Ich laufe/radle auf zwei Hochzeiten – eher schlecht als recht, aber besser als nichts

Überraschung, ich hab ein Rad. Und ein paar Laufschuhe. Ich korrigiere: Einige Paar Laufschuhe. Ich laufe und fahre Rad. Ich fahre Rad und laufe. Zwar nicht gleichzeitig, wie sähe das denn nur aus, sondern gestückelt. Also nicht ich gestückelt, sondern… ach, egal.

Dank Knieschmerzen – Läuferknie, das ich langsam aber sicher (hoffentlich) bald in den Griff bekomme – kann ich so gut wie kaum laufen. Ich kann 5km Strecken bewältigen, da ziept nichts. Aber 5km zu laufen ist für mich, als würde man mir halb verhungert einen duftenden Teller Pasta hinhalten, mich einen Happen essen lassen und den Teller dann eine Klippe hinunterwerfen, verbrennen und in die Luft jagen. Ich werde erst warm, laufe mich ein und verliere mich in Gedanken, wenn ich „einfach laufen kann“. Das geht nicht und daher bin ich mehr als unzufrieden.

trail-lila

Weil ich dachte „Ey, so jeden Tag laufen ist doch irgendwie nicht gesund für dein wabbeliges Kniechen“ habe ich mir ein Rad geholt. Ein wunderschönes, tolles, sagenhaftes Rad. Von Canyon. Meins. Und ausgestattet mit allen Klump und Plunder radel ich jetzt auch. Es ist Gewöhnungssache, am Anfang besonders stark und explizit haben das meine Knie beim Fallen gemerkt, aber es ist toll. Ich kann raus! Richtig richtig raus! Sonnenuntergänge in freier Wildbahn erleben! Durch nach Nadelholz duftende Gegenden fahren! An Wiesen vorbei und an blühenden Obstbäumen entlang! Den Duft nach See, Wiesen und Draußen in der Nase! Berghoch ist was wirklich tolles, wenn alles brennt und man die Steigung besiegt, lange Landstraßen entlang fahren und langsam aber sicher in einen geschmeidigen Rythmus kommen oder kurvige Straßen erobern.

Wie beim Laufen merke ich, dass ich erst ab Kilometer 30 warm und meine Bewegungen flüssiger werden. Nur hat das Radeln im Dunkeln so Vor- und Nachteile, wobei letzteres eher präsent ist. Mit so einem kurzen Leiberl wirds später schon kalt und auch die Salomon Laufjacke wärmt da nicht mehr wirklich. Aber Laufen darf ich nicht jeden Tag – vor allem nicht nach dem Trailrun letzten Sonntag, der die Knieschmerzen wieder ordentlich zurück geholt hat.

Also hocke ich hier und überlege wie ich mich am besten wann (morgens/abends) welcher Sportart (Radeln/Laufen) widme und widmen kann. Irgendwie ist das ordentlich überfordernd. Ich will doch nur laufen, aber ich muss planen ob ich kann, was mein Knie macht, ob ich die Distanz ohne Schmerzen schaffe und ob ich Riesenblasen an den Füßen krieg oder nicht. Planplanplanplan. Beim Radeln ist Dunkelheit, mangelnde Ausstattung für die kühle Abendluft und fehlende Batterien für das Licht das, was mir da den Spaß etwas versaut. Wie, wann, wo, warum nicht, was brauche ich, geht das, tut es weh, will ich wieder nur 5km laufen oder nur 50km radeln und und und.

Ich tanze also auf der Hochzeit von Kumpel Laufen und Kumpel Fahrradfahren. Finde beide äußerst geil, Laufen ist anders als Radeln, aber meine Güte freu ich mich auf den ersten langen Trailrun mit Wurzelspringen, Uphills und Downhills. Und meine Güte freu ich mich auch, wenn ich endlich eine Kondition hab, um 130km zu radeln. Ich muss nur versuchen nicht wahnsinnig dabei zu werden, das alles irgendwie zu planen. Aktuell ist es eher belastend, das zu planen. Laufe/Radle ich, ist alles wieder gut. Aber ein bisschen weh tut’s schon, da ich vermute dieses Jahr nicht den Zugspitz Supertrail laufen zu können (super, jetzt heule ich den PC schon wieder zu).

Falls ihr Tipps habt, wie man Laufen/Radeln besser in den Alltag integriert, dann nix wie her damit. An den Arbeitszeiten kann ich nichts ändern, ich bin frühestens um 19 Uhr daheim, aber da überlege ich schon wieder „Laufen? Radeln? Stabi? Alles? Eis?“ und tendiere dann vor Überlegungen mich tot zu stellen. Daher: Her mit den Tipps, ich geh Tempos holen und opfere ein Lamm dem Läuferknie-Gott. Adios.

4 Antworten zu “Ich laufe/radle auf zwei Hochzeiten – eher schlecht als recht, aber besser als nichts

  1. Hallo, mir hat Eislaufen bei meinem Lauferknie gut geholfen. Da kann man sich auch toll auspowern, nach einer Stunde im Oval, weiß man auch was man getan hat, und das ganz ohne Knieschmerzen.
    Grüße -timekiller-

    • Danke für die Info – ich radel dann doch lieber, da stürze ich noch weniger als beim Eislaufen 🙂 Ich denke man findet schon die Lösung wie man mit dem Knie umzugehen hat. Dein Läuferknie hast du jetzt „im Griff“?

      • Ein befreundeter Arzt hat mir zum alternativen Schlittschuhlaufen bzw. Rollerbladen geraten weil da andere Muskeln/Bänder aktiviert werden, die das Knie stabilisieren bzw die Position der Patella korrigiert. Mir hat das geholfen, aber ich werde kein Ultraläufer mehr werden.

      • Wolltest du Ultraläufer werden?
        Klingt ein bisschen traurig – vor allem weil soviele mit Läuferknie kaum richtig laufen können. Aber lange Strecken sind eigentlich mein Traum, daher geb ich da nicht so schnell auf 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s