydrate. Hier gibt es sicher auch stark individuelle Unterschiede, wie gut man das jeweilige Ernährungsprogramm verkraftet. Da gibt es auch sehr komplexe Zusammenhänge von Darmflora und Ernährungsvorlieben, Gewohnheiten usw. Meine Meinung ist daher: Beim Altbewährten bleiben, eventuell Softdrinks und Zucker reduzieren aber nicht radikal streichen. Weiter trainieren, Tagebuch führen, dann klappt das auch mit dem Abnehmen. Immer noch gute Besserung!

    • Jup, dein Wort in Gottes Gehörgäng ähm in meinem Gehörgang. Aber ausprobieren ist immer gut, wenigstens hab ich jetzt mit den ganze Kohlenhydraten aber auch wieder mehr Power für Sport 🙂

  2. ich habe eine weile meine kohlenhydrathe reduziert und kam damit nicht gut zurecht. zwar habe ich etwas abgenommen, aber sah auch weniger definiert aus, weil alles so flach war. ausserdem war ich überhaupt nicht leistungsfähig, hatte viel kreislaufprobleme, war schlecht gelaunt und und und.
    seit ich wieder viel kohlenhydrathe ess und nur kurz vor wettkämpfen mal lowcarb fahre, komm ich sehr viel besser zurecht.
    gibt zwar menschen, die auf lc schwören, aber ich tu es nicht. ich geh da mehr in die andere richtung: high carb und dafür weniger fett. ganz viel gemüse, ganz viel obst, mässig getreide und proteine. und damit gehts mir gut wie nie 🙂

    • Was heißt denn eine Weile bei dir? Ich muss sagen, bei mir hatte ich da keinen Unterschied gesehen – okay, es war auch einfach zu kurz. Ich frag mich dann, was dünn/abnehmen bringt, wenn man weniger leisten kann, im Alltag so vor sich hindümpelt und nur schlafen will.
      Lowcarb kann auch gut sein, wenn man abends auf KH verzichtet, dafür Mittags aber Power tankt. Damit ging es mir früher immer besser – aber wenn man abends immer sportelt und nach 4 Stunden am Verhungern ist, dann muss Pasta her.
      Ich glaub einfach mehr Sport, weniger Süßkram und generell in Maßen genießen 🙂
      Schön zu hören, dass es dir so gut geht und dass du deine Ernährung gefunden hast!

      • eine weile war durchaus 2-3 monate. aber wie gesagt, das war es mir nicht wert… ich wieg jetzt zwar 2kg mehr aber mir geht es tausendmal besser 🙂 stimme dir total zu 😉 wirst du denn jetzt weiter paleo probieren oder anders verfahren?
        süssigkeiten brauch ich zb inzwischen gar nicht mehr und mag ich nicht mal mehr. dafür süsses reifes obst. denke, das ist auch viel gewöhnung.

  3. Neben einigen Beispielen die in meinem Bekanntenkreis ohne Kohlenhydrate und mit Paleo auskommen, gehts mir wie dir. Der Stecker wird gezogen… Gute Besserung. Ich hoffe du findest deinen Paleo-Weg.

    • Danke dir – geht auch schon wieder besser 🙂 Aber ich glaube der Paleo-Weg wird nicht meiner sein, ich wähle lieber den Sport-Weniger-Süßkram-Weg, der macht auch dank Sport einfach etwas glücklicher finde ich. Was machst du denn so?

      • Ich versuch es auch mit dem mehr Sport-weniger Schoki Weg. Und eine Mahlzeit muss ein Salat sein, oder Obst… Noch sehe ich keine Erfolge, aber es fühlt sich recht gut an.

  4. Pingback: Lowcarb - wenig Kohlehydrate - großes Glück? Trend o. Tortur·

  5. Erstmal natürlich gute Besserung!

    Welchen Sinn macht sowas? Gute Frage. Irgendwie ist ja jede Ernährungsumstellung ein Selbsterfahrungstrip – immerhin hinterfragt man seine Gewohnheiten. Mache ich aktuell auch nicht anders.

    Wobei man natürlich auch Fragen kann, hängt die Erkältung wirklich mit dem KH-Verzicht zusammen? Aktuell ist es eben Winter und Erkältungszeit.
    Ich kenne das selbst, wenn ich erkältet bin, habe ich KH-Bedarf, den mein Körper eindeutig anmeldet. Aber zwischen Industriezucker-Galore und Paleo gibt es ja noch einen Mittelweg.

    Ich bin gespannt wie Deine Überlegungen weiter gehen.

    • Danke dir. Ja, der Sinn – jeder findet oder findet ihn eben nicht in unterschiedlichen Dingen.
      Da ich kaum ergo so gut wie nie krank werde und das letzte Mal richtig mit KH-Verzicht krank wurde, seh ich da einen Zusammenhang. Entsprechend wurde dann als ich krank war eines klar: ich brauch grad KH zum Gesundwerden. Ich tendiere daher, weil ich auf Krankwerden verzichten kann, zum Mittelweg. Und zu mehr Sport. Und eventuell ein Süßkram-Verbot an meinem Team-Tisch in der Agentur? 😀 Haha, unmöglich das umzusetzen.

  6. Gute Besserung erstmal!
    Die Sache ist doch eigentlich ganz einfach, wenn du dich nicht wohl fühlst mit der Umstellung und sie dir zusätzlich nach fast 2 Wochen noch Energie raubt dann wird es wohl nicht das Richtige für dich sein.
    Wenn du weniger träge sein willst dann verzichte weitestgehend auf Industriezucker und schwere Mahlzeiten, das sollte grundsätzlich genügen. Immer mit Hunger durch die Gegend laufe ist Mist, klar gehört Hunger dazu. Der sollte aber nicht den Tagesablauf bestimmen.

  7. Hey Kirsche. Kann Daniel da zustimmen. Ist es die Ernährung die die Krankheit verursacht hat oder der nasse Popo in der eises Kälte? Fakt ist aber das durch die verminderte KH zufuhr dein Puls tiefer sein sollte als vorher. Das du dadurch mehr frierst liegt auf der Hand. Und das du im Training etwas leidest ist halt dem damit erziehlten Fettstoffwechsel zuzuschreiben. Immerhin muss der sich auch wieder „neu“ anlernen. Bei Intervallen würd ich gute KHs trotzdem gezielt einsetzen.
    Wenn du es durchhälst und erst vor einem Wettkampf deine ersehnten KHs tankst, kommt die erwartete Leistung und vielleicht auch etwas mehr… gute Besserung! Bleib am Ball 😉

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