Camelbak auf dem Rücken – Trinkrucksack im Test

Als ich einmal aus Versehen einen 5km-Rundlauf in einen 2,5-stündigen Wald- und Wiesenlauf verwandelte und fast das Wasser der Regnitz bei der Kläranlage gesoffen hätte, war mir klar, dass ich planen musste. Ich konnte also, wenn ich nur wollte und mir keine Grenzen setzte, recht lange laufen, was übrigens irre viel Spaß macht! Ich musste nur, um nicht mit Ebola auf der Hälfte der Strecke röchelnd verpestete Innereien um mich zu spucken, auf die sinnvolle Versorgung während des Laufs achten.

Versorgung, Trinken & Riegel unterwegs

Was heißt das also? Viel trinken vorher und danach gutes Essen? Kinderriegel in der warmen Popotasche? Die 1,5-Liter-Flasche Volvic zum Gewichteheben gleich dabei? Nein, es heißt: Versorgung während des Laufs.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, darunter der Laufgürtel oder für „mehr“ der Laufrucksack.

Letzteren wollte ich haben und bekam bei der Carmen gleich via Twitter Beratung, vielen Dank noch einmal dafür. Denn es gibt sie wie Sand am Meer – eventuell etwas weniger – aber die Auswahl ist riesig. Und die Ausstattung ebenso. Daher musste ich mir vorher überlegen, was für mich wichtig ist, übrigens ein Must-Do für jeden angehenden Laufrucksack-Käufer. Meine Liste bestand mitunter aus folgenden Punkten:

  • Seitentaschen für Handy, Tempo und Riegel
  • Bauchgürtel
  • wenig Bändl, die störend rumfliegen
  • mittlere Größe
  • passende Farbe

Für mich als Studentin, die eventuell etwas mehr auf den Preis achten muss, waren 70,- Euro die absolute Obergrenze. Nach langem Gesuche, Lesen von Foren-Diskussionen und vielen Ratschlägen entschied ich mich für den Camelbak Octane XTC und den Salomon Agile. Kaum angekommen saßen sie auch schon am Rücken und der Salomon Agile wurde zurück geschickt: Bändl rieben schon bei Trockenübungen meine Nerven auf, das konnte bei 20km nicht gut gehen und ich sah mich schon entnervt brüllend den Rucksack vom Rücken schleudern. Ich mach das wirklich.

Der Trinkrucksack im Überblick

Der Camelbak Octane XCT. Den gibt es in schwarz-gelb, in blau und in lila. Letzteres eher selten gefunden und eigentlich auch wirklich nur für Mädchenfarbenliebhaber geeignet. Hier gibt es seine weiteren Fakten:

  • Brusthalterung mit Klippverschluss, Höhe verstellbar
  • Bauchgurt mit Klippverschluss
  • Netztaschen mit Reißverschluss an beiden Enden des Bauchgurts, sehr viel Platz für Riegel, Gels, Tempo, Geld und Handy bzw. mp3-Player
  • 3-Liter Trinkblase mit Trinkschlauch, der links oder rechts am Schulterträger getragen werden kann und sich problemlos verstauen lässt
  • Extraplatz für Trailjacke, Buff, Karte oder sonstiges in der Reißverschlusstasche über dem Aufbewahrungsort für die Trinkblase
  • Macht man die Blase nicht randvoll, ist hier noch Platz für weitere Sachen
  • Notfalltrillerpfeife

camelbak

Der Camelbak Octane XCT im Lauf- und Anpasstest

Auf meinem Testlauf von ca 15km vormittags um 10 Uhr bei 30 Grad war der Rucksack klasse. Eiskaltes Wasser in der Blase, das den Rücken schön gekühlt hat und mit dem typischen Camelbak-Trinksystem auch leicht zu trinken war. Der Stopper wird auf die Seite gedreht, das Plastikteil in den Mund genommen und durch leichtes Beißen eine Öffnung erzeugt, durch die dann das Wasser gesogen werden kann. Kein Tropfen, kein Auslaufen, kein Sabbern, nur etwas plastiner Geschmack durch das Silikon-Mundstück. Und während dem Laufen auch ganz easy umzusetzen – wunderbar.

Man muss sich seine richtige Position des Laufrucksacks erst erarbeiten. Den Brustgurt weiter oben oder unten? Die Schulterträger kürzen oder verlängern? Bauchgurt ganz eng (Wabbel, hallo du Freund!) oder ganz locker lassen (Was war der Sinn von dem Gurt nochmal?) bis man das Mittelmaß für sich gefunden hat. Als Frau ist es auch etwas… schwierig das richtige Mittelmaß für oben zu finden, daran arbeite ich gerade noch etwas. Aber meist trage ich den Gurt unten drunter, weil ich da das Gefühl habe, dass er richtig sitzt. Bin aber immer noch nicht zufrieden. Mensch, da hat man schon so wenig Oberweite und dann streßt das trotzdem… (Wie machen das Frauen mit deutlich mehr Busen? Geheimtips?)

Mit dem richtigen Know-How kann man auch die ganze Luft aus der Blase quetschen, sodass sich das Gluck-Gluck während des Laufens auf ein Hör-ich-nicht-Niveau reduziert. Sehr angenehm, da ich ungern friedvolle Wälder als gluckerndes Monster durchwildern möchte. Die Blase hat übrigens eine sehr breite Öffnung, die das Einfüllen erleichtern soll – ich kann nicht ganz nachvollziehen wie das es „erleichtert“ da ich keine soooo breiten Wasserhähne kenne. Das erschwert es eher etwas die Luft rauszuquetschen und bei mir endet es immer in einer Prietschelei. Da die Öffnung leicht seitlich angebracht ist und nicht direkt oben finde ich es schwer vermeidbar, dass Luft in der Blase ist, wenn man diese voll machen möchte. Aber auch hier finde ich noch Lösungen und werde ein Buch darüber schreiben: „50 Shades of the Trinkblase“.

Bei meinen Läufen in Salzburg, am Ammersee und Erlangen habe ich – je nachdem wie das Wetter war oder ich die Strecke kannte – nebst PowerBar-Riegeln und -Gels auch meine Asics-Trailjacke, die wirklich ganz klein wird, meine Kompass-Karte, iPhone, Tempos, Blasenpflaster, EC-Karte, Geld und Buff-Tuch dabei gehabt. Passt alles sehr gut in den Camelbak-Rucksack rein und auch ganz einfach wieder rauszubekommen. Hier nochmal ein Lob an die tollen Seitentaschen, die sich auch während des Laufs öffnen und bedienen lassen.

me_thumsee

Fazit

Für einen Trinkrucksack mit 3 Litern Trinkblase hat der Camelbak Octane XCT ein gutes Fassungsvermögen, praktische Seitentaschen und lässt genug Armfreiheit. Mit dem Bauchgurt gibt der Camelbak nochmal zusätzlich Halt und Sicherheit, der jedoch bei falscher Einstellung und langen Läufen (>3h) zu Abschürfungen an den Seiten führen kann. Waschmaschinenfest, tropfsicher, problemlose Reißverschlüsse, unkompliziertes Trinken und oftmals das Gefühl, dass man garnichts auf dem Rücken hat. Für Bergtouren und Wald-Wiesen-Läufe auch sehr gut geeignet.

Mein Tipp

Gutes Einstiegsmodel, top Preis-Leistungsverhältnis, aber dringend vorher testen! Jeder Läufer ist anders und jeder hat andere Anforderungen und Erwartungen sowie Körperbau. Eine sinnvolle und glücklich machende Investition, wenn er passt.

5 Antworten zu “Camelbak auf dem Rücken – Trinkrucksack im Test

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  3. Kommt vielleicht etwas spät und ist bestimmt schon bekannt, aber ein Tipp zum Herstellen des Vakuums für geräuschloses Laufen ist folgender: einfach nach dem Befüllen die Blase so umdrehen, dass der Schlauchanschluss oben liegt. Dann die Luft durch das Mundstück absaugen und voilà – es gluckert nichts mehr und das Vakuum bleibt die ganze Zeit über erhalten.

    Viele Grüße aus dem Nordschwarzwald.

  4. Hallo RedCherryPepper,
    die Octane Rucksäcke von CamelBak sind wirklich der Knaller! Mir persönlich gefällt der Octane-LR mit Hüftreservoir sogar noch ein Stück besser als der -XCT. Ist aber glaub Geschmackssache 🙂 Schöner ausführlicher Review! Bitte mehr davon! 🙂

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