Andechs Trail Run – Schlammschlacht und Laufstreckenporno

Am 20.04. fand der Andechs Trail Run in – nun ja – Andechs statt. Andechs liegt am Ammersee, ist bekannt für das Kloster Andechs und das wohlverdiente Bier, dass die Besucher im Klosterbiergarten erwartet. Außerdem lässt sich im Sommer der Ammersee als Badeort verwenden, die Aussicht auf die Alpen und die wunderbare bayrischen Landschaften und Wälder erledigen den Rest. Bombe.

Laut dem Orga-Team war der Lauf relativ rasch ausgebucht, da man nur eine begrenzte Anzahl an Läufern zu lassen wollte. Klar, die Strecke verlief auch teilweise über Privatgrund und ein Trail Run mit einigen Hundert Läufern verwandelt einen Trailpfad schnell in eine Trailautobahn. Muss ja nicht sein. Was wurde also geboten?

  • Startgebühr: 10,- Euro
  • Startzeit: 10 Uhr bzw. 10.10 Uhr
  • Strecke: Beginners mit 8,4 km und Experts mit 15 km (Höhenmeter ca. 130 Meter bzw. 285 Meter)
  • Was: Anmeldegebühr umfasste den Lauf selbst mit anschließender Verpflegung mit Obst isotonischen Getränken, Bier und Kuchen.
  • Specials: Salomon-Zelt am Start, Essens- und Getränkegutscheine für die ersten 100 Läufer und vor allem: Die Strecke!

Der Andechs Trail Run fand dieses Jahr das zweite Mal statt und auch wenn er dieses Mal nicht bei wunderbarsten Frühlingswetter gelaufen wurde konnte man trotzdem kaum miesepetrige Gesichter ausmachen. Grauer Himmel, Nieselregen, der mal stärker und mal schwächer nieselte, kalter Wind und viel viel Schlamm. Auf dem Parkplatz wurde sich umgezogen, noch kurz aufs Klo und schon drehte man seine Runden im Nieselregen, um warm zu werden. Oder um warm zu bleiben. Oder um sich auszutauschen. Nummer befestigt, die Ohren vorm kalten Wind geschützt und schon ging’s los.

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Erst die „Experts“ die schon mit guten Tempo losliefen und definitiv mehr waren als die „Beginners“ – die farbenfrohe Masse an Läufern war zumindest für mich größer. 10 Minuten später dann wir. Nieselregen. Kalter Wind. Aber erwartungsvolle und lauffreudige Gesichter wo man auch nur hinblickte. Toll.

Die Strecke lief erst mal entspannt auf einem asphaltierten Wanderweg an, weiter hinter zum Wald und man sah in der verregneten grauen Landschaft das saftige Grün der Wiesen und das Kunterbunt der Läufer. Durch Waldwege, Trampfelpfade und Wurzeln ging es nach ca. 2 km und ab da hieß es „Adios Asphalt, Servus Schlammparty!“ und da ich zu den eher langsamen Läuferinnen gehörte (ich gebe zu, Schlaf hatte ich auch nicht genug) fand ich ausgelaufene Schlammwege vor. Im Gegensatz zu ein paar Läufern, die ich überholte und die mit ihren normalen Laufschuhen eher fröhlich umherrutschten bei besonders matschigen Wurzelkombinationen waren meine Salomon Speedcross 3 meine bequeme Rettung.

Besonders schwierige Passagen waren mit „Achtung! Anspruchsvoll!“ ausgezeichnet, damit man da die Augen offen hielt. Es schmiß trotzdem den ein oder anderen Läufer. Ab Kilometer 4 (glaube ich) ging es auch fröhlich hoch und runter, über einen kleinen Fluß (die Dame vor mir zögerte eine ganze Weile mit ihrer Entscheidung wie sie da wohl drüber käme, weil sie wohl nicht naß werden wollte) und scharfe Kurven an Büschen sowie Bärlauchfeldern vorbei. Am Wasserfall vorbei. Grüßend Wandergruppen passieren. Mal Wurzeln, mal Erde, mal Kies, mal Schlammpfützen. Und immer eine einfach wunderbare Umgebung!

Da ich blöderweise am Dienstag für einen Lauf bei trockenden 14 Grad gepackt hatte, lag mein langes Laufshirt daheim. Der liebe Lauf- und Twitter-Kollege Markus half mir da spontanter Weise und versorgte mich mit Shirt und sogar Stirnband! Lebensretter! Wir trafen uns dann auch auf halber Strecke, da Experts und Beginners in der Mitte zusammen liefen. Auch Markus war total begeistert von der Landschaft, der Strecke und dem Lauf. Dann zog er auch schon davon.

Am Ende blieb nur noch ein seichter Aufstieg zum Kloster, der sich gen Ende dann in einen eher steilen Aufstieg gespickt mit Treppen verwandelte. Ich musste dann gehen, weil ich irgendwie so komisch schnaufen musste. Weiß auch nicht woran das liegen könnte… Aber ich hatte noch genug Puste um die Experts-Läufer, die den Berg hoch hechteten anzufeuern. Wow. Und dann war das Ziel auch schon da.

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Naß, verschwitzt, mit Dreck an Schuhen, Füßen und im Gesicht und glücklich, den Lauf geschafft zu haben schmeckte die klasse Verpflegung im Ziel umso besser! Frische Früchte (Obst, Orangen, Äpfel), selbstgemachte Kuchen (ich schnappte mir das letzte Stück eines sündhaft-geilen Schokokuchens), isotonische Getränke von XenoFit und natürlich Bier. Nach einigen Minuten jedoch wurde es etwas kälter, da sich das Regenwetter dann wieder in die Knochen fraß. Nach ein bisschen Plauderei – ich kannte leider niemanden – ging es auch schon wieder leicht bibbernd, aber noch immer begeistert vom Laufstreckenporno nach Hause.

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Super Organisation, tolle Strecke, die sicherlich im Sommer noch eine Stufe umwerfender sein wird, und eine wirklich angenehme Stimmung! Ich freu mich schon sehr auf den nächsten Andechs Trail Run und drücke schon jetzt die Daumen für vielleicht dann sonniges Wetter. Obwohl… die heiße Wanne danach hat das Hochgefühl eigentlich nur noch gepusht.

Und Memo an mich selbst: Vor dem nächsten Lauf wird abends auch keine Agenturparty mehr gefeiert, auf das Übelkeitsgefühl kann ich verzichten 🙂

5 Antworten zu “Andechs Trail Run – Schlammschlacht und Laufstreckenporno

    • Danke dir! Wäre gern mit dir gelaufen!
      Aber Gesundheit geht ja schließlich vor und der nächste Andechs Trail findet nächstes Jahr wieder statt! Oder wir veranstalten einen eigenen Schlamm-Trail-Lauf 🙂

  1. Pingback: Wenn das Laufen zum Arschloch wird: Langeweile & Enttäuschung | RunningCherry·

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