12 Mädels, 51km und ein bisschen Dreck: Braver Than The Elements

Dieses Jahr gab’s für die Mädels, die Rennrad fahren, nicht nur den #womens100 sondern auch den #braverthantheelements Ride – den Elementen strotzen und sich auf’s Rennrad schwingen. Allerdings war dieser nicht wirklich global organisiert, anders als der #womens100 bei dem weltweit am gleichen Tag weibliche Radfahrerinnen gemeinsam mindestens 100km fahren. Der #btte (Abkürzung für Braver Than The Elements, weil das schon arg lang ist) war in erster Linie für die USA gemacht – schade. Aber das hat uns in Deutschland und auch manche in Frankreich nicht davon abgehalten trotzdem große Gruppen zu aktivieren, damit man gemeinsam fährt. Wir in München, das sind Nina und ich und am Ende auch noch die Moni, haben uns gedacht, da muss doch eine gemeinsame Ausfahrt drin sein. War sie dann am Ende auch: 12 Mädels, 2 Testräder von Specialized, eine Menge Ass-Saver und genug Goodie-Bags von Rapha für die radelnden #btte-Girls war drin.

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Wir haben uns, aufgrund der Gefahr, dass vielleicht doch noch der Winter kommt, eine kurze und gemütliche Route ausgedacht. Die ging an der Waldwirtschaft los, da hier auch genug Parkmöglichkeiten vorhanden waren. Warm eingepackt kamen die Mädels dann peut a peut an, mit kompletter Winterausstattung und mit tollen schönen Rädern. Ich hatte mir ja ein Ruby von Specialized angelacht und hab kurzerhand die Pedalen mithilfe von Moni von meinem Canyon ans Ruby gemacht. Aber ich hab’s nicht über’s Herz gebracht mein geliebtes, vertrautes und dann wohl einsames Canyon nicht auf dieser kleinen Tour zu fahren. Also wieder Pedalen umgeschraubt und mit dem Roadlite startbereit. Außerdem war das Ruby schwerer als meins. Grund genug beim vertrauten Schatz zu bleiben, da weiß ich wenigstens welcher Gang nicht funktioniert und es ist gefitted (sagt man das?).

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Erstmal ging es darum die Mädels dann wieder einzusammeln. Die sind nämlich einfach mal losgefahren, während die Guides noch nicht einmal das „Go“ gegeben hatten – Warten macht eben einfach kalt. Alle zurück pfeifen und runter zur Isar und wieder hoch. Davor hat Nina kurz erklärt wie es geht: Moni fährt vorne, ich in der Mitte und sie als Lumpensammler hinten. Keiner überholt uns vorne, genauso achten wir darauf, dass keiner zurückbleibt. Tempo war auf 23-25km/h angedacht, das aber schnell gesprengt wurde – die vordere Front wollte nämlich schneller fahren, als manch andere. Leider führte das dazu, dass sich sehr lange Wartepassagen einbauen lassen mussten und sich ganz vorne eine schnelle Gruppe bildete, gefolgt von einzelnen Fahrerinnen. Schade, dass ich mein Garmin Edge nicht hatte – sonst hätte ich mich ganz vorne positioniert und das 25er Tempo einrasten lassen nach dem Motto „You shall not pass“.

Unsere Strecke verlief über Straßlach entlang runter nach Schäftlarn und wieder hoch, über Neufahrn nach Wangen. Weiter ging’s nach Leutstetten und an der Würm entlang hoch nach Gauting – da sind wir aber vorher nach Buchendorf abgebogen und über tolle Waldwege zurück zur Olympiastraße. Wer im Süden unterwegs ist kennt die Strecke sicherlich – ein Traum im Sommer.

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So habe Nina und ich die Rennsemmeln rennen lassen und die herbstliche Landschaft, tolle Gespräche genossen und tolle Rad-Mädels kennen gelernt. Der Wind war ein bisschen fies, aber es regnete nicht, es schneite nicht, nirgendwo lag Schnee oder Eis und ab und an – ganz selten – blinzelte die Sonne verschlafen durch die graue Wolkendecke. Mein iPhone hatte mir zwar „Sonne“ für den ganzen Tag angezeigt, aber ich glaub da war die Wetter-App etwas besoffen, denn vom strahlend klaren Himmel sahen wir nichts. Trotzdem war das Wetter super und ich muss ehrlich sagen, dass es kein „Braver Than The Elements“ Ride war, sondern ein unterhaltsamer und schöner Ride mit einer Menge topfitter Mädels (Ja, auch dich mit 40 Jahren zähl ich als Mädel!), die alle so ein kleines bisschen verknallt ins Rennradfahren sind.

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Der ein oder andere Hintern war durch unsere tollen Kies- und Waldweg-Exkurse etwas dreckig und naß, aber das ist bei diesem Wetter einfach zu erwarten. Ich habe auf jeden Fall gelernt, dass schwarze Radhosen aus gewissen Gründen die besten Hosen für Herbst/Winter sind. Black FTW! Mit warmen Handschuhen, Buffs, Mützen und Überschuhen wurd uns nur ein bisschen kalt. Aber nichts, was Cappuccino, Punsch und Suppe danach nicht sofort wieder aufgewärmt hätten. Obwohl die sehr duselige Oh-heilige-Weihnachten-Knabenchor-Musik schon gewöhnungsbedürftig war in der Waldwirtschaft.

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Und während wir so durch den Forstenrieder Forst fuhren wurde mir noch einmal klar, dass ich wirklich einen Crosser möchte. Brauche. Aus lebensnotwendigen Gründen benötige. Und ich schreibe das gerade, während ich mit meiner linken Hand meinen neuen Focus Crosser liebevoll streichle.

Was ich allerdings seltsam finde, ist die Tatsache, dass der Unterschied oder eher die Leistungsdifferenz der Rapha-Challenges für Frauen und Männer schon arg groß ist. Der #womens100 ist toll und findet im Juni statt, 100km sind eine ganze Menge zu radeln, aber wenn man den ganzen Tag Zeit hat, dann ist das auf jeden Fall zu schaffen. Als ein weltweites Event, das Frauen vereinen soll und auch noch etwas zurückhaltende Rennrad-Mädels aktivieren soll ist der #womens100 gut geeignet. Aber der #btte war ein ähnliches Event – wieder mal. Ohne Angabe von Distanz oder zu fahrenden Kilometern war es eher eine nette Idee, die ich nicht ausgereift finde. Denn wenn man im Vergleich sich den #festive500 anschaut, dann ist das ein krasser Unterschied. Warum? Naja, beim Festive 500 muss man vom 24.12. bis zum 31.12. 500km fahren. Wenn man bedenkt, dass viele bei Familien&Co. sind, Urlaub haben und in Europa normalerweise Schnee und Eis vorherrschen sind die 500km nicht einfach zu meistern. Das, meine Damen und Herren, ist ein verdammter #braverthantheelements Event. Bei Schneestürmen auf dem Rad draußen täglich mindestens 70km fahren. (Australier und die mit dem schönen sonnigen Wetter mal ausgenommen, die tricksen eh voll.) Mädels können das auch, der #womens100 und der #braverthantheelements haben das gezeigt. Oder wohl eher: die Mädels haben das gezeigt.

 

2 Antworten zu “12 Mädels, 51km und ein bisschen Dreck: Braver Than The Elements

  1. Das ist soooo cool! Ich beneide dich sehr für diese wunderbare Ausfahrt. Hier in der Gegend gibt es nicht so viele Mädelsgruppen und irgendwie fühle ich mich da nicht ganz so wohl. Ich fahr da wohl gern ein Mal im Jahr mit, aber mehr wird daraus meist nicht. Na auf jeden Fall habe ich ja etwas von deinem Battle die Feiertage mitbekommen und nicht selten mit offenem Mund vor IG gehockt. Klasse Leistung. Toller Abschied für dieses Jahr und sicher eine schöne Einstimmung für 2015.

    So, ich schnüre mal die Laufschuhe und mache mich raus in diesen grauen Matsch. Liebe Grüße und einen wunderbaren Jahreswechsel. Komme gut rein und starte das neue Jahr richtig schön! Ich freue mich, mehr von dir und deinen Abendteuern im nächsten Jahr zu lesen.

    • Mir schwirrte da soetwas im Kopf umher, dass man ja mal einen unkomplizierten und nicht leistungs-geilen Radl-Club aufmachen könnte. Für Mädels wie für Jungs, vereint durch Twitter und Instagram. Mit gelegentlichen gemeinsamen großen Ausfahrten und lokalen Grüppchen … aber ich schwärme 🙂

      Ich hätte gerne noch etwas mehr geleistet, aber der Schnee war da leider im Weg. Wie du ja schon dank Facebook weißt 😉 Ich find’s auch sehr sehr toll, was du alles auf die Beine stellst und abarbeitest – unglaublich viel Durchhaltevermögen und Biss, den du da hast. Bewundernswert und ich wünsche dir dafür viel viel Freude, Spaß und Power! Ebenso wie auch mir, damit 2015 so toll wird wie hoffentlich auch dein Jahr!
      Matschlaufen ist auch ganz nett, gut, dass danach die Dusche wartet!

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