Fenix 2 von Garmin im Test: Die Uhr für alle Sportarten

Die Fenix 2 ist eine Allround-Talent-Uhr von Garmin, explizit aber auch für den Trailrunner gemacht. Aber nicht für mich. Leider. Auch wenn die Uhr ein sagenhaftes Leistungsspektrum aufweist, mir ist sie zu klobig, etwas zu kompliziert und zu breit in den Funktionen. Manch einer sucht genau das, ich aber nicht. Ich will eine Laufuhr, die für das Laufen gemacht ist – ob ich das nun im Park oder in den Bergen mache sollte der Uhr egal sein. Die Fenix 2 kann aber auch noch einiges mehr und präsentiert sich so als absolutes Leistungsgerät für den Multifunktionssportler. Ich geh meine kleine Forerunner streicheln, die hab ich nämlich arg in meiner Testzeit vernachlässigt.

Sogar die Fenix2 brüllt mich an, ich soll laufen gehen. Zu der Monsteruhr gibt's bald einen Testbericht - aber da unten sind sie schon zu sehen, meine neuen Schuhe.

Was kann die Fenix 2 eigentlich?

Die Uhr ist eine robuste und notwendige Ausrüstung für den hartgesottenen Trailläufer – so die Beschreibung. Garmin hat mit der Uhr eine Trailrunning-Uhr auf den Markt gebracht und beschreibt das Produkt online wie folgt: 

Die fēnix 2 kombiniert die besten Funktionen unserer Fitness- und Outdoor-Uhren. Sie ist ein idealer Multisport-Trainingspartner und ein tolles Outdoor-Navigationsgerät. Laufen, Radfahren, Bergsteigen, Skifahren, Schwimmen – die fēnix 2 eignet sich für alles. Wechsel ganz einfach zwischen den Profilen, die für die jeweilige Aktivität optimiert sind. Nutze die erweiterten Fitnessfunktionen, wie beispielsweise den Virtual Partner® und den Erholungsratgeber nach dem Training, oder lasse dich mit der TracBack® Funktion zuverlässignach Hause navigieren.

Also ein ordentliches Gerät. Bevor ich aber selbst versuche zu erklären, was die Uhr alles so kann, gebe ich euch lieber die Auflistung von Garmin. Eben klare Fakten, damit ich nicht jetzt schon über die Uhr in all seinen unglaublichen Auswüchsen diskutieren muss – ehrlich, ich hab bis jetzt manche Dinge immer noch nicht geschnallt (Flächenberechnung, Jagd&Angel… hä?)

  • Hochempfindlicher GPS-Empfänger mit schneller GPS-Erfassung
  • Barometrischer Höhenmesser und 3-Achsen-Kompass mit Auto-Kalibrierung
  • Intuitive Benutzeroberfläche, die für verschiedene Aktivitäten optimiert ist
  • Erweiterte Fitnessfunktionen wie Erholungsratgeber, Laufeffizienz und Lauf-Prognose¹
  • Umfassende Multisport-Unterstützung für Laufen, Schwimmen, Radfahren und mehr
  • Umfassende Konnektivität mit optionalen Sensoren über ANT+ und Smartphone für LiveTrack² und Smart Notification³
  • Vielfältige Navigationsfunktionen mit Wegpunkt-, Track- und Routennavigation + TracBack™

Ein Video warum die Fenix für den Trailrunner geeignet ist und was sie kann, zeigt das Video von Garmin recht gut. Auch wenn der Läufer etwas quäkt 😉 Die Fenix 2 hat von den Funktionen aber noch mal zugelegt und ist einfach eine ordentliche Outdoor-Uhr geworden – finde ich.

Ich und die Multifunktionsuhr

Auf die Uhr zum Testen hatte ich mich sehr gefreut, da ich unbedingt eine Uhr haben wollte, die Höhenmeter misst und für meine Bergläufe bzw. Trailläufe etwas mehr in die Tiefe geht, was die Informationen betrifft. Die Fenix 2 hat mich da so ein bisschen ausgeknockt: Nicht nur konnte ich also Laufen, sondern auch Wandern, Trailrunning, Schwimmen, Radfahren oder Skifahren stand auf der Aktivitätenliste des Menüs. Ähm. Wow. Schlussendlich habe ich sie für eine Sache benutzt: Laufen. Ja, okay, und Trailrunning. Das war’s allerdings, also würde mir eine Trailrunning-Laufuhr eigentlich auch reichen.

Die Uhr ist überraschend schwer. Wenn man die Forerunner gewohnt ist, dann überrascht einen da das Gewicht. Zusätzlich ist sie auch höher und für mein Handgelenkt somit ein ordentliches Gerät. Ich hab sie sehr oft hochschieben müssen, weil sie aufgrund des Gewichts nach unten gerutscht ist. Hätte ich allerdings enger geschnürt, hätte sich meine Hand zu einem lustig blauen Luftballon aufgepumpt. Vor allem wer viel mit den Armen arbeitet, das kann beim Downhill passieren, kann das als nervig empfinden – so war’s zumindest bei mir. Ich mag die Uhr nicht spüren wenn ich laufe, aber als Nicht-Uhren-Mensch reagiere ich wohl auch etwas sensibler darauf.

IMG_0279

Links die Fenix 2 im eleganten Schwarz und echt cool, daneben die kleine schmale Forerunner 220, die einfach nur für’s Laufen gemacht ist. Man sieht den Unterschied.

„Benutz mich!“ – Wie sich die Fenix 2 bedienen lässt

Die Darstellung ist sehr simpel, finde ich. Sehr technisch und militärisch, die Zahlen sind kantig und auch die Zusammenfassung im Protokoll der einzelnen Läufe oder Aktivitäten ist unschön gemacht und nicht gut zu lesen. Die Darstellung der Strecke, das ist auf der Fenix 2 nämlich möglich, ist kryptisch und zeigt mir nur die Form der gelaufenen Strecke an, allerdings ohne Karte bringt mir das wenig. Die Knöpfe an den Seiten lassen sich gut bedienen, aber der „Okay“-Button für manche Dinge heißt hier „Down“-Button, was mich immer wieder komisch rumklicken lässt.

Foto 2

Das Protokoll: Mit dem Knopf kann man durch langes Drücken nach unten scrollen. Detailliert, aber klein.

Wie auch bei der Forerunner kann man mit einem einfachen Knopfdruck die Aktion pausieren bzw. anhalten und speichern sowie auch wieder fortsetzen. Im Menü gibt es unterschiedliche Punkte, die einen recht verständlich durch die einzelnen Menübestandteile leiten – allerdings habe ich für manches ewig lange gesucht. Beim Laufen habe ich, anders als es wohl die Profis machen, weder den Kompass noch das Barometer benutzt. Die Höhenmeter fand ich auch nur im Nachhinein interessant à la „Soviel bin ich also gelaufen, aha, doch mehr/weniger als gedacht“ und nicht als Messpunkt während meines Laufs. Geschwindigkeit und Distanz waren, wenn ich mal auf die Uhr sah, am wichtigsten für mich. Auch VO2Max habe ich nicht genutzt, ich bin aber auch ein langweiliger Läufer, was?

Wer sich mit viel Zeit und Bedarf mit der Fenix 2 auseinander setzt, wird sich Training und Strecken einstellen können. Außerdem kann man, sollte man irgendwo in der Pampa sein, sich mit der TracBack-Funktion wieder zum Ausgangsort des Laufs bringen lassen. Da erscheinen beispielsweise so Pfeile im inneren Kreis der Uhr, die einem die Richtung ansagen, in die man sich bewegen muss. Außerdem sagt einem die Uhr auch die Regenerationszeit an, meine war nach dem Karwendelmarsch „0“ und ich vermute stark, dass irgendwelche Eingaben von mir gefehlt haben. Nur weiß ich nicht welche genau. Von all den Funktionen her aber hat die Uhr alles was man braucht, um in den Bergen wie blöde umher zu laufen ohne sich zu verlaufen. Auch wenn die Uhr manchmal lange lädt, wo die Forerunner sofort zackig die Ergebnisse hat, ist sie was für Trailrunningliebhaber mit einem Hang zum Militär. Robusthaftigkeit. Gewicht am Handgelenk. Temperatur, Darstellung der Höhenmeter im Vergleich und Barometer sind auch recht nett und lassen sich schnell anklicken.

Foto 1

Links die zwei Striche zeigen mir an wo ich mit der TracBack-Funktion jetzt hin müsste.

Mit 20% Akku kommt man mit normaler Aktivität wie „Trailrunning“ ohne großes Pausieren, Rumdrücken der Menüpunkte oder ähnliches ca. 2 Stunden oder 14km und 800 HM weit. Bei jedem geschafften Kilometer vibriert bzw. piept sie – je nachdem wie und ob man das einstellt. Der GPS-Empfang wird richtig schnell gefunden, im Gegensatz zu meiner Forerunner, die manchmal Empfang hat, manchmal nicht, manchmal vergisst aufzuzeichnen und manchmal einfach korrekt funktioniert. Funktionieren tut die Fenix 2 ohne Probleme und hat sich auch noch nicht aufgehängt oder ist abgestürzt. Die Daten werden auf Garmin Connect hochgeladen, da aber hier meine Strecken alle in den USA irgendwie aktuell verlaufen, lad ich die Daten lieber auf Strava hoch – da wird es besser ähm korrekt angezeigt.

Mein Fazit

Ich bin kein Läufer, für den die Fenix 2 gemacht ist. Rein objektiv betrachtet ist das Gerät ein wahnsinnig leistungsfähiges Teil für jeden Outdoorler perfekt geeignet, wenn sie passt und man damit gut umgehen kann. Für mich allerdings sind es zuviel Funktionen, zu unübersichtlich dargestellt und die Uhr ist mir definitiv zu klobig. Ich mag es schlicht, benutzerfreundlich und leistungsstark – in Anbetracht der Tatsache, dass meine Forerunner rumspinnt, mag ich auch verlässliche Uhren. Das kann die Fenix 2 auch bieten und noch einige Leistungen mehr.

Ein tolles und hochwertiges Gerät, wer sie in die Hand nehmen kann sollte das mal tun und sich einen eigenen Eindruck verschaffen – ich kann mich allerdings aus genannten Gründen nicht für die Uhr begeistern und bleibe bei meiner Forerunner bzw. laufe ohne meine Höhenmeter genau zu wissen. Vielleicht gibt’s ja mal eine leichte, benutzerfreundliche Uhr für Läufer, die auch für die gedacht ist, die in den Wäldern&Bergen unterwegs sind.

P.S.: Ich hoffe, dass die Fenix 2 nach meinem Testen einen tollen, liebevollen und Wildnissliebenden Läufer als neues Herrchen bekommt. Verdient hat sie es alle mal!

6 Antworten zu “Fenix 2 von Garmin im Test: Die Uhr für alle Sportarten

  1. Hochempfindlicher GPS-Empfänger? Das Ding hat mir beim München Marathon mehr als 900 Meter zuviel draufgepackt. Entsprechend sind die Kilometer-Splits oftmals zum Vergessen. Ist mir beim Straßenlauf mit dem FR310XT nie passiert.

    • Ich musste bei der Bezeichnung auch schmunzeln. Aber: 900m Unterschied beim Marathon sind nun wirklich kein Grund zum Meckern. Das sind ca. 2%-Abweichung und damit völlig im Normbereich. Dass bei Wettkämpfen die offiziellen Kilometermarkierungen und nicht die GPS-Splits zählen, ist doch nichts Neues.

      Trotzdem: Dass die Uhr einen schlechteren GPS-Empfang als die 310 hat, sehe ich auch so. Subjektiv gesehen geht das Signal unterwegs deutlich häufiger verloren. Zuletzt beim Essen Marathon hatte ich 10 km lang kein Signal, während meine Fahrradbegleitung auf dem Rad mit der 310 keine Probleme hatte. Dank der Sensoren im Brustgurt kam die Uhr am Ende dennoch auf 41,6 km.

      • Beim Karwendelmarsch war ich stolz, dass ich nur ein paar Kilometer „mehr“ gelaufen sei. Ein Mitläufer hatte ganze 9 Kilometer mehr drauf. Sehr verwirrend und etwas nervig – weil es eben keine Höhenmeter sind sondern die Distanz.

      • Mal abgesehen davon, dass der Empfang nicht ausfallen sollte, sind 900 Meter Abweichung ja wirklich minimal.
        Ohne den München Marathon mitgemacht zu haben, weiß ich von anderen Marathons, dass man bei einem teilnehmerstarken Marathon im Mittelfeld eigentlich keine Chance hat, auf der blauen vermessenen Linie zu laufen.
        Selbst bei richtiger Messung kommen da gern ein paar Meter mehr zusammen! Da kann die Uhr Recht wenig für!
        Nicht umsonst gibt es zur Orientierung ja die Kilometerangaben.

  2. Danke für den Test! Nachdem Garmin ja bei seinen kleineren Forerunner Modellen die Streckenfunktion rausgeschmissen hat, hoffe ich immer noch auf ein langes Leben meiner 305. Als potentielle Nachfolgerin hatt ich auch die Fenix anvisiert, aber ich glaube auch, dass die zu viel für mich bietet. Mmmm

    • Sie bietet eben wirklich viel – wenn du nur läufst, ist das Gerät meiner Meinung nach zu übertrieben und auch zu schwer. Eventuell muss man dann, wenn die Streckenfunktion für dich wichtig ist, auf andere Marken ausweichen?
      Ich kombiniere immer iPhone und Uhr, wenn ich mal wieder nicht weiß wo ich gerade bin… 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s