Laufstrecke „Hirschhörnlkopf“: Gemütliches Trailrunning in der Jachenau

Vor ein paar Wochen war ich in der Jachenau und hab da die DAV-Hütte bewundert. Und natürlich auch die Laufschuhe eingepackt, denn die Hütte liegt zwar nicht auf dem Berg, aber am Berg. Mit unzähligen Möglichkeiten Berge zu erklimmen, ins noch bergigere Innere zu fahren oder am Walchensee die Füße baumeln zu lassen. Oder auch da zu laufen. Aus der Hütte hat man eine gute Sicht auf den Hirschhörnlkopf, der mit seiner kahlen Wiesenspitze und dem kleinen Anstieg zum Gipfelkreuz auf jeden Fall auffällt. Und ich musste da dann natürlich hoch.

Hirschhörnlkopf – Wo, was, wie

  • Hirschhörnlkopf
  • 1.515 Meter
  • Bayerische Voralpen

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Die Hütte ist in Jachenau gelegen und daher kann man direkt an der Hüttentür schon mal loslaufen. Ab geht’s in Richtung Dorfladen, wo schon die Strecke in Richtung Jochberg dann gekennzeichnet ist. Auf breiten Forstwegen erst läuft man mit dem Dorf im Rücken in Richtung Berge und merkt beim Näherkommen, dass der Hirschhörnlkopf – ich will ja immer Hirschhörnlkepferl sagen – gar nicht so hoch ist. Aber die Landschaft ist wunderbar, es duftet nach Springkraut und durch den leichten Regen der vergangenen Tage saue ich schon ein bisschen meine Schuhe ein.

Auf nach oben – auch wenn’s nicht weit ist

Der erste Anstieg geht weiterhin auf breiten, aber matschigen Forstwegen empor, bis man in Richtung Hirschhörnlkopf abbiegen kann. Langsam kommen dann die Singletrails weil es an der Ostseite hoch zum Gipfel geht. In Serpentinen schlängelt sich also der Weg nach oben und die Aussicht wird immer besser und besser. Das Wetter allerdings nicht, mist, da hätte man sich auch absprechen können. Weiter nach oben, es wird kahler und wurzeliger. Viele Wanderer sind dabei und ich wollte schon fast fragen, ob alles in Ordnung sei, als ein Pärchen sich hinsetzt und pausiert, als mir klar wird, dass gebrotzeitelt wird. Hm, hätte ich auch mitnehmen können, so einen Riegel. Der Bauch sagt nämlich schon wieder „Grmmmmmrrr“ und ich frag mich, ob ich nicht einfach von grundauf chronisch verfressen bin. Ist ja nicht auszuhalten, das ständige Magengrummeln beim Laufen.

Langsam lichtet sich der Wald und ich werde auf die Gipfelwiese gespuckt. Die Hütte dort ist rein für das Vieh gedacht, das aber wurde bereits ins Tal getrieben – was ich später leider am eigenen Leib erfahren darf. Oben läuft es sich gemütlich weiter, dann in steileren Serpentinen hoch zum Gipfelkreuz und die Aussicht des Tages erwartet einen. Nicht nur hat man rechts den Kochelsee und mit Glück den Starnberger See, auch der Walchensee sowie eine pornöse Berglandschaft liegt zur Linken. Auch der ein oder andere mächtige schneebedeckte Gipfel strahlt mir schon entgegen und bei dem kühlen Wetter ziehen die Wolken über die Berglandschaft. Wer hier hochkommt wird belohnt, sollte sich aber auch warm einpacken: Es geht ein ordentlicher Wind auf dem Gipfel – vor allem da er so frei steht und nicht von Bergen geschützt wird. Ich habe ohne Laufjacke ordentlich gefroren, aber in meinem Zustand war mir das vollkommen egal.

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Tanz mit dem Matsch vs. Gespräch mit einem Kalb

Runter kann man den gleichen Weg nehmen oder links entlang oder – so wie ich – in Richtung Jochberg laufen. Hier macht es dann ordentlich Spaß, da der schmale Weg leicht bergab führt und verspielt dem Läufer in Richtung Kotalm geleitet. Ich allerdings hatte den Weg nach dem Viehtreiben erwischt: Der Weg war aufgewühlt, unbelaufbar und echt tricky. Gegen Matsch und Dreck hab ich wirklich nichts, aber einsinken und nicht mehr rauskommen sorgt dann doch nicht für einen perfekten Flow. Oder Stick-&-Flow. Aber hey, das gehört dazu und ich plantschte meinen Weg durch den Matschtrail nach unten. Irgendwann wurde es schließlich auch besser und bei einer der schönen Bergquellen konnte ich dann auch mal was trinken. Ganz unten angekommen sagte ich der Kotalm mal kurz „Servus“ und wurde begeistert von einem Kalb angeblökt. Unser Gespräch war recht einseitig:
„Jawasnlos“ – „Blööööök“ – „Was willstn?“ – „Blöööööööööök“ – „Geh doch zu den anderen, was machstn hier so allein“ – „Blöööhööööök“.

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Was ist eigentlich eine „Kotalm“?
Das ist ein Name, der für Almen verwendet wird, die auf einer Weidefläche angesiedelt sind. Durch die Tiere ist die Fläche natürlich „kotig“ sodass die Almen dann als „Kotalm“, eine Alm auf einer Viehweidefläche, bezeichnet wurden.

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Der Weg von der Alm runter wurde etwas feucht, da durch den Regen der weg etwas durchnässt war, aber nach einer Weile führte mich der Forstweg dann in Richtung Jachenau. Vorbei an Wäldern, Wurzeln und Bächen. Bis ich an der unteren Kreuzung wieder ankam und gemütlich den Weg nach „Hause“ lief. Mit einer leider leeren Fenix 2, die mir aber sonst gute Dienste erwiesen hat. Und daheim, da wurde dann erst einmal jeder Fuß liebevoll aus dem Dreckbatzen gepuhlt und den Schuhen gut zugesprochen. Katzenwäsche am Waschbecken, da es keine Dusche gab, und Haare waschen mit eiskaltem Wasser. Dafür heizte ich dann den Kachelofen auf Hochtouren ein, ließ meine Sachen da trocknen und konnte dann in aller Ruhe mein Buch lesen, während mir der Rücken vom Kachelofen gewärmt wurde. Aber gegen eine Badewanne hätte ich wirklich nichts gehabt…

 

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Hier gibt’s die Strecke auf Strava

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