Fuck you ITBS – Laufpause machen und Laufberatung suchen

So. War ich nun also beim Arzt. Nachdem ich im September letzten Jahres nach einer längeren „Pause“ – also keine langen Strecken – dann dramatisch meinen Laufumfang von 5 auf 20 Kilometer pro Einheit hochgeschraubt habe, sagte mein rechtes Knie so „Nö“. Und mein Arzt so „ITBS“. Und mein Laufplan so „Pause“. Nach 2 Wochen Pause ging’s auch wieder. Bis… tja, bis ich aus Spaß 300 Millionen Kilometer lief und damit meine Beine minimal überanstrengte. 

Und in echt? Da lief ich nur eine kurze Trailstrecke in Erlangen, eher Vorderfuß-orientiert. Statt Fersenhämmern. Zwischendrin irgendwann mal: Autsch-Aua-Argh. Nach dem Laufen wankte ich galant durch die Gegend, da das Abknicken nicht mehr funktionierte. Auf dem Weg nach Hause via Zug hätte ich mich lieber die Treppen hinunter geworfen, da das sicherlich schmerzfreier gewesen wäre, als das grenzbescheuerte Hinunterstaksen der Stufen. Zwangslaufpause. Ordentliches Humpeln die Woche. Abwinkeln war ein Gruß aus dem Hölle. 

Nochmal zum Arzt, sagen „Des is immer noch awengerl bleed“ und diesmal mit einem Schulterzucken, „Kaputt machen können Sie nix, laufen Sie wenn Sie wollen, ansonsten halt nicht“ und einem Rezept für eine ordentliche Bandage. Knautschig holte ich bei einer französischen, liebevollen Dame in einem Bandagen-Laden in Laim meine Hulk-Bandage („Mon dieu, Sie ‚aben so starkö Musköln in die Beinö, da funktioniert nur einö größere Bandoschä“) und probierte das nach ein paar Tagen aus. 

Bild

Ich lief. Ohne Aua. Und ohne Aua danach – das war auch mal cool. Irgendwann im November traute ich mich dann ohne Bandage zu laufen – es funktionierte! Weiterhin machte ich meine Übungen, Stabilitätsübungen, Dehnen und Balancieren – ich bin ja nicht allzu blöd und merke, dass mein Körper das braucht. Und irgendwann… irgendwann fing mein Knie dann wieder ab längeren Strecken an zu meckern. Es wurde immer früher und früher und früher. Beim Rodgau50 hoffte ich, dass es ganz ausbleiben würde, aber nein. Ab Kilometer 15 war es da, das gelegentliche Einknicken konnte ich überleben und dem Schmerz davon laufen. Aber jetzt… es bleibt. 

Also nochmal zum Arzt. Der sagt „ITBS? Hätte sich schon längst erledigen müssen!“ und röngt mein Beinchen, meint es läge am Knorpel des flachen Knies und schickt mich zum Radiologen: MRT-Time. Geile Maschinen, immer wieder. Da ragt eine Siemens-Maschine über dir auf mit ehrfurchteinflössenden Tarumm-tarumm-dummdummduuuumm und zeigt dir wie du gemacht bist. Ich bin auf jeden Fall gut gemacht. Alles gut, ich bin gut, Knie ist gut. Bis … eben … dieses Band da. 

Es endet in nur einem: Laufpause. Wegen dem ITB. Das auch noch links anfing. Schonen und gelegentlich knutschen, Liebe zeigen. Dazu Badewanne ab und an, eincremen mit etwas Arnika-Öl und weiterhin Stabi-Übungen machen. Außerdem darf ich jetzt mit der Blackroll spielen, mal sehen was die so kann. Und dann laufe ich erst wieder mit Bandage, weil letztes Mal es wenig gebracht hat – dieses ganze Brimborium. Ich such nach einer Lösung, damit ich gesund, ordentlich und schmerzfrei laufen kann. Vor allem die langen Strecken durch Wald und Wiesen, das ist es ja was das Laufen für mich aus macht. Fuck you ITBS, ich krieg das hin. Und wenn jemand von euch noch Tipps hat, dann her damit! Wer mir einen gesunden Laufstil mal beibringen möchte in München, kann das sehr sehr gerne machen – einfach kommentieren oder schreiben! 

7 Antworten zu “Fuck you ITBS – Laufpause machen und Laufberatung suchen

  1. … Ich fühle mit dir. Bin dir zwar noch paar Eichen hinten nach aber es könnt ähnlich kommen. Nach einem 10km Lauf in kurzer Hose bei 0 Grad durch münchen Habe ich mir vor 1 Monat ein stechendes Läuferknie aufgerissen. Eine Wiche Pause hat nicht geholfen, jetzt habe ich schon 2 hinter mir und werde dieses WE versuchen eine kurze Strecke (5km) schmerzfrei zu laufen. Hoffe das klappt, falls nicht muss ich mich Ursachenforschung betreiben oder aufs Rad umsteigen. BTW: welche Pedale nimmst für dein Canyon?

    • Oha – willkommen (leider) im Club. Machst du aber auch zusätzlich Dehn- und Stabilitätsübungen? Das sollte definitiv etwas helfen und ist ja auch allgemein ganz sinnvoll 🙂 Ursachenforschung wird… langwierig, nervig – aber ich drück dir die Daumen, dass jetzt dann alles gut ist!
      Sonst: Badewanne, Arnika-Öl, Übungen und vllt. mal das Knie checken lassen, es kann ja noch immer was anderes dahinter stecken!

      Für mein Canyon – boah, was ich nur dafür täte wenn ich das schon hätte – werde ich wohl die Shimano SPD-SL Pedale nehmen, soll ja recht gut sein. Radelst du auch?

      • hm… Dehnungsübungen nur sporadisch. Hab’s nicht geschafft sie in meinen Alltag zu integrieren und oft „vergessen“. Hoffe noch immer, dass sich alles von selbst regelt und es nur ein Übertraining war. Bin von fast null die letzten Monate im Jahr zwischen 30 und 50km die Woche gelaufen.
        Radfahrn: bis jetzt nicht sonderlich ernsthaft, habe mir letztes Jahr ein Cube Crossbike geholt um kleinere Ausflüge machen zu können: http://www.hufschmied.com/images/bike.JPG

        Und dann auf Mallorca bin ich zum ersten Mal ein halbwegs ordentliches Rennrad gefahren und war begeistert. Konnte mich bis jetzt nur nicht entscheiden und hatte mit dem Laufen Spaß genug.SPD würd ich auch nehmen, mit den anderen schuhen ohne Profil fliet man recht bald auf die Nase, hört man 😉

        Wie rennst du einen Ultra wenn nach 15km die Knie schmerzen? Kam das „Stechen“ nicht? Das ist der Zeitpunkt wo ich weiß, es ist vorbei.

  2. Pingback: Zeit für Yoga. Oder: Wie ich merkte, dass ich ein Stück Brett bin. | RunningCherry·

  3. … und was macht das Knie? Nach gefühlten Jahren ohne Laufen habe ich wieder hoffnung. Anscheinend helfen die Schuheinlagen. Diese woche 2x6km für den Anfang ohne Schmerzen, hoffe auf mehr.

  4. Pingback: Ich darf wieder laufen! Lösung (scheinbar) für das Läuferknie gefunden | RunningCherry·

  5. Und was hat am Ende was gebracht u. wie lange hat es gedauert bis du wieder lauftauglich für längere Strecken warst?

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