Ich darf wieder laufen! Lösung (scheinbar) für das Läuferknie gefunden

Vor zwei Wochen habe ich mich mit wackeligem Herzen und weniger wackeligen Beinen an einen Lauf gewagt. In meiner Laufpause habe ich um dieses „wackelig“ in „stabil“ umzuwandeln nicht nur maxxF für den ganzheitlichen Stabilitätsaufbau gemacht, sondern auch Yoga für Entspannung, Dehnbarkeit und Gleichgewicht sowie ein paar Extraübungen für das Problem des Läuferknies. Bei dem 5km-Lauf war alles gut, bis auf die letzten 3km. Da sagte diesmal das linke Knie „Hallo, isch mag das nich‘ so“ und dementsprechend war das Treppensteigen am Tag danach schmerzhaft und das Abwinkeln etc. auch. Meh.

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Weitere Pause. Dafür dann am Samstag wieder ein Lauf. Diesmal mit Sonne, Erlanger Reichswald und keinen (okay, wenig) Wurzelwegen. Leichtes Ziehen gen Mitte der 5km, aber mit Anziehen des Tempos war es weg. 5km in 30:05 – passt. Aus Vorsicht aber folgte kein Sonntagslauf, man muss sein Laufglück ja nicht herausfordern.

Diese Woche war es dann soweit: Zwei Läufe. Einmal 5 und einmal 6km.

Den 5km-Lauf in unter 30 Minuten und vor allem ohne Kniezwicken. Woho, aber noch ein vorsichtiges Woho. Man weiß ja nie.

Dann zwei Tage später der 6km-Lauf, bei dem ich sogar teilweise wieder abschalten und das Laufen vergessen habe. Und mann: Was war das für eine bombastisch tolle Luft die Tage! Ich bin beinahe ausgerastet, so glücklich bin ich durch den Hirschgarten gefetzt. „Will nicht aufhören, will nicht aufhören, will! nicht! aufhören!“ ging’s mir durch den Kopf. Musste ich aber, denn mehr als 6km könnte das Knie wieder zu schnell reizen.

Und was war? Nichts. Danach? Auch nichts.

Und warum war da jetzt nichts und auch am Tag danach nichts am Knie? Weil ich bewusster gelaufen bin. Weil ich vom Fersenlauf durchgehend auf den Mittelfußlauf gewechselt habe.

Ich habe festgestellt, dass in dem Moment, in dem ich schlampig oder „gemütlich“ oder „wie ich auch gehe“ laufe, sich das Knie bzw. die Knie recht schnell melden. Klar, Muskulatur um das Knie herum baut sich nicht innerhalb eines Monats einfach so auf. Also muss das Stabilitätsprogramm sowie Stärkung der Muskulatur weiterhin ein wichtiger Teil meines Trainings bleiben. Rumpfstabilität ist nämlich auch nicht unwichtig für einen ordentlichen und gesunden Lauf.

Wenn ich aber darauf achte, nicht einen erschöpft-schlampig-saloppen Fersenlauf hinzulegen, sonder über Mittel- bzw. Vorderfuß zu laufen, dann sind keinerlei Schmerzen zu verspüren. (Außer die der Umstellung, da es minimal anstrengender ist) Jetzt bin ich kein klassischer Vorderfußläufer, das kann ich auch nicht erzwingen und sollte es nicht von 0 auf 100 wollen. Aber ein sauberes Mittelfußlaufen ist definitiv machbar. Dabei helfen kleinere Schritte, gegebenenfalls in einer schnelleren Abfolge, wenn man das Tempo beibehalten möchte. Aber auch das Tempo drosseln hilft dabei aktiv auf die Laufart achten und sich diese als normalen Laufstil aneignen zu können. Wer schnell läuft, also Tempo macht, der läuft sowieso Vorderfuß bzw. Mittelfuß. Wer da noch Fersenläufer ist… prost Mahlzeit. Aber das Tempo kann man eben nicht beständig halten. (Ja, gut, manche schon, hallo ihr Rennsemmeln da draußen 🙂 )

Wer Mittelfuß läuft, läuft anders. Da sagen die Unterschenkelmuskeln „Oha, hallo“, der Rücken meldet sich auch zu Wort und der Bauchbereich mit Hüfte ist eventuell mit der nun geforderten Stabilität eben etwas überfordert. Daher trainiere ich jetzt auch keine 20km mal mit der Mittelfußlaufart, sondern gewöhne meinen Körper und Laufmechanismus in kleinen Etappen daran. Außerdem: Mein Knie würd sowieso sofort jammern. Und dass es nicht jammert, darum laufe ich ja absichtlich so, wie mein Körper sagt, dass es besser für mich ist. Ich bin gespannt, ob es die Lösung für mein Läuferknie ist.

3 Antworten zu “Ich darf wieder laufen! Lösung (scheinbar) für das Läuferknie gefunden

  1. Das wird schon wieder…ich drücke dir die Daumen!

    Mit einem anderen Laufstil kann man schon viel bewirken. Wichtig ist, zu Beginn nicht übertreiben und den Körper langsam daran gewöhnen; er wird es dir danken! 😉

  2. Hatte auch bisher oft Probleme mit meinen Knien aber seitdem ich mit Stabi-Training angefangen habe wird es von Lauf zu Lauf besser. Die ersten Ergebnisse merkt man da recht schnell und seitdem ist es auch einfacher mich Abends noch eine halbe bis dreiviertel Stunde bei den Übungen zu quälen.
    Finde das Stabi-Training teilweise anstrengender als eine Stunde laufen zu gehen aber da ich die Fortschritte schon nach den ersten Übungen gespürt habe werde ich erstmal auch damit weitermachen.

  3. Pingback: Ich laufe/radle auf zwei Hochzeiten – eher schlecht als recht, aber besser als nichts | RunningCherry·

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