„Ich bin dann mal laufen gewesen“ – Tschüss 2013, so war’s mit dir

Noch einmal schlafen und dann ist der Tag des Fondues gekommen. Der Tag des Raclettes, der Knaller, des Sekts (oder Champagner) und der guten Vorsätze. Letztere werden oftmals innerhalb den darauffolgenden 24 Stunden nach Ankündigung gebrochen. Vor allem wenn es sich um die lapidaren Muss-man-ja-mal-machen-Vorsätze handelt wie „Nicht mehr rauchen“, „Weniger Alkohol“, „Weniger Zucker“ oder „Freundlicher zu Mitmenschen sein“. Harhar. Wer es innerhalb einer Nacht schafft den eigenen Charakter um 180 Grad zu drehen, der sollte definitiv ein Buch schreiben oder überprüfen was außer Orangensaft noch in dem Sektglas war.

Silvester steht an. Das Jahr 2013 wird verabschiedet und das neue Jahr 2014 beginnt. Eigentlich nichts besonderes, es sind lediglich Zahlen und gesellschaftlich festgelegte Zeitmaßstäbe die uns sagen, dass jetzt eben ein Jahr (365 Tage) vorüber sind und die nächsten 365 Tage, ein neues Jahr, anstehen. Ein neuer Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Neu? Neu! Ganz neu, total. So festgelegte Zeitmaßstäbe und -formen geben uns die Möglichkeit Luft zu holen und nachzudenken. Weil der Mensch das generell selten macht, Ausnahmen bestätigen die Regel, gibt es festgelegte Momente, die uns dazu zwingen. Geburtstage erinnern uns daran, dass dieser Mensch einzigartig ist und Teil des Lebens ist, Todestage zeigen uns, dass Leben auch ein Ende finden wird. Feiertage geben uns Zeit zum Ausschlafen, für eben jene Freunde und für die Familie, Zeit zum Nachdenken. Ebenso wie Silvester. Neben dem Feiern.

Ich halte nichts von Vorsätzen. Wer auf einen „passenden“ Moment wartet, der wird am Ende nichts schaffen, denn der passende Moment wird nie kommen. Man muss im Kopf „passen“, bereit sein etwas zu tun. Wie beim Laufen. Das passende Wetter gibt es nicht, es wird immer etwas zu heiß, zu windig, zu kalt, zu naß oder zu frostig sein. Aber ich laufe trotzdem, denn ich laufe um draußen zu sein und um… ja, um zu laufen. Und meine Güte hab ich durch das letzte Laufjahr 2013 viel gelernt. Eben durch dieses „Krieg deinen Kram gebacken und beweg deinen Arsch raus!“ was das Laufen teilweise ausmacht.

Im September 2013 bin ich genau ein Jahr gelaufen. Unterwegs gewesen. Im April 2012 habe ich mit dem Laufen angefangen. Jogginghose an, Sweatshirt und die alten Asics rausgekramt. Ich wollte einfach nur raus, raus, raus, raus. Mich lebendig fühlen. Wie gut dass der erste Lauf von ganzen unglaublichen 3km im Regen stattfand, denn ab da beschloss ich das Laufen zu erobern. Meine Schulterprobleme meisterte ich indem ich einfach weiterlief und den Schmerz ignorierte, danach aber Aufbautraining machte. Mit stattlichen 76kg war das Laufen auch eine Art Abnehmprogramm, aber ich wollte erst durch gesünderes Essen Kilos purzeln lassen. Der erste Wettkampf *hust* war der Women’s Run in München mit 5km und ich strahlte schier vor Glück. Im November knackte ich die 15km, entdeckte, dass ich meine blutigen Blasen durch Einlegesohlen verhindern konnte und wälzte guten Mutes durch Schnee, Sturm, Regen und Matsch. Dank einer Wundinfektion und der ollen Blasen an den Füßen musste ich ordentlich Pausen einlegen. Aber 2013 war mein Jahr.

Ich erzähl euch warum 2013 mein Laufjahr war und warum 2014 genauso mein Laufjahr sein wird. Aber noch mehr interessiert mich was 2013 für euch war. Was habt ihr erlebt, was waren eure Momente, was hat euch bewegt und glücklich gemacht, welche Ziele habt ihr erreicht. Überlegt doch mal für einen Moment was 2013 für euch war, schnappt euch diesen Lückentext und füllt ihn auf eurem Blog aus 🙂 Ich würd mich freuen euer Laufjahr kennen lernen zu dürfen!

Mein Laufjahr 2013

Wenn ich 2013 mit drei Wörtern beschreiben müsste, dann wäre es wohl Sommer, Downhillliebe und Laufschuhfinderei.

Ich habe 2013 insgesamt 5 Paar neue Laufschuhe bekommen, davon 2 Paar Trailschuhe und am weitesten haben mich meine Adidas Boost getragen.

Ein Blick in meinen Laufklamottenschrank würde wohl zeigen, dass ich keine Marke besonders mag, weil ich für spezielle Markenbevorzugung zuwenig Geld habe.

Aber wenn ich könnte, dann würde ich mir eine Suunto Uhr, eine Salomon Laufjacke und unendlich viele X-Bionic-Socken kaufen.

Ein Bild, das mich in 2013 am besten zeigt, ist dieses hier:

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Für 2013 hatte ich mir vorgenommen, einen Trail-Run zu laufen und habe das mit dem Andechs Trail Wettkampf im April auch geschafft.

Wenn ich ehrlich bin, dann sollte ich mir eine Ergänzungssportart wie Fahrrad fahren dazu holen und eine Blackroll kaufen.

Mein schönstes Erlebnis in 2013 war mein Trail-Sommer, der mit dem Kauf meines Camelbak-Laufrucksacks begann und mich um den Ammersee, auf die Berge in in die tschechischen Wälder brachte.

Ein Erlebnis, auf das ich in 2013 gerne verzichtet hätte, war vielleicht die Streßphase im Hochsommer mit Umzug, Bachelorarbeit, neuem Job und Wohnungseinrichten. War etwas zuviel des Neuen.

Mein Lieblingslauffoto, das ich selbst gemacht habe ist schwer zu bestimmen. Aber vielleicht das hier:

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In 2013 bin ich insgesamt 4 Wettkämpfe gelaufen, davon 1 Trail-Run und 1 Festungslauf. 

Stolz bin ich auf meine Leistung bei meinen Trailläufen, bei denen ich immer mehr geschafft habe, als ich dachte, dass ich überhaupt könnte. So bin ich immer ein Stückchen über mich selbst hinaus gewachsen.

In 2013 hatte ich 3 Premieren: Meinen ersten Halbmarathon am Tegernsee, meinen ersten offiziellen Trail-Lauf in Andechs und meinen ersten Festungslauf in Salzburg.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mehr als 1.500 Höhenmeter hoch“laufen“ und vor allem wieder hinunterlaufen könnte, ohne mir dabei sämtliche Knochen zu brechen

Ich bin dankbar, dass ich durch das Laufen soviel tolle Menschen kennen lernen konnte und gelernt habe mich durchzukämpfen

Einer der bewegendsten Momente war mein Lauf am Untersberg, als mich die Nachricht erreichte, dass meine Oma gerade unterm Magnolienbaum verstorben sei. Dieser Lauf wurde zum Gedenklauf, weil meine Oma und mein Opa mir die Liebe zu den Bergen und zum Draußensein mitgegeben haben.  

Beim Laufen grinse ich fast immer, weil ich vor allem bei schöner einmaliger Lauflandschaft vor Glück leicht hyperventiliere.

Mein Lieblingslauffoto in 2013, ist das Foto von Kilian und Jordi (ein bombastischer Fotograf):

jordi-kilian

Musik gehört für mich zum Laufen dazu, aber meistens laufe ich nur mit einem Stecker im Ohr. Außer ich laufe in der Stadt, gezwungenermaßen, dann muss Musik her, weil ich von der lärmenden Stadt nichts hören möchte.

In 2013 bin ich insgesamt wohl mehr als 1000km gelaufen, aber ich zeichne es nicht auf, daher kann ich es (leider) nicht genau sagen. In 2014 will ich mindestens 1800km laufen.

Ich laufe weil ich mich dabei unglaublich lebendig, frei und währenddessen sowie danach unglaublich zufrieden fühle.

Meine Traumlaufstrecken wären für mich Nordengland/Schottland, Neuseeland und Japan.

Laufen ist für mich kein Hobby mehr, sondern eine Leidenschaft, Liebe und Lebensschule.

In 2014 will ich noch mehr über mich selbst hinaus wachsen und noch weiter laufen können.

Danke 2013, dann schauen wir mal was 2014 alles so bringt: Rodgau 50 (da werde ich wohl sterben), Zugspitz Supertrail (da werde ich noch mehr sterben, wenn ich nicht schon vorher gestorben bin) und lange, tolle, wunderschöne Lauftouren durch Wälder, Berge und Wiesen. Mann, ich freu mich!

 

6 Antworten zu “„Ich bin dann mal laufen gewesen“ – Tschüss 2013, so war’s mit dir

    • Hallo Hannes,

      danke, dir auch ein frohes neues Jahr!

      Ich hoffe ich pack das, es wird wohl ein Spagat zwischen viel zu viel Arbeit und ordentlich viel Training. Die Wintermonate müssen da noch überstanden werden, dann wird’s leichter 😉

      Wünsch dir ein tolles Laufjahr!

  1. Pingback: Mein Jahr 2013 – face your fears | nullvier·

  2. Eine wirklich schöne Zusammenfassung, die ich gern gelesen habe! Ich wünsche dir ein ganz schönes Laufjahr und ja, ich kann dir nur zustimmen. Eine kleine zweite Sportart oder etwas Ausgleich wäre sicher klasse. Hilft ja auch, beim Laufen besser zu werden. Komme gut durch den Winter. Das Frühjahr ist das Beste im Jahr, wie ich finde. Dann geht’s richtig los.

    • Vielen Dank!
      Ich freue mich auch schon irre auf’s Frühjahr, wenn es wärmer und grüner wird – wie du sagst, dann geht’s erst richtig los und ich bin voll in meinem Element!
      Ich überlege gerade mich bei einem Fitness-Studio anzumelden, damit ich Fahrrad fahren kann – zweimal die Woche Spinning wäre sicherlich gut für die Ausdauer! Aber immer diese Studio-Verträge… 😉

      • Heute hatten wir hier fast einen Frühlingstag. Ach, wie ich das vermisse. Aber nicht mehr lang.

        Ich bin auch nicht so ein Studio Fan und Verträge schrecken mich auch schrecklich ab… Ich versuche gerade Höhentraining. Aber da gibt es zum Glück keine langen Verträge.

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