Laufrock – Top oder Flop?

Uns Frauen ist ja der Rock vorbehalten. Weil der an Männer gleich so einen Eindruck nach Hipster, Hippie, Fashion-Guru oder sonst was hinterlässt. Also in Deutschland, in anderen Ländern mag das wiederum anders sein. Aber vollkommen egal, es geht ja nun nicht um die Frage „Können Männer Laufröcke tragen“ sondern um den Test, ob denn ein Laufrock im Allgemeinen okay ist. Oder eben weniger okay.

Gedacht ist er für die Frauen. Ganz. ein. deutig. Klickt man sich online durch die Stores bekannter Marken oder Shops wie Salomon oder  Decathlon, dann findet man in der Rubrik „Shorts“ oder „Laufhosen“ gerne mal die Variante „Laufrock“. Der rockt im Sommer, wortwörtlich. Aber muss das denn sein und ist das denn auch gut und wie fühlt man sich denn mit Rökschn stätt Höschen?

Nachdem mir dank Studentenleben und fehlender Waschmaschine und damit einhergehenden festgelegten Waschtagen nach einiger Zeit und einigen schwitzigen Läufen die Laufhosen ausgegangen sind, wurde es knapp. Knapp am Stoff und knapp an der Auswahl: Der Sommer hatte sich nämlich entschieden mit brachialer Gewalt die Wolken k.o. zu schlagen und mit Höchsttemperaturen von 30 Grad uns alle glücklich zu machen. Nur ist da eine Lauftight, zumindest für mich, die langbeinig ist, etwas zu heiß. Ich bin eh ein laufender Brennofen. Meine 3/4-Lauftight war in der Handwäsche. Meine Minimini-Short wollte ich nicht anziehen (hallo, muss ja nüsch sein) und konnte ich auch nicht tragen, wegen fehlender Tasche für Zusatzbeschallung und Runtastic-App.

Daher: In den Tiefen meiner „Könnt ich verkaufen, vielleicht aber aufheben“-Tasche hab ich dann mein Laufröckchen gefunden. Knalltürkis, von der Marke „Tchibo“ vor 3 Jahren bekommen. Damals noch kurz über Hockey nachgedacht, dann aber umgedacht.

Der Laufrock an sich

Nun gut, ab in das Kleidungsstück. Laufhosen sind so gemacht – ich hab mir schon andere angesehen – dass du als Basis eine Shorttight hast. Darüber ist dann der Rock angelegt. Meist mit einem Laufschlitz, um so ideale Beinfreinheit beim Laufen und Springen zu gewährleisten, ist er auch aus sportlichen Funktionsmaterial und im Gegensatz zur eng anliegenden Tight darunter eben nicht eng anliegend. Er kaschiert. Definitiv. Anstatt den Hinter und Beine in der kurzen, sommerlichen Tight der Welt zu präsentieren, ist er hier adrett nett versteckt. Er gibt auch Sicherheit, weil man sich als Frau eventuell etwas unentblößender fühlt – ist ja durch so eine Art Stoffwand was versteckt. Und es hebt die feminine Ader hervor, weil Röck gleich Mädchen gleich weiblich gleich … keine Ahnung.

Ich stopf mich als in den Rock, der mit fast zu engen Tights und viel zu lockerer Taille seltsam wirkt. Mit den Laufschuhen und dem Oberteil komme ich mir echt vor wie eine Hardcore-Sportlerin, die gerne mal härter zulangt. Diese Kombi aus Muskelzeigen und Röckchen mit Blümchen Tragen ist skurril. Liegt eventuell auch daran, dass ich auch Muskeln habe und nicht so graziös geformt bin. Es ist auf jeden Fall eins: schön luftig!

Laufrock

Nach dem Laufen, daher etwas verschwitzt 🙂

Der Laufrock im Test

Beim Laufen merke ich, dass das iPohne in der hinteren Tasche, die im Rock angebracht ist, ärgerlich nervend auf und ab hüpft. Der Rock ist nicht festgemacht, daher hüpft der Stoff simultan mit meinem Poppes auf und ab. Und auf und ab. Damit ich meine Muskeln nicht spielen lassen und irgendwas treten muss, nehme ich das iPhone raus. So läuft sich besser – wenn sicherlich nicht ideal.

Der Rock sitzt gut. Lässt frische Luft ran und ich weiß, dass mein Allerwertester nicht ungeschützt auf und ab hüpft. Obwohl bei dem Stoff es wohl auch eher das Gegenteil bewirken könnte. Und mein Hintern massiger erscheinen lässt, etwas heißer als eine normale Tight wird es definitiv nach einer Weile. Aber auch das schiebe ich auf den Stoff: Die Tight ist okay, aber der Oberstoff könnte dünner und leichter sein sowohl der Bund an der Taille nicht so dick. Ich denke auch, dass der schweineteure Laufrock von Salomon um einiges besser und bequemer sein wird, das ist aber eine Investition für alle Leistungssportler.

Fazit Nummer 1:

Man kann mit einem Laufrock laufen. Dabei sollte man auf Stoff, Passform und Zusammenwirken der eigenen Statur achten. Wer gern die feminine Ader hervorheben und sich etwas „kaschieren“ will ist mit einem Laufrock doch recht gut beraten.

Fazit Nummer 2:

Wer aussehen möchte wie eine Tennisspielerin auf der Flucht, wer eine kleine, gedrungene und eventuell noch muskuläre Statur hat und wie eine Kriegsgöttin in Turnschuhen wirken will und wer die seltsamen, verwirrten, belustigten, fragenden und unter den Rock werfenden Blicke der Passanten klasse findet, der sollte dringend zugreifen.

laufrock_beine

Ich pack meine feminine Ader lieber in ein schönes Sommerkleid mit Sandalen, Ohrringen und Lippenstift. Oder in das Peeling und Eincremen nach der obligatorischen Dusche nach dem Lauf. Oder in das Tragen beerenfarbener Laufklamotten. Aber ein Laufrock-Mensch bin ich einfach nicht. Nö. Und die Blumen auf dem Rock will ich lieber am Wegesrand passieren können.

2 Antworten zu “Laufrock – Top oder Flop?

  1. Hehe, lustig!! 😀 Ich habe noch gar nicht daran gedacht, im Rock zu laufen. Ich habe zwei, aber ich spielte in denen nur Tischtennis Wettkämpfe.. bis jetzt 😉

    lg, Leonie

  2. als laufender mann steh ich auf laufröcke. ich zieh sie auch gern selbst an. gerade an heissen tagen sind sie luftiger und bequemer als jede shorts, selbst wenn diese noch so kurz sind. bei mir scheuern auch die oberschenkel nicht aneinander. wenn ich im mittleren körperbereich vollkommen durchschwitzt bin, verdampft der schweiss beim laufrock eher als bei einer shorts, die den schweiss aufsaugt. sicher kommt auch der umstand dazu, dass das tragen eines laufrocks für mich als mann etwas prickelnd ist, weil ich damit sozusagen etwas verbotenes oder zumindest verpöntest tue.

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